POLIZEIPRÄSIDIUM MITTELFRANKEN grebnrüN 13309 - 5 ztalpsbokaJ - neknarflettiM muidisärpieziloP 17 SICHERHEITSBERICHT 20
Impressum
-Präsidialbüro- POLIZEIPRÄSIDIUM MITTELFRANKEN
Jakobsplatz 5
90331 Nürnberg MIT SICHERHEIT FÜR SIE DA
Verantwortlich
PD Alfred Stahl
- Leiter Präsidialbüro -
Telefon: +49 911 2112 1010
Redaktion IHR KONTAKT ZUM PP MITTELFRANKEN
PP MFr. - SG E 2 - Ordnungs- und Schutzaufgaben Telefon +49 911 2112 1201
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Telefon +49 911 2112 1401 Telefon: +49 911 2112 1030 E-Mail: pp-mfr.pressestelle@polizei.bayern.de
Layout & Gestaltung
PHM Thomas Bauer
- Präsidialbüro -
Auflage: 300 Stück
DER SICHERHEITSBERICHT 2017
Erscheinungsweise: jährlich
FÜR SIE ZUM DOWNLOAD
ISSN 2513 - 034X
© 2018
SICHERHEITSBERICHT 20
INHALTSVERZEICHNIS
Impressum & Kontaktinformationen 2 2.2 Kriminalitätslage der
Stadt Nürnberg 51
Vorwort des Herrn
Personal 53
Polizeipräsidenten Johann Rast 9
2.2.1 Gesamtentwicklung 53
| EEiinnff | üühhrruunngg |
|---|
11..00 1111 2.2.2 Aufklärungsquote 54
2.2.3 Häufigkeitszahl 55 2.2.4 Tatverdächtige 55
1.1 Aufbauorganisation 12
2.2.5 Jugendkriminalität 56 2.2.6 Kriminalität durch Nichtdeutsche
22..00 1155 (ohne ausländerrechtliche Verstöße) 58
| KKrriimmiinnaalliitt | äättssllaaggee |
|---|
2.2.7 Kriminalität durch Zuwanderer 59 2.2.8 Zuwanderer als Opfer von Straftaten 60
2.1 Kriminalitätslage im
2.2.9 Reisende Täter 61
Regierungsbezirk Mittelfranken 15 2.2.10 Kriminalitätsopfer 61
2.2.1.1 Straftaten gegen das Leben 62 2.1.1 Gesamtentwicklung 17 2.2.1.2 Straftaten gegen die sexuelle 2.1.2 Aufklärungsquote 18 Selbstbestimmung 63 2.1.3 Häufigkeitszahl 18 2.2.1.3 Rohheitsdelikte 65 2.1.4 Tatverdächtige 19 2.2.1.4 Eigentumsdelikte 66 2.1.5 Jugendkriminalität 20 2.2.1.5 Vermögens- und Fälschungsdelikte 68 2.1.6 Kriminalität durch Nichtdeutsche 2.2.1.6 Sachbeschädigung 69 (ohne ausländerrechtliche Verstöße) 22 2.2.1.7 Aufenthaltsgesetz 70 2.1.7 Kriminalität durch Zuwanderer 23 2.2.1.8 Betäubungsmittelkriminalität 70 2.1.8 Zuwanderer als Opfer von Straftaten 24 2.2.2.1 Straßenkriminalität 72 2.1.9 Reisende Täter 25 2.2.2.2 Videoüberwachung im Bereich des 2.1.10 Kriminalitätsopfer 25 ÖPNV Nürnberg und Fürth 72 2.1.1.1 Straftaten gegen das Leben 27 2.2.2.3 Schwerpunkt Königstorpassage/Hauptbahnhof 72 2.1.1.2 Straftaten gegen die 2.2.2.4 Cyber-Crime 73 sexuelle Selbstbestimmung 27 2.2.2.5 Politisch motivierte Kriminalität 73 2.1.1.3 Rohheitsdelikte 29 2.1.1.4 Eigentumsdelikte 29 2.3 Kriminalitätslage regional 77 2.1.1.5 Vermögens- Fälschungsdelikte 32 2.1.1.6 Sachbeschädigung 33 2.3.1 Kriminalitätslage der Stadt Fürth 78 2.1.1.7 Aufenthaltsgesetz 33 2.3.2 Kriminalitätslage der Stadt Erlangen 80 2.1.1.8 Betäubungsmittelkriminalität 33 2.3.3 Kriminalitätslage der Stadt Schwabach 82 2.1.2.1 Gewaltkriminalität 34 2.3.4 Kriminalitätslage der Stadt Ansbach 84 2.1.2.2 Straßenkriminalität 37 2.3.5 Kriminalitätslage Landkreis Ansbach 86 2.1.2.3 Cybercrime 37 2.3.6 Kriminalitätslage Landkreis 2.1.2.4 Politisch motivierte Kriminalität 39 Erlangen-Höchstadt 88 2.1.2.5 Organisierte Kriminalität 45 2.3.7 Kriminalitätslage Landkreis Fürth 90 2.1.2.6 Prävention 47
2.3.8 Kriminalitätslage Landkreis Summer Breeze Festival 2017 120 Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim 92 Fürther Kirchweih 121 2.3.9 Kriminalitätslage Landkreis Nürnberger Land 94 Silvester 121 2.3.10 Kriminalitätslage Landkreis Roth 96 3.2.2 Asylthematik 121 2.3.11 Kriminalitätslage Landkreis 3.2.3 Sicherheitswacht 122 Weißenburg-Gunzenhausen 98 2.3.12 Gemeindevergleich 2017 100
| VV | eerrkkeehhrrssllaaggee |
|---|
44.. 112255
| EEiinnssaattzz | --,, OOrrddnnuunnggss-- uunndd |
|---|
33..00
Begriffsdefinitionen 126
| SScchhuuttzz | aauuffggaabbeenn |
|---|
4.1 Strukturdaten Verkehr 127
3.1 Nürnberg 108
4.1.1 Zuständigkeitsbereich des 3.1.1 Einsatzstatistik 2017 108 Polizeipräsidiums Mittelfranken 127 Sicherheitskonzepte 108 4.1.2 Kraftfahrzeugbestand 127 3.1.2 Versammlungen und Veranstaltungen 109 4.1.3 Bevölkerungsentwicklung 128 Sich-Fortbewegende Versammlung 4.1.4 Straßennetz 128 des „III. Weges“ am 22.04.2017 109 1.Mai 2017 in Nürnberg 109 4.2 Verkehrsunfallentwicklung im Versammlungen von PEGIDA Nürnberg/Fürth 109
Regierungsbezirk Mittelfranken 128
Bundestagswahlkampf 110 Rock im Park vom 02. – 04.06.2017 110 4.2.1 Überregionaler Verkehr 128 Blaue Nacht / Bardentreffen 111 4.2.1.1 Gesamtunfälle - Vergleich zum Vorjahr 128 Kirchweihen 111 4.2.1.2 Unfallfolgen - Getötete Personen 129 Frühlings- und Herbstvolksfest 112 4.2.1.3 Unfallfolgen - Verletzte Personen 129 Christkindlesmarkt 112 4.2.2 Entwicklung des Unfallgeschehens Silvester 2017 113 in Mittelfranken 129 Sportveranstaltungen 114 4.2.3 Getötete Personen in Mittelfranken 130 Profifußball 114 4.2.4 Getötete nach Beteiligungsarten 131 Eishockey und Handball 115 4.2.4.1 Getötete nach Risikogruppen 131 3.1.3 Gastronomie 115 4.2.5 Verletzte Personen in Mittelfranken 132 3.1.4 Schwerpunkt Königstorpassage 115 4.2.6 Örtliche Verteilung der Verkehrsunfälle 132 3.1.5 Fortentwicklung der Videoüberwachung 4.2.6.1 Entwicklung des Unfallgeschehens im öffentlichen Raum 117 auf den Autobahnen 133 3.1.6 Videoüberwachung im Bereich 4.2.6.1.2 BAB-Unfälle - Hauptunfallursachen 134 des ÖPNV Nürnberg und Fürth 119 4.2.7 Zeitliche Verteilung 135 4.2.7.1 VU nach Tageszeiten 135
3.2 Mittelfranken 120 4.2.7.2 VU nach Wochentagen 136
4.2.7.3 VU nach Straßenklassen 136 3.2.1 Veranstaltungen 120 4.2.7.4 Getötete nach Straßenklassen 137 Bergkirchweih 120 4.2.8 Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort 137 Taubertalfestival 120 4.2.9 Unfallursachen 138 4.2.10 Geschwindigkeitsunfälle 140
INHALTSVERZEICHNIS
4.2.11 Alkoholunfälle 140 4.4.4 Stadt Ansbach 164 4.2.12 Verkehrsunfälle unter Drogeneinwirkung 141 4.4.5 Landkreis Ansbach 165 4.2.13 Risikogruppen 142 4.4.6 Landkreis Erlangen-Höchstadt 166 4.2.13.1 Risikogruppen nach Alter 142 4.4.7 Landkreis Fürth 167 4.2.13.2 Kinder im Alter von 0 bis 13 Jahren 142 4.4.8 Landkreis Nürnberger Land 168 4.2.13.3 Schulwegunfälle 143 4.4.9 Landkreis 4.2.13.4 „Junge Erwachsene“ im Alter Neustadt a.d. Aisch - Bad Windsheim 169 von 18 bis 24 Jahren 144 4.4.10 Landkreis Roth 170 4.2.13.5 Senioren 145 4.4.11 Landkreis Weißenburg - Gunzenhausen 171 4.2.13.6 Risikogruppen nach Verkehrsbeteiligung 146
4.5 Maßnahmen und Tätigkeiten
4.2.13.6.1 Radfahrunfälle 146
im Verkehrsdienst 172
4.2.13.6.2 Motorradunfälle 147 4.2.13.6.3 Lkw-Unfälle 148 4.5.1. Verkehrsdelikte / Verkehrsüberwachung 172 4.2.14 Herausragende Verkehrsunfälle im Bereich 4.5.2 Einsatz der Messgeräte 173 des PP Mittelfranken (ohne Nürnberg) 149 4.5.3 Gurtanlegepflicht und Benutzung von Mobiltelefonen 174 4.5.4 Überwachung des Güter-
4.3 Verkehrsunfallentwicklung
und Personenverkehrs 174
im Stadtgebiet Nürnberg 150 4.5.5 Schwerpunktaktionen 175
4.3.1 Unfallbilanz und –entwicklung 150 4.6 Verkehrsprävention 4.3.3 Getötete mit Beteiligungsarten 151
& Verkehrserziehung 182
4.3.4 Zeitliche Verteilung der Verkehrsunfälle 152 4.3.5 Unfallursachen 153 4.6.1 Verkehrserziehung (JVS) 182 4.3.6 Besondere Unfallarten 154 4.6.2 Sicher zur Schule – Sicher nach Hause 182 4.3.6.1 Alkoholunfälle 154 4.6.3 Verkehrsunterricht 184 4.3.6.2 Drogenunfälle 155 4.3.6.3 Geschwindigkeitsunfälle 155
4.7 Begleitung von Großraum- und
4.3.6.4 Schulwegunfälle 156 4.3.6.5 Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort 157 Schwertransporten 185 4.3.7 Besondere Risikogruppen 157 4.3.7.1 Kinder 157 4.7.1 Entlastung der Dienstkräfte beim 4.3.7.2 Junge Erwachsene 158 PP Mittelfranken 4.3.7.3 Senioren 159 bei Schwertransportbegleitungen 185 4.3.8 Herausragende Verkehrsunfälle 160 4.7.2 Spektakulärer Schiffsausflug als Schwertransport auf der Straße 186
4.4 Verkehrsunfallentwicklung
regional 161
4.4.1 Stadt Fürth 161 4.4.2 Stadt Erlangen 162 4.4.3 Stadt Schwabach 163
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Sehr geehrte Damen und Herren,
mit vorliegendem Bericht stellen wir Ihnen die Sicherheitslage des Jahres 2017 für den Regierungsbezirk Mittelfranken, der deckungsgleich mit dem Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mittelfranken ist, dar. In diese zweite Auflage sind viele Verbesserungsvorschläge bzw. Änderungs- und Ergänzungswünsche eingeflossen, die uns nach Erscheinen der ersten Ausgabe erreicht haben. Insbesondere durch umfangreichere Grafiken können nun aussagekräftige Vergleiche gezogen werden.
Wie schon in den vergangenen Jahren beschäftigt sich der Sicherheitsbericht mit der Darstellung und Erläuterung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Jahres 2017. In dieser Statistik werden alle polizeilich bekannt gewordenen Straftaten zusammengefasst, so dass wir ein repräsentatives Bild der Kriminalität in unserem Dienstbereich zeichnen können.
Was auf den ersten Blick auffällt, ist ein Rückgang der Straftaten bei zeitgleicher Steigerung der Aufklärungsquote. Dies ist umso höher zu bewerten, da entgegen dem allgemeinen Trend die Verstöße nach dem Aufenthalts- und dem Asylverfahrensgesetz im Berichtszeitraum gestiegen sind.
Zudem freut es mich ganz besonders, dass unsere massiven Anstrengungen, den Wohnungseinbruchsdiebstahl einzudämmen, die ersten wirklich messbaren Früchte tragen. Der Rückgang dieser Delikte, die in den intimsten Bereich des Lebens unserer Bürger eingreifen, trägt – bei zeitgleicher, erheblicher Steigerung der Aufklärungsquote – wesentlich zum Anstieg des Sicherheitsgefühls bei.
Dies wird zudem noch dadurch verstärkt, dass auch die Delikte, die sich im öffentlichen Raum zutragen und so von jedermann wahrgenommen werden können, um mehr als 11 Prozentpunkte zurückgegangen sind. Diese Deliktsfelder, die vor allem in den Städten ein Problem darstellen, werden von uns weiterhin intensiv beobachtet und durch mannigfaltige Konzepte und Strategien weiter zurückgedrängt.
Insbesondere im Umfeld des Nürnberger Hauptbahnhofs und der angrenzenden Königstorpassage ist es uns aufgrund erheblicher Anstrengungen und hohen Überwachungsdrucks gelungen, die objektive Sicherheitslage und das subjektive Sicherheitsempfinden deutlich zu verbessern.
Aber auch der Gesetzgeber hat i.S. des polizeilichen Tätigwerdens gehandelt – beispielsweise wurde der Wohnungseinbruch zu einem Verbrechenstatbestand aufgestuft und die Ahndung von – bedauerlicherweise weiterhin zunehmenden – Übergriffen auf Polizeibeamte, Rettungsdienste und Feuerwehr durch entsprechende gesetzgeberische Maßnahmen erleichtert.
Im Ganzen gesehen kann die mittelfränkische Polizei wieder auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken, in dem es gelungen ist, das hohe Sicherheitsniveau im Interesse der Bürger zu stabilisieren und in Teilbereichen auch weiter zu verbessern.
Johann Rast Polizeipräsident
1. Einführung
- Einführung
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2.1 Kriminalitätslage
Regierungsbezirk Mittelfranken
2.1 Kriminalitätslage Regierungsbezirk Mittelfranken
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In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) werden alle polizei- Die PKS bildet die Grundlage zur Betrachtung und Beobachlich erfassten Straftaten nach dem Strafgesetzbuch und dem tung der Kriminalitätsentwicklung insgesamt sowie auch Nebenstrafrecht, welche innerhalb eines Jahres bekannt einzelner Delikte bzw. Deliktsgruppen. Nicht in der PKS entwurden, registriert und statistisch aufbereitet. ▶ halten sind Staatsschutzdelikte (vgl. Sicherheitsbericht, Rubrik „PMK“, Ziffer 2.1.2.4) und Verkehrsdelikte.
2.1.1 Gesamtentwicklung
Im Regierungsbezirk Mittelfranken wurden im Jahr 2017 Aus diesem Grund wird darauf hingewiesen, dass die folgenden insgesamt 90.498 Straftaten in der PKS erfasst. Dies Fallzahlen, Häufigkeitszahlen sowie die Aufklärungs quoten bedeutet einen Rückgang um 4.762 Fälle (- 5,0%). Insbesondere des Sicherheitsberichts 2017 ohne ausländer rechtliche sanken die Fallzahlen im Bereich der Eigentums- /Diebstahls- Verstöße (PKS-Schlüssel *890000) dargestellt werden. kriminalität (-4.042 Fälle / -12,7 %). Bei der Betrachtung der registrierten Gesamtstraftaten ohne Wie bereits im Jahr 2016 dargestellt, wurden die Fallzahlen ausländerrechtliche Verstöße ist ein deutlicher Rückgang von auch im Jahr 2017 nach wie vor von der Flüchtlingssituati- 91.846 Fälle auf 86.149 Fälle (-6,2 %) zu verzeichnen. on mit geprägt. Im Bereich der Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz bzw. Asylverfahrensgesetz wurden 4.349 Fälle (Vorjahr 3.414 / +27,4 %) registriert. Diese Fallzahlen wirken sich deutlich auf die PKS aus und beeinflussen vor allem auch die Werte der Aufklärungsquote und die Häufigkeitszahlen. ▶
2.1.2 Aufklärungsquote
Die Aufklärungsquote (AQ) erhöhte sich um 3,2 Prozen tpunkte auf 68,7 %, was den höchsten Wert seit 2009 darstellt. Bei Betrachtung der AQ ohne ausländerrechtliche Verstöße ist dennoch ein signifikanter Anstieg von 64,2 % auf 67,1 % zu verzeichnen (Vergleich Bayern 64,4 %).
Die mittelfränkische Polizei hat 2017 mehr als zwei von drei Straftaten aufgeklärt.
2.1.3 Häufigkeitszahl
Die Häufigkeitszahl (HZ) ist die Zahl der bekannt ge wordenen Auch diese ist ohne ausländerrechtliche Verstöße be rechnet. Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktsarten, Im Regierungsbezirk Mittelfranken sank die HZ im Vererrechnet auf 100.000 Einwohner einer bestimmten Region. gleich zum Jahr 2016 von 5.282 auf 4.923 deutlich unter die Sie ist ein Index der Kriminalitätsbelastung in Relation zur „Schallmauer“ von 5.000 und damit auf den niedrigsten Wert Wohnbevölkerung und dient bundesweit als gebräuchlicher der vergangenen zehn Jahre (Vergleich Bayern 4.533). und griffiger Vergleichswert. ▶
2.1.4 Tatverdächtige
Tatverdächtig ist jeder, der nach dem polizeilichen Ermitt- Dies bedeutet eine Zunahme von 611 TV (+1,4 %). Ohne lungsergebnis zumindest hinreichend verdächtig ist, eine Berücksichtigung der ausländerrechtlichen Verstöße, rechtswidrige (Straf-)Tat begangen zu haben. Dazu zählen sank die Anzahl der Tatverdächtigen von 40.549 auf 40.146 auch Mittäter, Anstifter und Gehilfen. (30.582 männlich / 9.564 weiblich). Den größten Teil der TV stellen die Erwachsenen (über 21 Jahre) mit 78,5 Prozent. Der Im Jahr 2017 wurden 43.937 Tatverdächtige (TV) ermittelt. ▶ Wert sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,9%.
2.1.5 Jugendkriminalität
Die Anzahl der delinquenten Kinder und tatverdächtiger Bei den tatverdächtigen Jugendlichen wird ein geringer Jugendlicher und Heranwachsende ist im Vergleich zum Vor- Anstieg (+2,9 %) registriert, während die Anzahl bei den jahr ebenfalls fast identisch. Im Bereich der delinquenten tatverdächtigen Heranwachsenden nahezu unverändert Kinder ist ein Anstieg von 1.028 TV auf 1.221 TV (+18,8 %) zu blieb. verzeichnen.
Die langfristige Betrachtung der Entwicklung zeigt jedoch seit dem Jahr 2009 einen Rückgang von insgesamt 39,1 %. ▶
Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert der Straftaten unter Bei den Tatverdächtigen unter 21 Jahren ist ein erfreulicher Alkoholeinfluss nahezu gleich (+0,2 %). ▶ Rückgang um 2,2 % zu verzeichnen.
Jugendliche Intensivtäter
Jugendlicher Intensivtäter ist weder eine Zuschreibung noch Im Jahr 2017 wurden in Mittelfranken 153 Kinder, Jugendliche ein Persönlichkeitsmerkmal. Unter diese Bezeichnung fallen und Heranwachsende als jugendliche Intensivtäter geführt. junge Menschen (bis zum 21. Lebensjahr), um die sich die Wie aus dem gezeigten Diagramm ersichtlich ist ein Großteil Polizei in einem hohen Maße kümmert. in Nürnberg wohnhaft.
Dies beinhaltet nicht nur eine konsequente Strafverfolgung, sondern sieht auch diverse Unterstützungsmaßnahmen oder die Vermittlung von Hilfsangeboten vor.
2.1.6 Kriminalität durch Nichtdeutsche (ohne ausländerrechtliche Verstöße)
Nichtdeutsche TV sind Personen mit ausländischer oder Die Einwohnerzahlen der Zuwanderer werden von den ungeklärter Staatsangehörigkeit sowie Staatenlose. Meldebehörden allerdings nicht gesondert erfasst, sodass zu ihrem Bevölkerungsanteil und damit zu den Als Zuwanderer werden bundesweit einheitlich diejenigen üblichen Relationen innerhalb der gebräuchlichen Indexnichtdeutschen TV bezeichnet, bei denen folgende Aufent- werte keine exakte Aussage getroffen werden kann. haltsgründe erfasst wurden: unerlaubter Aufenthalt, Asylbewerber, Kontingent- / Bürgerkriegsflüchtlinge, Duldung Nach einer vorläufigen Statistik des Ausländerzentralregisters und international / national Schutzberechtigte sowie Asyl- leben in Mittelfranken derzeit ca. 37.500 Zuwanderer. Auf der berechtigte. Grundlage dieses statistisch „nicht amtlichen“ Wertes ergibt sich ein Bevölkerungsanteil von ca. 2,1 %. Nähere Auswert- Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen (TV) nahm ungen, insbesondere zur Staatsangehörigkeit der Tatverim Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % ab. Der Anteil nichtdeut- dächtigen, sind jedoch nicht möglich. scher TV an der Gesamtzahl der TV beträgt aktuell 36,9 %. Der Bevölkerungsanteil dieser Gruppe beträgt in Mittelfranken Während sich bei den deutschen TV in den letzten acht 12,9 %. Zuwanderer sind eine Teilmenge der Gruppe der nicht- Jahren ein Rückgang von mehr als 16 % ergab, wird dieser deutschen TV. Die Anzahl der nichtdeutschen TV stieg, abge- Trend bei den TV gesamt durch die beschriebene Steigerung sehen von der aktuellen Abnahme 2017, in den vergangenen bei den nichtdeutschen TV, insbesondere den Zuwanderern, Jahren insgesamt kontinuierlich an, seit 2010 um 42,9 %. statistisch nahezu kompensiert.
Bei der Betrachtung der nichtdeutschen TV ohne Zuwanderer Die Gesamtzahl der TV in Mittelfranken stagniert seit 2012 auf ist festzustellen, dass die Anzahl seit 2010 lediglich um 9,3 % einem Niveau von ca. 40.000. angestiegen ist. Bei der Gruppe der Zuwanderer ergibt sich in dieser Zeitspanne ein Anstieg von 773 auf 4331 TV. Besonders Der Anteil der deutschen TV an der Gesamtzahl der TV markant war diese Entwicklung insbesondere im Jahr 2015. beträgt 63,4 %. Der Bevölkerungsanteil der Deutschen beträgt in Mittelfranken 87,1 %. Der Anteil der Zuwanderer an der Gesamtzahl der TV beträgt aktuell 10,8 %. ▶
2.1.7 Kriminalität durch Zuwanderer
Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung relevanter Delikts- Beim Taschendiebstahl liegt die Fallzahl, trotz Anstieg, mit bereiche in Mittelfranken in den Jahren 2013 bis 2017 dar. 22 Fällen auf einem sehr niedrigen Niveau. Konkrete Ursachen Sie zeigt die Anzahl der aufgeklärten Straftaten, bei denen des Anstieges sind deshalb nicht verifizierbar. mindestens ein Zuwanderer als Tatverdächtiger erfasst worden ist. Fallzahlenrückgänge wurden bei den Rohheitsdelikten, insbesondere den Körperverletzungen und den Eigentums- Fallzahlensteigerungen zeigen sich bei den Rauschgiftdelik- delikten, registriert. ten, den Fälschungsdelikten, den Taschendiebstählen und den Sexualdelikten. Hauptursache für den Anstieg bei den Der Anteil der Gesamtstraftaten durch Zuwanderer (ohne Sexualdelikten ist die Reform des Sexualstrafrechts im Jahr ausländerrechtliche Delikte) an den Gesamtstraftaten in 2016. Nähere Erläuterungen siehe Ziffer 2.1.1.2 der Krimi- Mittelfranken (geklärte Fälle) stieg von 9,7 % im Jahr 2016 auf nalitätslage des Regierungsbezirkes Mittelfranken. Der deut- 11,0 % im Jahr 2017. liche Anstieg bei den Fälschungsdelikten ergibt sich durch eine signifikante Steigerung der Vorlage falscher Ausweispapiere im Asylverfahren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. ▶
Die folgenden Übersichten geben einen Überblick, an Im Vergleich zum Vorjahr ist ein gewisser Trend von nichtwelchen Örtlichkeiten sich die Straftaten durch Zuwanderer öffentlichen hin zu öffentlichen Tatörtlichkeiten festzus tellen. ereigneten. 38 % der Fälle ereigneten sich demnach im Im Vorjahr ereigneten sich noch ca. 50 % der Straftaten in nichtöffentlichen Bereich, z.B. in Asylbewerberunterkünften Asylbewerberunterkünften und Wohnungen. und anderen Wohnungen. 62 % der Tatorte befanden sich in öffentlichen Bereichen. ▶
2.1.8 Zuwanderer als Opfer von Straftaten
Im Jahr 2017 wurden insgesamt 1.500 Zuwanderer Opfer von Auch Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie häusliche Straftaten, davon waren 75 % männlich und 25 % weiblich. Beziehungskonflikte werden zunehmend als auslösende 83 % dieser Personen waren Opfer von Körperverletzungs- Faktoren für Gewaltstraftaten erkannt. delikten. Anzumerken wäre, dass in der PKS die Tatopfer nur bei sog. Bei 989 Opfern (= 66 %) war der Tatverdächtige ebenfalls Opferdelikten, wie Tötungsdelikten, Sexualstraftaten und Zuwanderer. Der Schwerpunkt liegt weiterhin bei den Rohheitsdelikten ausgewiesen werden. Körperverletzungen. Streitigkeiten bis hin zur Anwendung von Gewalt ergaben sich aus ethnischen Konflikten oder wegen durchaus schwieriger Bedingungen bei der Unterbringung (z.B. räumliche Enge, fehlende Privatsphäre und Rückzugsräume). ▶
2.1.9 Reisende Täter
Wie die nachfolgende Grafik zeigt, war in den vergangenen Dieser Wert blieb in den letzten Jahren relativ konstant auf Jahren in Mittelfranken nahezu jeder zweite nichtdeutsche diesem Niveau. Straftäter nicht in der jeweiligen Tatortgemeinde wohnhaft. ▶
2.1.10 Kriminalitätsopfer
Opfer sind natürliche Personen, gegen die sich eine mit Strafe Der Großteil der Kriminalitätsopfer sind Erwachsene über bedrohte Handlung unmittelbar gerichtet hat. 21 Jahre (13.238) mit einem männlichen Anteil von 62,58 %. Der Anteil der Heranwachsenden beträgt 1.624, der Im Jahr 2017 wurden im Regierungsbezirk Mittelfranken ins- Jugendlichen 1.465 und der Kinder 1.229. gesamt 17.909 Personen als Kriminalitätsopfer registriert. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von 353 (-2 %).
Hierbei ist zu erwähnen, dass die Opferzahlen in der PKS nur bei Straftaten gegen das Leben, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Raub- und Körperverletzungsdelikten, Nötigung und Bedrohung, Freiheitsberaubung sowie Widerstandshandlungen statistisch ausgewiesen werden. ▶
Ausgewählte Deliktsbereiche
2.1.1.1 Straftaten gegen das Leben
Im Jahr 2017 wurden 98 Fälle von Straftaten gegen das Die Geschädigte lief in Richtung einer Apotheke und brach Leben erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen kurz davor zusammen. Sie wurde ins Krankenhaus in Anstieg um 7 Fälle (+7,7 %). Die Aufklärungsquote (AQ) ist um Neuendettelsau verbracht. Während der Beschuldigte auf -1,7 Prozentpunkte auf 93,9 % gesunken. Beim Mord messen die Geschädigte einstach, sagte dieser zu dem Zeugen: „Ist wir eine Steigerung von 21 auf 25 Fälle. Beim Totschlag sind nur meine Frau.“ Aufgrund der massiven Stichverletzungen 37 Fälle (-31,5 %) mit einer AQ von 100 % zur PKS gemeldet. war zunächst mit dem Ableben der Geschädigten zu rechnen. Zwischenzeitlich konnte sich die Geschädigte jedoch von Fallbeispiel: ihren schweren Verletzungen körperlich weitgehend erholen. Der 25-jährige Beschuldigte stach am 08.05.2017 in Neuendettelsau auf seine Lebensgefährtin, die im fünften Monat Das ungeborene Kind verstarb unmittelbar nach der Tat. schwanger war, mit einem etwa 16 cm langen Messer in Brust-, Hals- und Kopfbereich ein. Diese ging daraufhin zu Boden, Gegen den Beschuldigten erging Haftbefehl. Das Motiv war wobei der äthiopische Beschuldigte weiter auf sie einstach. vermutlich Eifersucht bzw. die Weigerung der Geschädigten Ein Zeuge hielt den Beschuldigten davon ab, weiter auf die den Beschuldigten zu heiraten. Geschädigte einzustechen, indem er dem Täter mehrmals mit einer Aktentasche gegen dessen Kopf und Oberkörper schlug. Daraufhin warf der Beschuldigte das Messer neben sich auf den Boden, ließ von der Verletzten ab und setzte sich auf eine Parkbank. Der Beschuldigte konnte durch eine Streife widerstandslos festgenommen werden. ▶
2.1.1.2 Straftaten gegen die sexuelle
Selbstbestimmung
Unter dem Begriff „Straftaten gegen die sexuelle Selbst- Neben diesen Änderungen wurden andere Tatbestände ausbestimmung“ werden unter anderem die Vergewaltigung, geweitet bzw. modifiziert, um bisher straflose Handlungen zu sexuelle Nötigung, sexuelle Missbrauchshandlungen, der sanktionieren, Stichwort („Nein heißt Nein“). Menschenhandel und exhibitionistische Handlungen erfasst. Im Zuge der Rechtsänderung wurden zum 01.01.2017 unter Diese sind im Jahr 2017 stark angestiegen. Mit einem Plus von anderem die PKS-Deliktsschlüssel der Sexuellen Belästigung 253 stieg die Fallzahl im Vorjahresvergleich um +30,3 %. (§ 184i StGB) und des Sexuellen Übergriffs (§ 177 StGB) neu eingeführt. Dadurch fand eine deutliche Verschiebung vom Ursächlich hierfür ist unter anderen eine umfangreiche Novel- Tatbestand der Beleidigung auf sexueller Grundlage, die lierung des Sexualstrafrechts. Durch das fünfzigste Gesetz zur bislang statistisch nicht zu den „Straftaten gegen die sexuelle Änderung des Strafgesetzbuches - Verbesserung des Schutzes Selbstbestimmung“ gezählt wurden, zu den neuen Delikten der sexuellen Selbstbestimmung vom 04.11.2016 - wurden des Sexuellen Übergriffs und der Sexuellen Belästigung statt. z. B. Tathandlungen, die bisher lediglich den Tatbestand der Beleidigung erfüllten, neu geschaffenen Tatbeständen im Bereich der Sexualstraftaten zugeordnet. ▶
In der Deliktsgruppe 110000 (Straftaten gegen die sexu elle Fallbeispiel: Selbstbestimmung unter Gewaltanwendung) stiegen die Die 18-jährige irakische Geschädigte war seit einer Woche zu Fallzahlen im Berichtsjahr 2017 um +232 Fälle oder +99,6 % Besuch in der Wohnung des 25-jährigen Beschuldigten. In an. Insbesondere die neu eingeführten Delikte der Sexuellen der Nacht vom 26.10.2017 zum 27.10.2017 konsumierte man Belästigung (+180 Fälle) und des Sexuellen Übergriffs gemeinsam mit weiteren iranischen Bekannten Alkohol und (+78 Fälle) tragen zu diesem Anstieg maßgeblich bei. Drogen. Gegen 02:00 Uhr begaben sich die Geschädigte, der Beschuldigte sowie mehrere Personen aus dieser Gruppe zum Im Bereich der Beleidigung auf sexueller Grundlage, die Rothenburger Friedhof um dort weiter zu feiern. Im weiteren statistisch nicht zu den Sexualdelikten gezählt wird, wurden Verlauf trennten sich die Beschuldigten und die Geschädigte im vergangenen Jahr 188 Fälle erfasst und damit -232 Fälle von der Gruppe. bzw. -55,2 % weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang korrespondiert mit dem Anstieg durch die neuen Delikte Sexuelle Abseits dieser, jedoch noch auf dem Gelände des Fried hofes, Belästigung und Sexueller Übergriff (zusammen: +258 Fälle). kam es zu der Vergewaltigung der Geschädigten durch den iranischen Beschuldigten, wobei eine weitere 24-jährige Von den insgesamt 1.088 erfassten Sexualdelikten wurden 871 Beschuldigte die Geschädigte festhielt. aufgeklärt, was einen Anteil von 80,9 % ausmacht. Anschließend gingen sie wieder gemeinsam mit der Insgesamt wurden 712 Tatverdächtige (2016: 556) regis- Geschädigten in die Wohnung des Beschuld igten triert, davon 482 deutsche (2016: 384) und 230 Nichtdeutsche zurück, wo es in den frühen Morgen stunden zu (2016: 172). Unter den 230 nichtdeutschen Tatver dächtigen einer erneuten Vergewaltigung der Geschädigten kam. waren wiederum 96 Zuwanderer (2016: 66), deren Anteil Gegen 06.30 Uhr konnte diese schließlich aus der 13,5 % (2016: 11,9 %) an der Gesamtzahl der im Bereich der Wohnung fliehen und bei der Polizeiinspektion Rothen- Sexualdelikte erfassten Tatverdächtigen beträgt. burg Anzeige erstatten. Die beiden Beschuldigten konnten in der Wohnung festgenommen werden. Durch die Staats- In Mittelfranken wurden 2017 insgesamt 950 Opfer durch anwaltschaft wurde gegen beide Beschuldigte Haftan- Sexualstraftaten registriert, davon sind 87 % weiblich und trag gestellt. Der Ermittlungsrichter des AG Ansbach erließ 13 % männlich. 13,5 % der Opfer hatten eine familiäre Haftbefehl. Beziehung zum Tatverdächtigen, ca. 32,5 % hatten weitere Vorbeziehungen, wie z.B. in Freundeskreis und Beruf, etwa die Hälfte der Opfer hatte keinerlei Vorbeziehung zum Tatverdächtigen. ▶
2.1.1.3 Rohheitsdelikte
Im Regierungsbezirk Mittelfranken sanken die Fallzahlen Bei der vom Beschuldigten benutzten Waffe handelte es der Rohheitsdelikte von 15.278 auf 14.516 (-5 %). Hierfür ist sich um eine silberfarbene Faustfeuerwaffe der Marke Valtro überwiegend der Rückgang der Körperverletzungsdelikte um mit „PTB“-Zeichen und schwarzen Griffstück. Laut Zeugen- 634 Fälle (-5,4 %) ursächlich. Rückgänge sind in dieser angaben soll sich ein möglicher Mittäter vor der Bar aufge- Deliktsobergruppe jedoch auch bei den Tatbeständen halten habe, welcher jedoch vermutlich flüchtete. Die einge- Raub (-7,7 %), Nötigung (-3,0 %) und Bedrohung (-3,4 %) leitete Fahndung verlief ergebnislos. Die Staatsanwaltschaft fest zustellen. stellte Haftantrag gegen den Beschuldigten.
Die Aufklärungsquote liegt bei 90,6 % und ist mit der AQ aus dem Vorjahr identisch.
Fallbeispiel: Am 17.12.2017 betrat der maskierte 24-jährige Beschuldigte eine „Shisha-Bar“ in der Nürnberger Südstadt und forderte unter Vorhalt einer Schusswaffe die Herausgabe von Bargeld.
Hierbei betätigte er offenbar den Abzug der Waffe, worauf diese lediglich ein klickendes Geräusch von sich gab. Der Geschädigte nahm daraufhin an, dass die Waffe ungeladen sei und überwältigte mit einem weiteren Zeugen den Ukrainer. Er konnte bis zum Eintreffen der verständigten Streife festgehalten werden. ▶
2.1.1.4 Eigentumsdelikte
Erfreulich ist die Entwicklung bei den Diebstahlsdelikten. Im Jahr 2017 wurden in Mittelfranken ca. 50 schwere Hier sanken die Fallzahlen beinahe durchgängig in allen Diebstahlsdelikte aufgenommen, bei welchen Fahr zeuge Deliktsbereichen. So ist mit aktuell 27.825 registrierten der oben genannten drei Fahrzeugmarken entwendet Fällen ein Rückgang um 12,7 % (- 4.042 Delikte) zu ver zeichnen. wurden bzw. dies versucht wurde. Der statistische Ge- Die Aufklärungsquote (AQ) stieg im Vergleich zum Vorjahr um samtentwendungsschaden belief sich bei den Fahrzeugen der 3 Prozentpunkte auf 40,4 %. o.g. Marken im Jahr 2017 auf rund 3,3 Millionen Euro.
Der Rückgang bei den Eigentumsdelikten vollzieht sich Die Fahrzeugtypen BMW X5 waren mit insgesamt nun stetig seit mehreren Jahren. 2013 wurden noch 13 Entwendungen (davon zehn Fälle mit Keyless-Go) und 33.094 Delikte registriert. Dies bedeutet im Vergleich zum Audi Q5 mit zehn Entwendungen (davon acht mit Keyless-Go) aktuellen Jahr einen Rückgang um 15,9 %. überproportional betroffen.
Im Bereich des einfachen Diebstahls sanken die Fall zahlen Weiterhin kam es in den vergangenen Jahren immer wieder um 2.323 Fälle (-11,5 %), beim schweren Diebstahl um zu einer Häufung von Pkw-Aufbrüchen mit der Zielrichtung 1.719 Fälle (-14,8 %) und beim Fahrraddiebstahl um 889 Fälle festinstallierter Navigationssysteme. Die Tatorte verteilten (-17,2 %). sich sowohl auf die Fläche als auch auf den Ballungsraum Nürnberg/Fürth/Erlangen. Bei den Einbrüchen in Gaststätten messen wir einen Rückgang von 311 auf 205 Delikten (-34,1 %). Die jeweiligen Tatzeiträume erstreckten sich von mehreren Tagen bis hin zu einigen Wochen. Zwischen den Ebenfalls abnehmende Fallzahlen haben wir beim einzelnen „Serien“ gab es Unterbrechungen von mehreren Pkw-Diebstahl (-34 Fälle / -16,9 %). Monaten, in denen keine derartigen Pkw-Aufbrüche zur Anzeige gebracht wurden. Das Phänomen zieht sich über das gesamte In diesem Zusammenhang wird trotz der insge- Bundesgebiet und auch in das benachbarte Ausland. samt positiven Entwicklung auf die Komplettentwendungen von hochwertigen Kraftfahr zeugen, aus- Die Täter erbeuteten Navigationssysteme im Wert von gestattet mit sogenannten „Keyless-Go-Systemen“, mehreren Hunderttausend Euro. Der verursachte Sachinsbesondere der Marken Audi, BMW und Daimler hinge- schaden lag weit höher, da die Täter zwar professionell, wiesen. In diesem Deliktsbereich stiegen die Fallzahlen. ▶ jedoch auch äußerst brachial und rücksichtslos vorgingen. ▶
Neben den festinstallierten Navigationssystemen wurden Weitere DNATreffer überführten den Litauer als Täter vereinzelt auch weitere Fahrzeugteile, z.B. hochwertige zweier Serien im Januar 2017 in den Zuständigkeitsbereichen der Lenk räder, entwendet. In den meisten Fällen wurden u.a. KPI Würzburg und der KPI Ansbach. Haftbefehle wurden Fahr zeuge des Herstellers BMW angegangen. erwirkt.
Im Mai 2017 zeichnete sich erneut der Beginn einer Serie ab. Bis zum Ende des Monats Mai waren im Großraum Nürnberg sowie im Zuständigkeitsbereich der KPI Schwabach und der KPI Erlangen annähernd 50 Taten zu verzeichnen.
Hinweise aus der Bevölkerung erhärteten den Verdacht, dass von den Tätern ein Mietfahrzeug der Firma Hertz als Tatfahrzeug genutzt wurde. Umfangreiche Ermittlungs maßnahmen, u.a. bei der Firma Hertz, begründeten den Tatverdacht gegen einen litauischen Staatsangehörigen, worauf dessen Telekommunikation überwacht wurde. DNATreffer zur verfahrensgegenständlichen Serie be stätigten den Tatverdacht. ▶
Bei den Wohnungseinbruchdiebstählen hat sich zum Ende Die PKS-Zahlen spiegeln nun die Entwicklung wieder, die des Jahres 2017 der zunächst steigende Trend zu Beginn des sich in den Auswertungen des polizeilichen Fallbearbeitungs- Jahres in einen deutlichen Rückgang gewendet. ▶ systems (IGVP) schon seit dem Frühjahr 2017 abzeichnet.
Die Fallzahlen sinken 2017 beim Wohnungseinbruch um 8,9 % von 1.239 Fällen im Vorjahr auf aktuell 1.129 Fälle.
Besonders erwähnenswert ist die für dieses Delikt im bundesweiten Vergleich sehr hohe Aufklärungsquote von 26,8 %. ▶
Um den Deliktsbereich wirkungsvoll und nachhaltig Mehr als die Hälfte der Fälle ereignete sich im Ballungsbekämpfen zu können, wurde durch das Polizeipräsidium raum Nürnberg-Fürth-Erlangen. In den ländlichen Gebieten, Mittelfranken bereits im Jahr 2014 die „Besondere Aufbau- insbesondere im westlichen Mittelfranken ergab sich ein organisation Wohnraumeinbruchsdiebstahl“ (BAO WED) deutlicher Rückgang der Fallzahlen. gegründet.
Die nachfolgende Karte zeigt die geografische Tatortverteilung der Wohnungseinbrüche im Jahr 2017 im Regierungsbezirk Mittelfranken. ▶
Weiterhin wird (in München und in Mittelfranken) die Prognosesoftware „PRECOBS“ eingesetzt, zum einem als Hilfs mittel der täglichen Lageauswertung und zum anderen, um zur Bekämpfung des Phänomens eingesetzte Polizeikräfte gezielter steuern zu können.
Anzumerken ist, dass der Wohnungseinbruchdiebstahl von der Bevölkerung als besorgniserregendes Phänomen wahrgenommen wird. Die mit enormen Kräfteansatz sowohl präventive wie auch repressive polizeiliche Schwerpunktsetzung wird deshalb auch im Jahr 2018 fortgesetzt.
Fallbeispiel: Ende 2016 kam es in Nürnberg, überwiegend in den Bereichen Kettelersiedlung und Gartenstadt, zu einer umfangreichen Serie von Einbrüchen in Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser. Aufgrund von DNA-Treffern können mittlerweile mehrere der Taten einem aus Bosnien-Herzegowina stammenden Tatverdächtigen zugeordnet werden. ▶
Durch umfangreiche kriminalpolizeiliche Maßnahmen Nachdem aufgrund der Überwachungsmaßnahmen davon gelang es der BAO WED dem Tatverdächtigen weitere Tatorte auszugehen war, dass sich ein bisher nicht identifizierter Tatzuzuordnen. Darüber hinaus ergaben sich Hinweise auf eine verdächtiger absetzen will, erfolgte in den Abendstunden des Kontaktnummer, die einem in Nürnberg wohnenden 13.12.2017 der Zugriff. Hierbei wurden der Resident sowie Deutsch-Bosnier als möglichem „Residenten“ zugeordnet die zwei als Wohnungseinbrecher agierenden Tatverdächwerden konnte. tigen (bosnisch-herzegowinisch und serbisch) in Nürnberg fest genommen und am 14.12.2017 dem Ermittlungsrichter Nachdem sich dieser Verdacht durch die Mitteilung eines überstellt. aufmerksamen Baumarktdetektivs nach Einkauf von Tatwerkzeug erhärtet hatte, wurde ab Anfang November von der Dieser erließ Haftbefehle. Aus der aktuellen Serie werden BAO WED gegen den Verdächtigen operativen Maßnahmen den Tatverdächtigen nach derzeitigem Stand neun WED durchgeführt. Hierbei ergaben sich sehr schnell Hinweise auf zugerechnet. aktuelle WED durch aus Bosnien bzw. Serbien kommende Täter, denen ein sogenannter „Resident“ Wohnung bot, sie mit Logistik versorgte und sie sogar zu den Tatorten fuhr. ▶
2.1.1.5 Vermögens- Fälschungsdelikte
Zu den Vermögens- und Fälschungsdelikten werden unter Letztendlich werden die Geschädigten zur Abhebung anderen Betrugsdelikte, Untreue, Geld- und Wertzeichen- größerer Summen und Hinterlegung des Bargeldes, fälschung sowie die Urkundenfälschung gezählt. In diesen zusammen mit anderen Wertgegenständen, in Papiertonnen Deliktsbereichen ist erneut ein positiver Trend festzu- zur Abholung durch „Polizeibeamte“ vor dem Haus bewegt. stellen (-650 Fälle). Insbesondere beim Betrug zeigt sich ein Rückgang der Fallzahlen von 11.733 auf 11.083 (-5,5 %). Um dem Phänomen ganzheitlich und koordiniert entgegnen zu können, wurde beim KFD 2 Nürnberg, K 27, eine Lediglich im Bereich der Urkundenfälschung stiegen die Ermittlungskommission mit dem Arbeitsnamen EKO „110“ Delikte von 1.321 Fälle auf 1.718 Fälle (+30,1 %). Ursächlich gebildet und die Ermittlungen für alle mittelfränkischen Fälle für den Anstieg ist eine Häufung von Anzeigen durch das dort konzentriert. „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ im Zusammenhang mit der Vorlage von falschen Ausweisdokumenten im Asylverfahren.
Callcenterbetrug - „Falsche Polizeibeamte“
Seit August 2015 kommt es auch in Mittelfranken vermehrt zu dem bundesweiten Phänomen „Callcenterbetrug“. Mit Beginn des Jahres 2017 war im Zuständigkeitsbereich des Fallbeispiel: PP Mittelfranken eine signifikante Fallzahlensteigerung durch Am 27.12.2017 wurde im Rahmen verdeckter kriminal- Anrufe falscher Polizeibeamter gegenüber älteren Personen polizeilicher Maßnahmen bekannt, dass die 81-jährige feststellbar. Geschädigte von falschen Polizeibeamten angerufen wurde. Sie wurde aufgefordert, Bargeld vor die Haustüre zu legen. Sie In den hier bekannt gewordenen Fällen ist die Vorgehens weise folgte den Anweisungen des Anrufers und legte einen Geldder Täter durchwegs identisch, da sowohl die Gesprächsfüh- betrag von 30.000 Euro entsprechend bereit. Die folgenden rung/Gesprächsinhalte gegenüber den Geschädigten als auch Einsatzmaßnahmen führten zur Festnahme von zwei Tätern, die Anweisungen im Falle von Geldaushändigungen nahezu unmittelbar nach Abholung des hinterlegten Geldes. deckungsgleich sind. Konkret werden die Geschädigten mit der angezeigten Rufnummer „Ortsvorwahl + 110“ angerufen Bei der Durchsuchung der in Nürnberg lebenden Bes chuldigten und über die angebliche Täterfestnahme einer Einbrecher- (türkische und deutsch/rumänische Staatsangehörige) bande informiert. wurde dieser Geldbetrag zusammen mit weiteren 10.000 Euro Bargeld und 20 Krügerrandmünzen, ebenfalls von der Bei den Festgenommenen seien auf einem Zettel Name und Geschädigten stammend und bereits am Vormittag über- Anschrift der Geschädigten aufgefunden worden. Im weiteren geben, aufgefunden. Die Geschädigte wurde vor der Über- Gesprächsverlauf wird dann auf ein Zusammenwirken der gabe des Geldes und auch noch nach der Festnahme von dem Einbrecher mit Bankmitarbeitern hingewiesen, sodass die bislang unbekannten Anrufer über Stunden am Telefon dort deponierten Vermögenswerte nicht mehr sicher seien. ▶ gehalten und massiv bedrängt.
Die Staatsanwaltschaft stellte gegen die Beschuldigten Haftantrag.
2.1.1.6 Sachbeschädigung
Nach einem Anstieg der Sachbeschädigungen im Vorjahr konnte für das Jahr 2017 ein signifikanter Rückgang der Straftaten von 752 Fällen (-7,2 %) registriert werden. Die Auf klärungsquote stieg leicht um 0,9 Prozentpunkte.
Während die Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen um 165 Fälle (+4,2 %) anstiegen, sanken die Fallzahlen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen deutlich von 2.959 Fälle auf 2.379 Fälle (-19,6 %).
2.1.1.7 Aufenthaltsgesetz
Im Vergleichszeitraum stiegen die Verstöße gegen ausländerrechtliche Bestimmungen um 27,4 % (+ 935 Delikte).
Seit September 2016 werden alle ausländerrechtlichen Verstöße (ausgenommen im ersten Angriff festgestellter Sonderfälle) zentral über das bei der Polizeiinspektion Zirndorf angesiedelte sogenannte Massenimportverfahren erfasst.
Der vorgenannte Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass dieses Verfahren im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch nicht in dieser Form etabliert war und die Polizei von einem großen Teil der ausländerrechtlichen Verstöße keine Kenntnis erlangte.
Die Übermittlung der für das Anzeigeverfahren entsprechend erforderlichen Informationen erfolgt seither von Seiten der Zentralen Aufnahmeeinrichtung (ZAE) Zirndorf in elektronischer Form an die Polizeiinspektion Zirndorf.
2.1.1.8 Betäubungsmittelkriminalität
Im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität stiegen die Fall- Die Ursachen für einen Rauschgifttod sind selten an einem zahlen auf 7.746 (+277 Fälle / +3,7 %) und erreichen nunmehr bestimmten Einzelfaktor festzumachen. Meist ist es der ein Höchstniveau. Die Aufklärungsquote liegt bei 96,5 %. Kausalzusammenhang zwischen diversen Vorerkrankungen, Die Zunahme der Fallzahlen im Bereich der Rauschgiftdelikte einem schlechten Allgemeinzustand und die Verbindung mit zeigt immer eine besonders intensive polizeiliche proaktive Polytoxikomanie. Kontroll- und Ermittlungstätigkeit. Insgesamt war laut erstellten Gutachten vorwiegend der In Mittelfranken ist die Anzahl der Rauschgifttoten leicht Konsum von Heroin todesursächlich. Die Substanzen aus gestiegen. Im Vorjahr wurden 35 Rauschgifttote, im laufenden der Stoffgruppe der Benzodiazepine, zusammen mit dem Jahr 37 RG-Tote registriert. Das Niveau ist nach wie vor auf Beikonsum von Alkohol, wurden mitunter zusätzlich einem hohen Stand. Sechs der Rauschgifttoten verstarben im angeführt. ▶ öffentlichen Raum. ▶
Fallbeispiele: Beim Vollzug eines Haftbefehls gegen einen Täter in Im August 2017 gelang es der Kriminalpolizeiinspektion Fürth Hilpoltstein wegen versuchten Mordes im Bereich Fürth, durch verdeckte Ermittlungen, fünf Kilogramm Heroin sicherkonnten die Einsatzkräfte in der Wohnung größere Mengen an zustellen. Das Rauschgift stammte aus den Nieder landen Betäubungsmittel auffinden. und die Festnahme wurde durch Spezialkräfte auf einem mittelfränkischen Autohof durchgeführt. Die Tatverdächtigen Die Kriminalpolizeiinspektion Schwabach übernahm nachts reisten mit verschiedenen Fahrzeugen an. In einem der Pkw die Sachbearbeitung vor Ort. Es konnten insgesamt über war das Heroin in einem Reserverad versteckt. Während das vier Kilogramm Marihuana, 88 Gramm Kokain, 600 Ecstasy- Heroin aus dem aufgeschnittenen Reifen genommen wurde, Tabletten und 20 LSD Trips sichergestellt werden. erfolgte die Festnahme der drei Beschuldigten. Bereits in seiner Erstvernehmung benannte der Täter seinen Hintermann aus Brandenburg und belastete diesen mit Sie wurden am Folgetag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Lieferung von insgesamt 15 Kilogramm Marihuana, der gegen alle Tatverdächtige Haftbefehle erließ. 100 Gramm Kokain und 1000 Ecstasy-Tabletten.
Die Ermittlungen gegen den Hintermann dauern aktuell durch die dortige Dienststelle an. ▶
Ausgewählte Phänomenbereiche
2.1.2.1 Gewaltkriminalität
Die Gewaltkriminalität umfasst unter anderem folgende Im Bereich der Gewaltkriminalität wurden im Jahr 2017 Delikte: Straftaten gegen das Leben, Vergewaltigung und insgesamt 3.206 Fälle (-132 Fälle) verzeichnet. Ursächlich sexuelle Nötigung, Raubdelikte, Körperverletzung mit ist der Rückgang im Bereich der gefährlichen und schweren Todesfolge, gefährliche und schwere Körperverletzung, Körperverletzungsdelikte von 2.661 Fälle auf 2.529 Fälle. erpresserischen Menschenraub sowie Geiselnahme. ▶ Die Aufklärungsquote stieg von 83,3 % leicht auf 83,8 % an.
Gewalt gegen Polizeibeamte
Im Bereich des PP Mittelfranken wurden im Jahr 2017 Verglichen mit dem niedrigsten Wert im Jahr 2011 insgesamt 1.054 Delikte mit Gewalt gegen Polizeibeamte (830 Delikte) bedeutet dies einen Deliktszuwachs um 224 Fälle erfasst. Die Statistik beinhaltet sowohl Fälle mit körper- (+27,0 %). lichen, als auch solche mit verbalen Angriffen gegen die Beamten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden 54 Fälle Nur fünfzehn Fälle der 1.054 Delikte blieben ungeklärt und (+5,4 %) mehr erfasst. damit ohne Täterermittlung (2016: fünf ungeklärte Fälle).
Bereits im Vorjahr war der höchste Wert seit Die Chance, nach einem Angriff auf Polizeibeamte unerkannt Einführung des Lagebildes Gewalt gegen Polizeibeamte zu entkommen, ist demnach sehr gering. ▶ erreicht worden. Der weitere Anstieg im Jahr 2017 ist damit ein neuer Spitzenwert. ▶
Trotz der gestiegenen Fallzahlen sank die Zahl der ermittel- Insgesamt wurden 2.116 Polizeibeamte und damit zehn ten Tatverdächtigen leicht von 830 im Jahr 2016 auf 826 im Beamte (+0,5 %) mehr als im Jahr 2016 geschädigt. Jahr 2017. Dies sind vier Beschuldigte oder 0,5 % weniger als im Vorjahr. Die gesunkene Zahl an Tätern bei gleichzeitiger Die negative Deliktsentwicklung führte demnach nicht im Zunahme der Fallzahlen lässt den Rückschluss zu, dass gleichen Umfang zu höheren Geschädigtenzahlen. Aufeinzelne Beschuldigte für mehrere Angriffe verantwortlich grund der Opferzählung in der PKS ist aus der Statistik nicht waren. ersichtlich, ob darunter Beamte mehrfach geschädigt wurden.
War im Vergleich der Jahre 2016 mit dem Vorjahr 2015 die Der Großteil der betroffenen Beamten blieb bei den An- Anzahl der ausländischen Tatverdächtigen (TV) deutlich griffen unverletzt. Im Jahr 2016 hatte es im Vergleich zum gestiegen (2015: 145 ausländische TV - 2016: 221 ausländische Jahr 2015 eine deutliche Steigerung der Verletztenzahlen TV), so nahm deren Zahl im Jahr 2017 geringfügig um acht gegeben (2015: 287 verletzte Polizeibeamte - 2016: 379 verletz- Beschuldigte oder 3,6 % auf 213 ermittelte ausländische Tat- te Polizeibeamte). Dieser negative Trend setzte sich 2017 nicht verdächtige ab. Der Ausländeranteil sank damit einhergehend weiter fort - stattdessen kam es zu einer leichten Abnahme der leicht von 26,6 % auf 25,8 %. Zahl der tatsächlich verletzten Beamten auf insgesamt 368 Geschädigte (-11 Beamte oder -2,9 %). Auch im Jahr 2017 wurden die Taten vorwiegend durch Männer begangen - deren Anteil an den Tatverdächtigen Der Anteil der Verletzten an allen Geschädigten nahm damit lag bei 85,2 %. In absoluten Zahlen lag mit 704 ermittelten leicht auf 17,4 % ab (2016: 18,0 %). männlichen Beschuldigten deren Zahl aber geringfügig unter dem Vorjahreswert von 711 Tatverdächtigen. Bei den Frauen gab es dagegen eine kleine Zunahme der Personenzahl - so wurden 122 (119) weibliche Beschuldigte ermittelt.
Damit stieg der Frauenanteil auf 14,8 %. Obgleich die Entwicklung in kleinen Schritten und auf sehr niedrigem Niveau verläuft, ist seit Jahren eine zahlenmäßig und anteilig stärkere Tatbeteiligung von Frauen zu beobachten (2011: 86 Frauen - Anteil: 12,0 %). ▶
Im Jahr 2017 wurden zwei Versuchsfälle des Totschlags und Aus diesem Grund ist die Deliktsverteilung innerhalb des zwei versuchte Mordfälle zur Statistik gemeldet. Bei einer Phänomenbereichs nicht mehr vollständig mit den Vorjahren der Taten wurde ein Polizeibeamter schwer verletzt. Sechs vergleichbar. weitere Beamte wurden bei Widerstandshandlungen und Körperverletzungen schwer verletzt und mussten stationär im Insgesamt geht die Deliktszunahme des Jahres 2017 Krankenhaus behandelt werden. vorwiegend auf die höhere Zahl von Beleidigungen zurück. Diese stiegen von 385 Delikten im Jahr 2016 um 58 Fälle oder Am 30.05.2017 traten mehrere Neuregelungen im StGB in 15,1 % auf insgesamt 443 Delikte im Jahr 2017. Kraft, die auch eine Auswirkung auf die Delikte des Phänomenbereichs Gewalt gegen Polizeibeamte hatten. So wurde Der Anteil der Beleidigungen an allen Taten stieg damit § 113 StGB „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ von 38,5 % im Jahr 2016 auf 42,0 % im Jahr 2017. Aufgrund modifiziert und ein neuer § 114 StGB „Tätlicher Angriff auf dieser Entwicklung sind die Beleidigungen wieder das häufigste Vollstreckungsbeamte“ eingeführt. ▶ Delikt des Phänomenbereichs. ▶
Aufgrund der beschriebenen Änderungen des StGB wurden ab Die Widerstandshandlungen nahmen dagegen um 46 Fälle Juni Delikte als „tätlicher Angriff auf Vollstreckungs beamte“ oder 33,3 % auf insgesamt 184 Vorgänge (2016: 138 Vorgänge) erfasst, die zuvor als Körperverletzung angezeigt worden zu. Die vollständige Vergleichbarkeit der Anteile innerhalb der wären. Deliktsbereiche wird erst wieder im Jahr 2020 möglich sein, wenn der Jahresbestand 2019 mit dem aus dem Jahr 2018 Da § 114 StGB erst ab 2018 in der bundesweiten PKS verglichen wird. ausgewiesen werden kann, wurden die in Bayern im Jahr 2017 in dieser Weise erfassten Delikte als § 113 StGB „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ gezählt. Dieser Umstand erklärt eine Deliktsabnahme bei den einfachen Körperverletzungen um 64 Vorgänge oder 16,3 % - statt 393 Fällen im Jahr 2016 wurden im Jahr 2017 insgesamt 329 Fälle zur Statistik gemeldet. ▶
Herausragender Fall: Im Juni 2017 sollte ein 25-Jähriger arbeitsloser Iraner im Im weiteren Verlauf gelang es dann, den Beschuldigten mit Rahmen eines Amtshilfeersuchens des Sozialamtes der Stadt Hilfe eines weiteren Asylbewerbers zu überwältigen. Der Schwabach aus seiner Wohnung verbracht werden. geschädigte Polizeibeamte musste aufgrund einer Schnittverletzung an der Hand zur operativen Behandlung und Der Mann war in den Jahren seit seiner Einreise nach statio nären Aufnahme ins Klinikum gebracht werden. Deutschland mehrfach wegen Körperverletzungen und Drogen de likten angezeigt worden. Zuerst weigerte sich der Der Ermittlungsrichter erließ einen Haftbefehl wegen ver- Beschul digte verbal und nahm dann plötzlich unvermittelt ein suchten Totschlags gegen den Täter. Messer auf, welches verdeckt unter einem Tisch lag und warf es in Richtung der Polizeibeamten.
Diese wurden hierbei knapp verfehlt. Bei der anschließenden Festnahme leistete der Beschuldigte derart heftig Widerstand, dass die Glasscheibe einer Tür der Wohnung zu Bruch ging. Der Beschuldigte nahm eine Glasscherbe auf und versuchte, einen der Polizeibeamten damit im Oberkörperbereich zu verletzten. Diesen Angriff konnte der Geschädigte abwehren. ▶
Häusliche Gewalt
Der Phänomenbereich ,,Häusliche Gewalt“ war mit über In Mittelfranken wurden ca. 35 Straftaten der Sexuellen 3400 bekanntgewordenen Fällen auch im Jahr 2017 eine Nötigung / Vergewaltigung angezeigt. Herausforderung für das Polizeipräsidium Mittelfranken. Hierbei handelt es sich um angezeigte Vorgänge von psychi- Verglichen mit 2016 blieb die Zahl der versuchten beziehungsscher und physischer Gewalt innerhalb von ehelichen oder weise vollendeten Tötungsdelikte mit zehn Fällen konstant. nichtehelichen Lebensgemeinschaften sowie wenn sie sich nach einer Trennung ereignen oder noch im direkten Bezug Ein Blick auf den Phänomenbereich zeigt, dass Häusliche zur früheren Lebensgemeinschaft stehen. Gewalt weiterhin hauptsächlich durch männliche Tatverdächtige mit über 80 Prozent begangen wird und die Opfer Mit der Anzahl der bekanntgewordenen 195 Fälle auf 100 000 in der Mehrzahl mit knapp 81 Prozent weiblich sind. Ebenso Einwohner (Häufigkeitszahl) trägt Mittelfranken maßgeblich wie im Vorjahr handelt es sich bei den Tatverdächtigen mit zur Erhellung des Dunkelfeldes bei und liegt weit über dem ungefähr 60 Prozent und bei den Geschädigten mit ungebayernweiten Durchschnitt von etwa 150 Fällen. fähr 66 Prozent um deutsche Staatsangehörige. Etwa jeder vierte Tatverdächtige Häuslicher Gewalt steht unter Die Fallzahlen sind mit ca. sieben Prozent leicht gestiegen, Alkohol einfluss, während bei den Opfern knapp 15 Prozent was auf eine erhöhte Anzeigebereitschaft zurückzuführen alkoholisiert waren. sein dürfte. Welche genauen Faktoren eine Rolle spielen, wurde bislang nicht untersucht. Die Brisanz der Partner-und Ex- Bemerkenswert ist auch der Umstand, dass bei mehr als Partnergewalt zeigt sich auch in der Deliktsqualität. ▶ einem Drittel der erfassten Fälle Kinder anwesend waren, und so, zumindest mittelbar, Gewalterfahrungen im Nahbereich erleben mussten. ▶
Auch die im Zusammenhang mit Häuslicher Gewalt er fassten über 60 Stalkingfälle bedürfen der Beachtung und bed ingen auch vor dem Hintergrund einer gesetzlichen Neuregelung des § 238 StGB im Jahr 2017 die Zusammenarbeit mit staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen.
2.1.2.2 Straßenkriminalität
Unter den Begriff der Straßenkriminalität fallen unter anderen Der Rückgang ist auf die sinkenden Fallzahlen bei den Sach- Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Diebstahls- beschädigungen, Diebstahls- und Körperverletzungsdelikten und Raubdelikte sowie Sexualdelikte, die sich im öffentlichen zurückzuführen. Raum zutragen oder sich dort fortsetzen.
Im Bereich des Regierungsbezirk Mittelfranken sanken die Fallzahlen signifikant von 17.501 Fälle auf 15.544 Fälle (-11,2 %). Die Aufklärungsquote (AQ) stieg um 1,8 Prozentpunkte auf 22,5 %. ▶
2.1.2.3 Cybercrime
Bei Cybercrime (häufig auch als Computerkriminalität Daneben unterstützen sie andere Kommissariate bei der bezeichnet) handelt es sich weniger um einen Delikts- als Bearbeitung von Delikten, bei denen das Internet lediglich als vielmehr um einen Phänomenereich. Tatmittel genutzt wird.
Zwar gibt es Tatbestände, die unter dem Begriff „Cyber crime Zur Unterstützung dieser neu eingerichteten Kommissariaim engeren Sinn“ klar zuordenbar sind. Hier sind in den te wurden im Jahr 2017 für das PP Mittelfranken insgesamt Tatbestandsmerkmalen selbst Elemente der Infor- sechs IT-Experten eingestellt, die innerhalb eines Jahres zu ma tionstechnologie enthalten, z. B. Ausspähen von sogenannten IT-Kriminalisten ausgebildet werden. Insgesamt Daten, Comp utersabotage. Daneben sind aber auch Straf- verfügt das PP Mittelfranken dann über zwölf IT-Experten, taten aus anderen Deliktsbereichen relevant, bei denen die die zugleich Polizeivollzugsbeamte sind und insbe sondere Infor mationstechnologie lediglich zur Planung, Vorbereitung bei technischen Fragestellungen in den Kommissariaten oder Ausführung der Tat einsetzt wird („Tatmittel Internet“). Cybercrime aber auch delikts- und kommissariatsübergreifend unterstützen. In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sind die Fallzahlen sowohl im Bereich der „Cybercrime im engeren Sinn“ als Gerade die Bearbeitung von Fällen, bei denen das „Interauch im Bereich „Tatmittel Internet“ gestiegen, wobei die Fall- net als Tatmittel“ eine Rolle spielt, stellen die Dienststellen zahlen der PKS für diesen Phänomenbereich schon wegen des PP Mittelfranken immer wieder vor große Heraus foreines zu vermutenden erheblichen Dunkelfeldes wenig Aus- derungen, weil eben nicht die spezialisierten Ermittler der sagekraft besitzen. Kommissariate Cybercrime die Bearbeitung übernehmen, sondern die deliktisch zuständigen Sachbearbeiter, z. B. aus Wenn die Täter aus dem Ausland agieren oder sich die dem Rauschgiftbereich. tatrelevante Hardware (z. B. Server) im Ausland befindet, fließt die Tat zudem derzeit nicht in die PKS ein. Anhand von zwei Beispielfällen kann dies verdeutlicht werden: Unabhängig von Fallzahlen gewinnt der Phänomenbereich Cybercrime mit voranschreitender Digitalisierung, insbe- Rauschgifthandel im Darknet sondere auch im Privatbereich, allgemein an Bedeutung im polizeilichen Alltag. Um den stetig wachsenden Fallzahlen Die Kriminalpolizeiinspektion Ansbach führte Mitte des Jahres und dem anspruchsvollen aber mittlerweile alltäglichen 2017 über mehrere Monate ein Ermittlungsverfahren wegen Umgang mit digitalen Spuren gerecht werden zu können, Rauschgifthandels, wobei die Bestellungen über das Darknet wurden im März 2017 bei allen Kriminalpolizeiinspektionen des abgewickelt und das Rauschgift mit der Post versendet wurde. PP Mittelfranken Kommissariate zur Bekämpfung der Cybercrime neu eingerichtet (neue K11). Im Juni 2017 wurde ein erstes Paket mit 1.450 g Amfetamin, 1.000 Ecstasy-Pillen und 100 g MDMA (Partydroge) in Diese neu eingerichteten Kommissariate bearbeiten in erster Gunzenhausen sichergestellt. Durch Ermittlungen in Linie Fälle der „Cybercrime im engeren Sinn“. ▶ enger Zusammenarbeit mit der Security der Deutschen Post konnten in der Folge weitere 200 Paketversendungen ▶
durch offensichtlich die gleiche Tätergruppierung festgestellt Die Rauschgiftermittler wurden in dieser Phase durch werden. Die entsprechenden Anhaltspunkte lieferten dabei einen IT-Kriminalisten unterstützt, der neben der Verfolgung die verwendeten Paketnummern. technischer Spuren auch die Funktion eines Dolmetschers übernahm, indem er den forensischen Bericht für die Nachdem festgestellt wurde, dass alle Pakete in Paket- Ermittler „übersetzte“. stationen in Nordrhein-Westfalen aufgegeben wurden, erfolgten aufwendige Observationen an den jeweiligen Ermittlungen i. Z. m. kinderpornografischen Schriften Aufgabe stellen. Kinderpornografische Schriften (Bilder) werden zunehmend In Kooperation mit Kräften aus Nordrhein-Westfalen und dem mittels Plattformen im Internet verbreitet. Beim Kriminal- Einsatz von Kameras an den Paketstationen gelang es, erste fachdezernat 1 Nürnberg wurden zwei Ermittlungsverfahren Hinweise auf die Täter zu erhalten. geführt, bei denen die P2P-Plattform GigaTribe Verwendung fand. P2P steht für Peer to Peer und bedeutet im übertragenen Es konnten in der Folge auch zwei Täter bei Einwürfen in die Sinn „Datenaustausch unter Freunden“. Postboxen festgestellt werden. Über die Observation gelang es, die Bunkerwohnung in Dortmund ausfindig zu machen. Die Festnahme der Täter sowie die Sicherung von weiteren 219 Postsendungen erfolgten durch bayerische Beamte.
Ein bereits sichergestelltes Paket sollte an einen bislang unbekannten Abnehmer in Gunzenhausen versandt werden. Hier erfolgte eine Scheinzustellung. Der nicht existente Adressat erschien mit einer Vollmacht und einem gefälschten, österreichischen Ausweis in der Poststelle und versuchte, das Paket abzuholen. Er war mit einem Pfefferspray bewaffnet. Der Täter konnte in der Poststelle festgenommen werden. Die Die Plattform wird im Internet wie folgt beworben: Folgeermittlungen ergaben, dass er im Darknet selbst als Verkäufer (Vendor) auftrat und mit Drogen verschiedenster Art „GigaTribe kennt keine Grenzen, weder in der Anzahl der handelte. In seinem ehemaligen Bauernhof wurden neben getauschten Dateien noch in deren Größe. Einzig die Ge- 1 kg Amfetamin und anderen Drogen auch eine Indoor- schwindigkeit Ihrer Online-Verbindung bestimmt über Anlage mit 87 Cannabis-Pflanzen und eine elektrische den Dateitausch. Außerdem können Sie festlegen, welche Tablettier maschine zur Herstellung von Ecstasy aufgefunden. Nutzer Sie zur Teilnahme an Ihrem P2P-Netzwerk einladen und darüber bestimmen, wer auf Ihre Dateien zugreifen darf. Speichermedien von ihm belegen über 1.000 Versendungsfälle über das Internet, die ihm gerichtsverwertbar nach- Jeder Nutzer baut sein eigenes Netzwerk auf, die anderen gewiesen werden können. Gegen ca. 700 Abnehmer bundes- Mitglieder sehen sich untereinander nur, wenn sie sich weit werden gesondert Anzeigen vorgelegt. ebenfalls gegenseitig eingeladen haben. Jederzeit können Mitglieder auch wieder vom Netz ausgeschlossen werden. Im Gesamtverfahren konnten annähernd 40 kg Amfetamin, Mit dem integrierten Instant Messenger können Sie während 30.000 Ecstasy, 6,5 kg MDMA, 1,2 kg Kokain und über 1.000 der Übertragung auch mit Ihren Freunden chatten.“ Vor dem LSD-Trips sichergestellt werden. Sechs Personen befinden Download der in der Einfachversion kostenlosen Software sich seither in Untersuchungshaft. wird der Nutzer noch darauf hingewiesen, dass die Software nicht für illegale Zwecke verwendet werden darf. Bis zur Festnahme der Täter reichten herkömmliche Ermittlungsmethoden aus. In der Folge ging es darum, den Neben dem Austausch von legalen Daten werden P2P-Netz- Tätern beweissicher nachzuweisen, dass sie persönlich im werke aber eben gerne auch zum strafbewährten Aus- Netz aktiv waren und für Tathandlungen verantwortlich sind. tausch von Musikdateien oder eben kinderpornografischen Schriften genutzt. Bei den Verfahren des Kriminalfachdezer- Der Auswertung von PCs, Smartphones und Datenträgern nates 1 wurde jeweils gegen den Inhaber mehrerer Accounts bei durch Forensiker kommt hier eine entscheidende Rolle GigaTribe wegen des Besitzes und Verbreitens von kinderporzu. Die Auswertung der tatrelevanten Hardware erfolgte in nografischen Schriften ermittelt. Die Täter standen dabei über diesem Fall aufgrund der Komplexität durch eine beauf- die Plattform in Kontakt mit anderen Tätern. Vorrangiges Ziel tragte externe Firma. Die Aufgabe des Forensikers ist da- der Ermittlungen war es, diese Täter zu identifizieren und bei aber lediglich die Sicherung und Darstellung der Daten. die Tathandlungen beweiskräftig zu sichern, was spezielles Aufgabe der Ermittler ist es, die tatrelevanten Daten auszu- IT-Fachwissen erforderte. werten und so aufzubereiten und evtl. mit anderen Maßnahmen beweiskräftig zu untermauern, dass der Tatvorwurf vor Gericht Ohne die Unterstützung von IT-Experten wäre die Bearbeitung unangreifbar ist. ▶ derartiger Fälle erschwert bzw. nicht möglich.
2.1.2.4 Politisch motivierte Kriminalität
Der Politisch motivierten Kriminalität werden neben den Der nachfolgende Bericht basiert auf der PMK-Statistik klassischen Staatsschutzdelikten, wie zum Beispiel §§ 86a, (kriminalpolizeilicher Meldedienst KPMD) des BLKA. 89a,b, 129a,b StGB, auch Delikte zugeordnet, bei denen in Würdigung der Tatumstände und/oder der Einstellung des Täters Entwicklungen, Schwerpunkte und herausragende Ereignisse Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine politische Motivation werden zusammenfassend dargestellt. für die Tatbegehung gegeben war. Demzufolge ist jedes Delikt, z.B. Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Beleidigung, aus einer politischen Motivation heraus begehbar.
Das Definitionsfeld der Politisch motivierten Kriminalität differenziert dabei zwischen den Phänomenbereichen „links“, „rechts“, „ausländische Ideologie“, „religiöse Ideologie“ und „nicht zuzuordnen“. ▶
Entwicklung der PMK - Gesamt
Im Berichtszeitraum 2017 waren 712 politisch motiv ierte im Berichtszeitraum 2017 auch auf die Bundestagswahl im Straftaten in Mittelfranken zu verzeichnen. Dies stellt im vergangenen Herbst zurückzuführen. Im Vorfeld der Wahl Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme um 9 Fälle bzw. 1,3 % kam es flächendeckend zu einer großen Anzahl von Sach bedar. Von den 712 Fällen sind 46 Straftaten der Delikts qualität schädigungen an- und Diebstählen von Wahlplakaten diverser der Gewaltstraftaten und eine Straftat der Deliktsqualität politischer Parteien. des Terrorismus zuzuordnen. Die Aufklärungsquote stieg im Berichtszeitraum geringfügig um 0,4 Prozentpunkte von Protestaktionen und Kundgebungen im Hinblick auf die 51,3 % auf 51,7 %. Flüchtlingsthematik nahmen stark ab. Dementsprechend kam es auch zu weniger Auseinandersetzungen linker und Die Anzahl der Politisch motivierten Kriminalität in Mittel- linksextremistischer Gruppierungen mit dem politischen franken verharrt im Berichtszeitraum 2017 auf konstant Gegner. hohem Niveau. Zeigten sich im Vorjahreszeitraum noch die Flüchtlingsthematik und die Einordnung der sog. Die Reichsbürgerthematik trug weiterhin zu dem hohen „Reichsbürger“ als politisch motivierte Straftäter als Gesamtniveau bei. maßgeblich für den Anstieg der Fallzahlen verantwortlich, so sind die Ursachen für das anhaltend hohe Niveau ▶
Entwicklung der PMK - Links
Im Phänomenbereich „Links“ wurden im Berichtszeitraum In diesem Zusammenhang sind auch die 25 registrierten 2017 insgesamt 196 Straftaten registriert. Die Fallzahlen Gewaltdelikte zu sehen. Die Gewaltbereitschaft gegenüber bewegen sich damit auf dem Niveau der Vorjahre (+1,6 %). Polizeibeamten ist weiterhin stark ausgeprägt und Von den 196 Fällen sind 25 Straftaten der Deliktsqualität der manifestiert sich in Körperverletzungs- und Widerstands - Gewaltstraftaten zuzuordnen. delikten.
Die Aufklärungsquote stieg im Berichtsjahr um 4,6 Prozent- Mit weiteren Solidaritätskundgebungen, insbesondere aber punkte von 32,1 % auf 36,7 %. auch mit Aktionen gegen Veranstaltungen und Ange hörige der Partei „Alternative für Deutschland“ im Vorfeld der Die linke Szene in Mittelfranken setzt sich aus einer breiten Bayerischen Landtagswahl 2018 ist zu rechnen. Basis nicht gewaltbereiter Personen und aus gewaltbereiten linksextremistischen / autonomen Aktivisten zusammen. Das Mobilisierungspotential innerhalb der gut vernetzten Szene beläuft sich auf mehrere hundert Personen. Politische Ereignisse und bundesweite Szeneaufrufe werden tagesaktuell aufgegriffen und im Rahmen eigenhändig geplanter Aktionen umgesetzt. Die grundsätzlichen Kernthemen linker Ideologie, nämlich Antifaschismus, Antirassismus, Antirepression, Antimilitarismus, Antikapitalismus, Antiglobalisierung, Sozialpolitik und Gentrifizierung blieben unverändert bestehen.
Zentrale Themenfelder der linken Szene in Mittel franken waren die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner „Rechts“, die Antirepression und die Gentrifizierung, insbesondere im Nürnberger Stadtteil Gostenhof.
Die Flüchtlings- und Asylthematik findet in der linken Szene aufgrund deren ideologischen Selbstverständnisses weiterhin Zuspruch und Unterstützung. Im Rahmen von Demonstrationen wurde insbesondere Solidarität mit politischen Gefangenen, durch Kriege betroffene Ethnien und von Abschiebung betroffener Asylbewerber bekundet. ▶
Entwicklung der PMK - Rechts
Im Phänomenbereich „Rechts“ wurden im Berichtszeit- Das Bundesverfassungsgericht hat mit Urteil vom 17. Januar raum 2017 insgesamt 337 Straftaten registriert. Dies stellt im 2017 keine Anhaltspunkte für eine erfolgreiche Durchsetzung Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 68 Fälle bzw. der verfassungsfeindlichen Ziele der NPD gesehen. Den- -16,8 % dar. Von den 337 Fällen sind 179 Propagandadelikte. noch hat die NPD in Mittelfranken weiterhin an politischer Acht Straftaten sind der Deliktsqualität der Gewaltstraftaten Bedeutung verloren. Im Berichtszeitraum 2017 fanden keine zuzuordnen. Letztere nahmen demnach um 13 Fälle bzw. um Aktionen der NPD in Mittelfranken statt. -61,9 % ab. Die Aufklärungsquote liegt nahezu unverändert bei 54,9 % (Vorjahr 55,1 %). Die Partei „Der III. Weg“ ist neben etlichen Veranstaltungen an Kriegerdenkmälern, u.a. im Rahmen eines bundesweiten Auch im Berichtszeitraum 2017 wurde innerhalb der rechten „Heimatvertriebenen-Aktionstags“, auch durch Flugblatt- Szene organisationübergreifend die Flüchtlings- und Asyl- verbreitungen und Kleiderspenden an Obdachlose in thematik als zentrales Thema aufgegriffen und im Rahmen Erscheinung getreten. von Demonstrationen und Flugblattverteilungen propagandistisch aufbereitet. Insgesamt hat die Anzahl rechter Demonstrationen im Vergleich zum Vorjahr jedoch deutlich abgenommen.
Im Berichtszeitraum kam es zu fünf Veranstaltungen der vom Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz als islamfeindlich eingestuften Organisation PEGIDA (Vorjahr 13), die Partei „Die Rechte“ hat 2017 an keinen demonstrativen Ereignissen in Mittelfranken teilgenommen (Vorjahr 8). ▶
Hasspostings
Weitere Agitationen der rechten Szene zeigten sich in der Der Rückgang der Fallzahlen im Phänomenbereich Rechts zunehmenden Verbreitung sogenannter „Hasspostings“ lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Zum einen und volksverhetzender Äußerungen über das Internet. Eine kam es durch das nachlassende Interesse rechter Organisatibesondere Aktivität im Bereich der Volksverhetzungen legte onen an öffentlichen Aktionen zu weniger versammlungsbedabei ein mehrfach verurteilter Rechtsextremist an den Tag. z ogenen Straftaten. Zum anderen war im Vorjahresvergleich ein Rückgang der Übergriffe auf Asylbewerberunterkünfte um Im Berichtszeitraum versandte dieser in insgesamt 50 Fällen 54% festzustellen. Zu beachten gilt es zudem, dass ca. 2/3 der E-Mails und Briefe mit volksverhetzendem Inhalt an Behörden Straftaten im Bereich der Volksverhetzungen sind auf eine und Medienvertreter. ▶ Einzelperson zurückzuführen (s.o.).
Entwicklung der PMK - ausländische Ideologie
Im Phänomenbereich „ausländische Ideologie“ wurden Insbesondere das Medya Volkshaus e.V. und im Berichtszeitraum 2017 insgesamt 14 Straftaten regist- andere pro-kurdische Organisationen verstärkten 2017 ihre riert. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme um politischen Aktivi täten. Thematische Schwerpunkte 20 Fälle bzw. -52,8% dar, obgleich es an dieser Stelle zu be- waren Freiheitsforderungen für diverse politische Gefangene, rücksichtigen gilt, dass religiös motivierte Straftaten seit 2017 Anti-Erdogan-Kundgebungen und der Krieg in Syrien. Diese Akin einem gesonderten Phänomenbereich geführt werden tionen wurden häufig durch pro-Erdogan eingestellte türkische (siehe rel. Ideologie). Gewaltstraftaten waren nicht zu Nationalkonservative gestört bzw. mit Gegenkundgebungen verzeichnen. bedacht.
In diesem Zusammenhang ist auch die Absenkung der Auf- Eine Entspannung bzw. Lösung multiethnischer Konflikte klärungsquote im Berichtsjahr um 47,9 Prozentpunkte von im Nahen Osten ist in naher Zukunft nicht zu erwarten. Die 76,5 % auf 28,6 % zu sehen (siehe rel. Ideologie). politische Lage in der Türkei bleibt unverändert. Vor diesem Hintergrund ist auch weiterhin mit der öffentlichen Die vorliegenden Straftaten sind in der Regel auf Meinungs- Thematisierung außerdeutscher Konflikte in Mittelfranken, äußerungsdelikte im Zusammenhang mit Veranstaltungen, ins be sondere in Nürnberg, zu rechnen. Teile der Linken und wie zum Beispiel dem Zeigen verbotener kurdischer Symbo- links extremistischen Szene treten dabei in unterstützender le, im Einzelfall auf Beleidigungen des politischen Gegners Tätigkeit auf. zurückzuführen.
Die Menschenrechtssituation in der Türkei und der türkisch-kurdische Konflikt im syrisch-türkischen Grenzgebiet hatten erhebliche Auswirkungen auf die Veranstaltungslage. ▶
Entwicklung der PMK - religiöse Ideologie
Der Phänomenbereich „religiöse Ideologie“ wurde 2017 Es besteht weiterhin eine erhöhte abstrakte Gefahr ausg ehend neu im Definitionsfeld der politisch motivierten Kriminalität von Einzelpersonen oder autonom agierender Gruppen, die eingeführt. Bislang wurden diesbezügliche Straftaten sich unter dem Einfluss der Propaganda des sogenannten statistisch im Phänomenbereich „ausländische Ideologie“ „Islamischen Staates (IS)“ und aus vermeintlich religiösen geführt. Im Berichtszeitraum 2017 waren insgesamt neun Straf- oder ideologischen Gründen zur Planung und Durchführung taten zu verzeichnen. Davon sind fünf dem Deliktsbereich der terroristischer Taten veranlasst oder gar verpflichtet fühlen. Gewaltstraftaten und eine dem Bereich Terrorismus zuzuordnen. Rückkehrer aus Kriegsgebieten stellen hier ein besonderes Risiko dar. Die Nutzung von einfach zu beschaffenden und Die Aufklärungsquote liegt bei 89 %. einzusetzenden Tatmitteln, vom Messer bis zum Lkw, hat weiter an Bedeutung gewonnen. Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten wirken sich unverändert negativ auf die Sicherheitslage in Deutschland, Bayern und Mittelfranken aus. Mit Beginn des Flüchtlingszustroms im Jahr 2015 und der damit einhergehenden, in weiten Teilen unkontrollierten Zuwanderung, stieg das Risiko terror istischer Anschläge signifikant an. ▶
Entwicklung der PMK - nicht zuzuordnen
Im Phänomenbereich „nicht zuzuordnen“ wurden im Das vorliegende Straftatenaufkommen ist nahezu vollständig Berichtszeitraum 2017 insgesamt 156 Straftaten regist- auf die sog. „Reichsbürgerbewegung“, welche 2017 besonders riert. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme um im Fokus der Behörden stand, zurückzuführen. 85 Fälle bzw. 119,7 % dar. Von den 156 Fällen sind acht Straftaten der Deliktsqualität der Gewaltstraftaten zu zu ordnen.
Die Aufklärungsquote sank im Berichtsjahr um 21 Prozentpunkte von 70,4 % auf 49,4 %. ▶
Reichsbürger/Selbstsverwalter
Die Ursprünge der sog. „Reichsbürgerbewegung“ reichen und nach eigener Auffassung damit nicht mehr den geltenden bis in das Jahr 1985 zurück. Seitdem traten deren Anhänger Gesetzen unterworfen seien. Die dafür genutzten Argumente insbesondere in den neuen Bundesländern in Erschei- sind jedoch im Wesentlichen deckungsgleich mit denen der nung und wurden häufig als „Querulanten“ oder „Spinner“ sog. „Reichsbürger.“ abgetan. In das Bewusstsein der Bayerischen Politik und Verwaltung trat die Bewegung, als im Oktober 2016 der sog. Anlässlich der Ereignisse im Oktober 2016 reagierte das „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ Wolfgang P. einen Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr Polizeibeamten durch mehrere Schüsse tödlich und zwei mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket auf das Phänoweitere schwer verletzte. men der sog. „Reichsbürgerbewegung“.
Sog. „Reichsbürger“ lehnen die Existenz der Bundes- In diesem Zusammenhang wurde sog. „Reichsbürgern“ u.a. republik Deutschland ab. Sie sprechen Politik, Justiz und die Zuverlässigkeit im Zusammenhang mit waffenrecht- Verwaltung die Legitimation ab und sehen sich als außerhalb lichen und anderen sicherheitsrelevanten Erlaubnissen der Rechtsordnung stehend an. Dabei bedienen sie sich unter- abgesprochen. In Folge dessen wurden umfangreiche schiedlicher Argumentationsmuster. Sie halten sich nach wie Maßnahmen zur Dunkelfeldaufhellung getroffen. Über ein vor für Bürger des Deutschen Reichs, welches lediglich hand- etabliertes Meldeschema wurden Erkenntnisse externer lungsunfähig sei. Vorrangiges Ziel ist demnach die Wiederher- Behörden und polizeiinterne Quellen zu einem Lagebild mit stellung der Handlungsfähigkeit des Deutschen Reichs. Fortschreibung erhoben und zusammengefasst.
Im Gegensatz zu den sog. „Reichsbürgern“ sind sog. „Selbst- In Mittelfranken wurden bis Ende 2017 insgesamt 577 verwalter“ Einzelpersonen, die nicht vom Weiterbestehen des Personen bekannt, welche der sog. „Reichsbürgerszene“ bzw. Deutschen Reiches überzeugt sind, sondern durch eine Erklä- den „Selbstverwaltern“ zuzurechnen sind. ▶ rung ihren „Austritt“ aus der Bundesrepublik mitteilen ▶
Davon waren 83 Personen Inhaber waffenrechtlicher Auch in diesen Fällen werden aktuell verwaltungs- Erlaubnisse. Die Anzahl der eingegangenen Hinweise lag mit rechtliche Widerrufsverfahren betrieben. Die Ermittentsprechender Belastung der Staatsschutzkommissariate lungen der KPI Schwabach, SOKO „Reichsbürger“, um ein Vielfaches höher. führten zur Anklage des Tatverdächtigen Wolfgang P., wegen Mordes. Am 23.10.2017 wurde der Angeklagte Die Anzahl der Inhaber waffenrechtlicher Erlaubnisse konnte Wolfgang P. durch das Landgericht Nürnberg wegen Mordes durch intensive Bemühungen und kooperative Zusammenar- und des zweifachen versuchten Mordes sowie gefährlicher beit von Kreisverwaltungsbehörden und Polizei auf nunmehr Körperver letzung zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil sieben reduziert werden. ▶ ist noch nicht rechtskräftig.
2.1.2.5 Organisierte Kriminalität
Kriminalitätsphänomen Rocker
Nach wie vor prägen die klassischen Outlaw Motorcycle Zum 16.03.2017 ist die Änderung im Vereinsgesetz in Kraft Gangs (OMCG) die Rockerlandschaft in Mittelfranken. Die getreten. Demnach besteht für verbotene Motorradclubs großen, international agierenden und als polizeilich relevant ein Kuttenverbot. Betroffen sind u.a. HAMC, GMC und der eingestuften Gruppen „Hells Angels MC“, „Bandidos MC“, Red Devils MC. Die Auswirkung aus dem Verbot ist, dass die „Gremium MC“ und „Outlaw MC“ einschließlich „Trust Mitglieder in der Öffentlichkeit nicht mehr wahrnehmbar sind. MC“ werden durch Supporter Motorradclubs unterstützt, welche als Zeichen der Zugehörigkeit die jeweiligen Clubfarben Im September 2017 wurde durch den GMC Konstanz gegen die tragen. Änderung eine Verfassungsbeschwerde eingelegt. Um eine obergerichtliche (Gegen-)Entscheidung zu erwirken, wurde Aufgrund der örtlichen Zuständigkeit wurde das Trust im Oktober 2017 eine Selbstanzeige durch den BMC Bochum MC Weißenburg und dessen Support-MC Iron Fist MC eingereicht. Die jeweiligen Ergebnisse stehen noch aus. Weißenburg in den Aufgabenbereich des PP Schwaben Nord übernommen, so dass in Mittelfranken im Jahr 2017 insge- In Mittelfranken konnte seit der Änderung kein Verstoß samt 9 OMCG-Chapter mit 103 Mitgliedern und 3 Suppor- festgestellt werden. ter-MC`s mit 22 Mitgliedern ansässig sind. Hinzu kommen 13 in Mittelfranken wohnende Personen, die bei OMCGs außer- Die beim Kommissariat 41 geführten Ermittlungsverfahren halb von Mittelfranken Mitglieder sind. stellen erneut die Notwendigkeit einer sehr personal- und zeitintensiven Umsetzung aller nach der StPO möglichen Die Ende 2016 neu gegründeten rockerähnlichen Maßnahmen zur Aufklärung von Straftaten im Rockermilieu Gruppierungen (United Tribuns Nürnberg, Osmanen dar. Gleichzeitig zeigt es die Erfordernis von permanenten Germania BC Franken, Guerilla Nation MC Nürnberg) fügten Strukturermittlungen um Zugehörigkeiten von Personen zu sich problemlos in die mittelfränkische Szene ein. Es konnten Gruppierungen im Phänomenbereich Rocker zu erkennen und keine Auseinandersetzung mit den bereits in Mittelfranken ggf. bei sich anbahnenden Streitigkeiten die erforderlichen bestehenden OMCG / MC festgestellt werden. Maßnahmen treffen zu können.
Allerdings gab es bei den United Tribuns Nürnberg interne Streitigkeiten, was zu einem Wechsel in der Führung sowie zu einer großen Fluktuation (z. Teil Austritt, z. Teil Übertritt nach Ingolstadt) der Mitglieder führte. Die Osmanen Germania BC verhielten sich sehr unauffällig. Auch die im Jahr 2016 in den Fokus geratene Präsenz in den sozialen Netzwerken konnte im Vorjahr nicht mehr festgestellt werden. ▶
Menschenhandel / Prostitution
Im Ballungsraum Nürnberg / Fürth / Erlangen sind Während in Fürth und in Erlangen die Umsetzung ausderzeit insgesamt 240 Objekte bekannt, in denen der schließlich durch das jeweilige Ordnungsamt erfolgt, hat Prostitution nachgegangen wird. Hierbei handelt es sich um sich Nürnberg als einzige Stadt in Bayern für eine Teilung der 211 Modellwohnungen, 11 Nachtclubs und 18 Bordellbetriebe Zuständigkeit zwischen Gesundheitsamt und Ordnungsamt an der Frauentormauer in Nürnberg. entschieden.
Im Bereich der FKK-Clubs kam es, zum einen wegen eines Der Verwaltungsaufwand, verbunden mit den ausführlichen laufenden Insolvenzverfahren gegen den Betreiber und zum Beratungsgesprächen, führt aktuell noch zu einem nicht anderen wegen Unwirtschaftlichkeit, zur Schließung zweier unerheblichen Bearbeitungsstau, mit der Folge, dass Etablissements in Nürnberg. viele Prostituierte lediglich über eine „vorläufige Bestätigung“ verfügen. Von den in der Prostitution arbeitenden Frauen beträgt der Anteil ausländischer Prostituierten 94,0 Prozent und ist so- Obwohl es vom Grundgedanken als Sozialgesetz und somit mit im Vorjahresvergleich um 1,3 Prozent gestiegen. Eben- im Bereich des Sozial- und Ordnungsrechtes angesiedelt ist, falls eine leicht zunehmende Tendenz ist im Bereich der bedurften Vorbereitung und Umsetzung des ProstSchG einer Prostituierten unter 21 Jahren zu verzeichnen, hingegen arbeits- und zeitintensiven Kooperation zwischen der Polizei, wurde kein Fall mit Beteiligung einer Minderjährigen Bauordnungsbehörden sowie Ordnungs- und Gesundheitsfestgestellt. ämtern.
Die Mehrzahl der Nichtdeutschen Frauen stammt aus den Die neuregulierten Straftatbestände Menschenhandel EU-Mitgliedsstaaten Rumänien, Ungarn und Bulgarien, wobei und Zwangsprostitution fanden bereits im zweiten Jahr Rumänien mit einem Anteil von fast 50 Prozent dominiert. Anwendung und entwickelten sich als zielführende Möglichkeit einer niederschwelligen Wie bereits im Vorjahr liegen keine Erkenntnisse vor, dass Verfahrensinitiierung. Eine Ver änderung im Bereich asylsuchende Frauen im Ballungsraum, insbesondere in den der Fallzahlen resultiert daraus jedoch nicht. Der Um- Asylbewerberunterkünften, der Prostitution nachgehen. stand, dass der von Zwang und Ausbeutung geprägte Charakter der Prostitutionssituation für Außenstehende Eine Frau aus Gambia und ein Mann aus Afghanistan nicht offenkundig sichtbar ist und sich die Opfer dessen nicht gaben im Rahmen ihrer Anhörung bei der BAMF an, auf ihrem bewusst sind, trägt dazu bei, dass sich die Fallzahlen im Fluchtweg im Ausland Opfer von Menschenhandel bzw. von Bereich Menschenhandel und Prostitution auf niedrigem sexuellen Übergriffen geworden zu sein. Das Bundes- Niveau bewegen. amt für Migration und Flüchtlinge meldete dem BLKA im vergangenen Jahr bundesweit 750 solcher Anzeigen, wobei Wenngleich diverse Faktoren, wie gemeinsames Umfeld von davon allein 350 in Bayern bearbeitet wurden. 90 Prozent der Täter und Opfer im Heimatland, die Zugehörigkeit zu einer vermeintlichen Opfer dieses neuen Phänomens, mit ethnischen Minderheit, Unkenntnis der Opfer hinsichtlich ansteigender Tendenz, sind weiblich und stammen aus ihrer Rechte, Angst vor Repressalien usw. die Aufhellung des Nigeria. Menschhandels massiv erschweren, wird er auch zukünftig polizeilicher Schwerpunkt bleiben. Am 01.07.2017 trat das neue Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) in Kraft. ▶
2.1.2.6 Prävention Neben Senioren standen im vergangen Jahr auch wieder
Kinder und Jugendliche im Zentrum der verhaltens- In der polizeilichen Kriminalprävention wird zwischen der orientierten Prävention. Die Gefahren im Internet wurden verhaltensorientierten und der sicherungstechnischen von Jugendbeamten der örtlichen Dienststellen, wie auch Prävention unterschieden, die im Wesentlichen auf die von den Mitarbeitern der Präventionsdienststelle Zeughaus Verhütung von Einbruchdiebstählen abzielt. Im Berichts- behandelt. Ebenso wurde der Missbrauch von illegalen jahr ließen sich 1.865 Bürger diesbezüglich beraten, um zu Drogen und anderen Substanzen angesprochen und erfahren, wie sie ihre Wohnung gegen unliebsame Besucher bildete einen wichtigen Bestandteil der Präventionsarbeit. sichern können. In der Regel genügen bereits einfache Mittel, Weitere Themen waren zum Beispiel Mobbing oder die Gewalt um den Tätern die Tat zu verleiden. an Schulen.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Täter einen Einbruchversuch meistens nach fünf Minuten abbrechen. Die Beratungen erfolgten zu Hause vor Ort, in den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen Mittelfrankens oder mobil mit den hierfür eigens angeschafften Präventionsfahrzeugen.
Zudem wurden im Rahmen einer konzertierten Aktion junge Beamte der Bereitschaftspolizei eingesetzt, um in Wohngeb ieten rund um Nürnberg persönliche Gespräche mit Anw ohnern zu führen. Gerade bei Dämmerungswohnungseinb rüchen ist die Polizei stark auf die Mithilfe der Bevölkerung durch aufmerksame Nachbarn angewiesen.
Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt der Präventionsdienststelle Zeughaus in Nürnberg bestand in den Maßnahmen zur Eindämmung von Betrugshandlungen durch „falsche Polizeibeamte“. Die Täter melden sich aus dem Ausland telefonisch bei Senioren und geben sich als Polizeib eamte aus.
Dabei verängstigen sie ihre Opfer derart, dass diese Bargeld und Wertsachen an gedungene Mittäter aushändigen. Abgesehen von der Tatsache, dass das Vertrauen in die Insgesamt wurden in der verhaltensorientierten Prävention Organisation der Polizei unterminiert wird, büßen die in Mittelfranken bei 968 Veranstaltungen 41.310 Personen betagten Mitbürger oftmals ihre gesamten Ersparnisse ein. ▶ angesprochen. Ein Highlight der Präventionsbemühungen gelang der KPI Ansbach, die zusammen mit den Landkreisen Ansbach, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sowie der Stadt Ansbach den „Revolution Train“ nach Westmittelfranken holen konnte.
Es handelt sich hierbei um eine interaktive Plattform zur Drogenprävention, die in sechs Eisenbahnwaggons den Weg in Sucht und Abhängigkeit beschreibt. An insgesamt neun Tagen, mit teilweise mehrtägigen Aufenthalten an den Bahnhöfen in Ansbach, Weißenburg, Gunzenhausen, Rothenburg/T., Dinkelsbühl und Neustadt/A., wurden ca. 3.500 Jugendliche sowie nahezu 1.000 Erwachsene durch den Zug begleitet. Moderiert wurden die Gruppen von Beamten der Kriminalpolizei Ansbach.
15 Jahre Coolrider – Sicherheit im öffentlichen Raum:
„Hinschauen statt Wegschauen“
In einem gemeinsamen Projekt des bayerischem Innen- Im Rahmen einer Feierstunde wurden sie zusammen mit ministeriums und der ÖPNV Akademie GmbH werden Schü- weiteren Coolridern aus anderen Regierungsb ezirken ler zu Fahrzeugbegleitern ausgebildet. Als sogenannte vom Schirmherrn des Projektes, Herrn Staatsminister „Coolrider“ schlichten sie im öffentlichen Nahverkehr Streit, Dr. Herrmann, für Ihr zivilgesellschaftliches Engagement verhindern Mobbing und dämmen Vandalismus ein. ausgezeichnet.
Seit 2002 werden Coolrider in Nürnberg in Kooperation mit der VAG und den Schulen von Jugendbeamten der Polizei ausgebildet. Im Jahr 2017 waren dies 542 junge Menschen, die sich alleine in Mittelfranken zu einem Coolrider ausbilden ließen. ▶
2.2 Kriminalitätslage der
Stadt Nürnberg
2.2 Kriminalitätslage der Stadt Nürnberg
PPPPPPPPPooooooooollllllllliiiiiiiiizzzzzzzzzeeeeeeeeeiiiiiiiiippppppppprrrrrrrrrääääääääässsssssssiiiiiiiiidddddddddiiiiiiiiiuuuuuuuuummmmmmmmm MMMMMMMMMiiiiiiiiitttttttttttttttttteeeeeeeeelllllllllfffffffffrrrrrrrrraaaaaaaaannnnnnnnnkkkkkkkkkeeeeeeeeennnnnnnnn ------- SSSSSSSiiiiiiiccccccchhhhhhheeeeeeerrrrrrrhhhhhhheeeeeeeiiiiiiitttttttsssssssbbbbbbbeeeeeeerrrrrrriiiiiiiccccccchhhhhhhttttttt 2222222000000011111117777777 -------
Personal
Mittelfranken: 4.925 Beschäftigte
Nürnberg: 1.937 Beschäftigte davon
Polizeivollzugsbeamte gesamt: 1.721 Beamte davon männlich: 1.349 Beamte davon weiblich: 372 Beamtinnen
Schutzpolizei: 1.051 Beamte davon männlich: 844 Beamte davon weiblich: 207 Beamtinnen
Verkehrspolizei mit (Wasserschutzpolizei): 188 Beamte davon männlich: 147 Beamte davon weiblich: 41 Beamtinnen
Kriminalpolizei: 482 Beamte davon männlich: 358 Beamte davon weiblich: 124 Beamtinnen
2.2.1 Gesamtentwicklung
In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) werden alle Nicht in der PKS enthalten sind Staatsschutzdelikte polizeilich erfassten Straftaten nach dem Strafgesetzbuch und (vgl. Sicherheitsbericht, Rubrik „PMK“, Ziffer 2.2.2.5) und dem Nebenstrafrecht, welche innerhalb eines Jahres bekannt Verkehrsdelikte. wurden, registriert und statistisch aufbereitet.
Die PKS bildet die Grundlage zur Betrachtung und Beobachtung der Kriminalitätsentwicklung insgesamt sowie auch einzelner Delikte bzw. Deliktsgruppen. ▶
In Nürnberg wurden im Jahr 2017 insgesamt 43.750 Bei der Betrachtung der registrierten Gesamtstraftaten ohne Straftaten in der PKS erfasst. Dies bedeutet einen Rückgang um ausländerrechtliche Verstöße ist der Rückgang von 45.992 2.944 Fälle (-6,3 %). Insbesondere sanken die Fall- Fälle auf 42.948 Fälle (-6,6 %) sogar noch etwas deutlicher. zahlen im Bereich der Eigentums- /Diebstahlskriminalität (-2.236 Fälle / -12,8 %).
Es wird vorsorglich darauf hingewiesen, dass die folgenden Fallzahlen, Häufigkeitszahlen sowie die Aufklärungsq uoten des Sicherheitsberichts 2017 ohne ausländerrechtliche Verstöße (PKS-Schlüssel *890000) dargestellt werden. ▶
2.2.2 Aufklärungsquote
Trotz Rückgang der Fallzahlen konnte durch konsequente und koordinierte Ermittlungsarbeit der K- und S-Dienststellen die Aufklärungsquote (AQ) um 3,0 Prozentpunkte auf 66,6 % ausgebaut werden. Dies ist der höchste Wert der letzten 15 Jahre. In Nürnberg werden damit zwei von drei Straftaten aufgeklärt.
2.2.3 Häufigkeitszahl
Die Häufigkeitszahl (HZ) ist die Zahl der bekannt ge wordenen Auch diese ist ohne ausländerrechtliche Verstöße berechnet. Fälle insgesamt oder auch innerhalb einzelner Delikts- In der Stadt Nürnberg sank die HZ im Vergleich zum Jahr 2016 arten, errechnet auf 100.000 Einwohner einer bestimmten von 9.018 auf 8.394 deutlich unter die „Schallmauer“ von Region. Sie ist ein Index der Kriminalitätsbelastung in Bezug zur 9.000. Einwohnerzahl und dient bundesweit als gebräuchlicher und griffiger Vergleichswert. ▶
2.2.4 Tatverdächtige
Tatverdächtig ist jeder, der nach dem polizeilichen Er- Somit wurden 340 TV weniger gezählt als im Vorjahr, was mittlungsergebnis zumindest hinreichend verdächtig ist, eine einem Minus von 1,7 % entspricht. Den größten Teil der TV rechtswidrige (Straf-)Tat begangen zu haben. Dazu zählen stellen die Erwachsenen (über 21 Jahre) mit 79,2 Prozent. auch Mittäter, Anstifter und Gehilfen. Der Wert sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 %. Im Jahr 2017 wurden in Nürnberg 20.066 Tatverdächtige (TV) ermittelt. Dies bedeutet einen Rückgang von 343 TV (-1,7 %).
Ohne Berücksichtigung der ausländerrechtlichen Verstöße, sank die Anzahl der Tatverdächtigen von 19.798 auf 19.458 (14.708 männlich / 4.750 weiblich). ▶
2.2.5 Jugendkriminalität
Im Bereich der Kinderdelinquenz ist ein Anstieg von 423 TV auf Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Anzahl der Straftaten, 480 TV (+13,5 %) zu verzeichnen. die unter Alkoholeinfluss begangen wurden nahezu gleich (-0,4 %). Eine langfristige Betrachtung der Entwicklung zeigt jedoch seit dem Jahr 2009 (824 TV) einen signifikanten Rückgang von Bei den Tatverdächtigen unter 21 Jahren messen wir hierbei insgesamt 41,7 %. einen leichten Rückgang von 0,8 %.
Die Anzahl der tatverdächtigen Jugendlichen (+1,4 %) sowie der tatverdächtigen Heranwachsenden (+1,9 %) ist im Vergleich zum Vorjahr fast identisch. ▶
Jugendliche Intensivtäter
Jugendlicher Intensivtäter ist weder eine Zuschreibung noch Die KFD 2, Kommissariat 22, betreute im Berichtsjahr ein Persönlichkeitsmerkmal. Unter diese Bezeichnung fallen 64 Personen unter 21 Jahre und „begleitete“ 20 weitere junge Menschen (bis zum 21. Lebensjahr), um die sich die Intensivtäter, die älter waren. Insgesamt waren die von Sicherheitsbehörden in einem hohen Maße kümmern. dem Fachkommissariat für jugendliche Intensivtäter Dies beinhaltet nicht nur eine konsequente Strafverfolgung, geführten Straftäter für 3.063 Straftaten verantwortlich sondern sieht auch diverse Unterstützungsmaßnahmen oder (Beschuldigteneigenschaft). die Vermittlung von Hilfsangeboten vor.
Im Jahr 2017 wurden in Mittelfranken 153 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende als jugendliche Intensivtäter geführt. 96 davon wohnen im Stadtgebiet Nürnberg. ▶
2.2.6 Kriminalität durch Nichtdeutsche
(ohne ausländerrechtliche Verstöße)
Nichtdeutsche TV sind Personen mit ausländischer oder Bei der Gruppe der Zuwanderer ergibt sich in dieser ungeklärter Staatsangehörigkeit sowie Staatenlose. Zeit spanne ein Anstieg von 368 auf 2.484 TV. Besonders markant war diese Entwicklung allerdings im Jahr 2015. Als Zuwanderer werden kriminalstatistisch bundesweit einheitlich diejenigen nichtdeutschen TV bezeichnet, bei Der Anteil der Zuwanderer an der Gesamtzahl der TV bedenen folgende Aufenthaltsgründe erfasst wurden: uner- trägt aktuell 12,8 %. Die Einwohnerzahlen der Zuwanderer laubter Aufenthalt, Asylbewerber, Kontingent- / Bürgerkriegs- werden von den Meldebehörden nicht gesondert erfasst, flüchtlinge, Duldung und international / national Schutz- sodass zu ihrem Bevölkerungsanteil und damit in den üblichen berechtigte sowie Asylberechtigte. Relationen innerhalb der gebräuchlichen Indexwerte keine exakte Aussage getroffen werden kann. Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen (TV) nahm im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 % ab. Der Anteil nicht deutscher Während bei den deutschen TV in den letzten acht Jahren ein TV an der Gesamtzahl der TV beträgt aktuell 44,6 %. Der Rückgang von mehr als 16 % eingetreten ist, wird dieser Trend Bevölkerungsanteil dieser Gruppe beträgt in Nürnberg bei den TV gesamt durch die beschriebene Steigerung bei den 20,9 %. Zuwanderer sind eine Teilmenge der Gruppe der nichtdeutschen TV, insbesondere den Zuwanderern, statisnichtdeutschen TV. Die Anzahl der nichtdeutschen TV stieg, mit tisch nahezu kompensiert. Die Gesamtzahl der TV in Nürnberg Ausnahme des aktuellen Jahres 2017, in den vergangenen stagniert seit 2010 auf einem Niveau von ca. 19.000. Jahren insgesamt kontinuierlich an, seit 2010 um 39,3 %. Der Anteil der deutschen TV an der Gesamtzahl der TV Bei der Betrachtung der nichtdeutschen TV ohne Zuwanderer beträgt 55,4 %. Der Bevölkerungsanteil der Deutschen beträgt ist festzustellen, dass die Anzahl seit 2010 lediglich um 6,1 % in Nürnberg 79,1 %. angestiegen ist. ▶
2.2.7 Kriminalität durch Zuwanderer
Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung relevanter Delikts- Beim Taschendiebstahl liegt die Fallzahl, trotz Anstieg, mit 20 bereiche in Nürnberg in den Jahren 2013 bis 2017 dar. Sie Fällen auf einem sehr niedrigen Niveau. Konkrete Ursachen zeigt jeweils die Anzahl der aufgeklärten Straftaten, an denen des Anstieges sind deshalb nicht verifizierbar. mindestens ein Zuwanderer beteiligt war. Fallzahlenrückgänge wurden bei den Körperverletzungen und Fallzahlensteigerungen zeigen sich bei den Rauschgift- den Ladendiebstählen registriert. delikten, den Fälschungsdelikten, den Taschendiebstählen und den Sexualdelikten. Hauptursache für den Anstieg bei den Der Anteil der Gesamtstraftaten durch Zuwanderer (ohne Sexualdelikten ist allerdings die Reform des Sexualstrafrechts ausländerrechtliche Delikte) an den Gesamtstraftaten in im Jahr 2016. Nähere Erläuterungen hier-zu siehe Ziffer 2.2.1.2. Nürnberg (geklärte Fälle) stieg von 11,4 % im Jahr 2016 auf 13,1 % im Jahr 2017. Der Anstieg bei den Fälschungsdelikten ergibt sich durch eine Vielzahl von Straftaten durch die Vorlage falscher Ausweispapiere im Asylverfahren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. ▶
Die folgende Übersicht gibt einen Überblick, an welchen 70 % der Tatorte befanden sich in öffentlichen Bereichen. Im Örtlichkeiten sich die Straftaten durch Zuwanderer ereig- Vergleich zeigt sich in Nürnberg, dass sich Straftaten durch neten. 30 % der Straftaten ereigneten sich demnach im nicht- Zuwanderer häufiger im öffentlichen Bereich zugetragen öffentlichen Bereich, z.B. in Asylbewerberunterkünften und haben, als im mittelfränkischem Durchschnitt (62 % der anderen Wohnungen. ▶ Tatorte im öffentlichen Raum).
2.2.8 Zuwanderer als Opfer von Straftaten
Im Jahr 2017 wurden in Nürnberg 704 Zuwanderer Opfer von Auch Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie häusliche Straftaten, davon 79 % männlich und 21 % weiblich. 82 % Be ziehungskonflikte werden zunehmend als auslösende dieser Personen waren Opfer von Körperverletzungsdelikten. Faktoren für Gewaltstraftaten erkannt.
Bei 404 Opfern (= 57 %) war der Tatverdächtige ebenfalls Anzumerken wäre, dass in der PKS Tatopfer nur bei sog. Zuwanderer. Der Schwerpunkt liegt weiterhin bei den Opferdelikten, wie Tötungsdelikten, Sexualstraftaten und Rohheitsdelikten, insbesondere den Körperverletzungen. Rohheitsdelikten ausgewiesen werden.
Streitigkeiten bis hin zur Anwendung von Gewalt ergaben sich aus ethnischen Konflikten oder wegen durchaus schwieriger Bedingungen bei der Unterbringung (z.B. räumliche Enge, fehlende Privatsphäre und Rückzugsräume). ▶
2.2.9 Reisende Täter
Wie die nachfolgende Grafik zeigt, war in den ver gangenen Dieser Wert blieb in den letzten Jahren relativ konstant etwa Jahren in Nürnberg nahezu jeder zweite nichtdeutsche auf diesem Niveau. Straftäter außerhalb der Stadt wohnhaft. ▶
2.2.10 Kriminalitätsopfer
Opfer sind natürliche Personen, gegen die sich eine mit Strafe Der Großteil der Kriminalitätsopfer sind Erwachsene über bedrohte Handlung unmittelbar gerichtet hat. 21 Jahre (6.351) mit einem männlichen Anteil von 65,2 %.
Im Jahr 2017 wurden in der Stadt Nürnberg insgesamt 8.108 Die Zahl der Heranwachsenden beträgt 767, der Jugendlichen Personen als Kriminalitätsopfer registriert. Im Vergleich zum 592 und der Kinder 398. Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von 485 (-5,5 %).
Hierbei ist zu erwähnen, dass die Opferzahlen in der PKS nur bei Straftaten gegen das Leben, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Raub- und Körperverletzungsdelikten, Nötigung und Bedrohung, Freiheitsberaubung sowie Widerstandshandlungen statistisch ausgewiesen werden. ▶
2.2.1.1 Straftaten gegen das Leben
Im Jahr 2017 wurden 49 Fälle von Straftaten gegen das Am 05.06.2017 wurde in einem anderen Anwesen eine Leben erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Prostituierte tot auf dem Bett liegend aufgefunden. Es Anstieg um 7 Fälle (+16,7 %). Die Aufklärungsquote (AQ) stieg wurden Anzeichen für einen gewaltsamen Tod festgestellt. um 2,8 Prozentpunkte auf 98,0 %. Wie im Vorjahr wurden dieses Jahr 13 Mordfälle zur PKS gemeldet. Beim Totschlag Wegen der nahezu identischen Auffindesituation sowie der messen wir eine Steigerung von 22 auf 25 Fälle. In den ermittelten Tatumstände war von einem Tatzusammenbeiden letztgenannten Deliktsbereichen klärte die Nürnberger hang auszugehen. Die aufgrund der beiden Fälle gegründete Kriminalpolizei alle Fälle (AQ von 100 %). „Soko Himmel“ konnte einen 21-jährigen Deutschen als Täter ermitteln. Seine DNA wurde an beiden Tatorten Fallbeispiel: ge sichert. Am 24.05.2017 wurde ein Brand in einer Wohnung mitgeteilt. Bei Eintreffen der Einsatzkräfte konnte starke Rauchent- Er wurde am 09.06.2017 in Nürnberg festgenommen. Nach wicklung aus einer Wohnung im sechsten Stockwerk des anfänglichem Leugnen legte er ein umfassendes Ge- Anwesens festgestellt werden. Im Zuge der Löscharbeiten ständnis ab. Die genaue Motivlage ist Gegenstand weiterer wurde durch die Feuerwehr im Schlafzimmer der Wohnung Er mittlungen. Der Beschuldigte wurde dem Ermittlungsr ichter eine weibliche Person tot aufgefunden. Die Frau lag mit vorgeführt, der Haftbefehl erließ und die Untersuchungshaft am Rücken gefesselten Händen auf dem Bett. Bei der Woh- anordnete. nung handelt es sich um eine von Prostituierten genutzte so genannte „Modelwohnung“. ▶
2.2.1.2 Straftaten gegen die sexuelle
Selbstbestimmung
Unter dem Begriff „Straftaten gegen die sexuelle Selbst- Dadurch fand eine deutliche Verschiebung vom Tatbestand bestimmung“ werden unter anderem die Vergewaltigung, der Beleidigung (auf sexueller Grundlage) zu den neuen sexuelle Nötigung, der Menschenhandel und exhibitionis- Delikten des Sexuellen Übergriffs und der Sexuellen tische Handlungen erfasst. Diese sind im Jahr 2017 stark Be läs tigung statt. angestiegen. Mit einem Plus von 103 Delikten stieg die Fallzahl im Vorjahresvergleich um +30,7 %. In der Deliktsgruppe 110000 (Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung unter Gewaltanwendung) stiegen die Ursächlich hierfür ist vor allem eine umfangreiche Fallzahlen im Berichtsjahr 2017 um +100 Fälle oder +101 % an. Novellierung des Sexualstrafrechts. Durch das fünfzigste Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuches - Verbesserung Insbesondere die neu eingeführten Delikte der Sexuellen des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung vom 04.11.2016 Belästigung (+83 Fälle) und des Sexuellen Übergriffs
- wurden z. B. Tathandlungen, die bisher lediglich den (+34 Fälle) tragen zu diesem Anstieg maßgeblich bei.
Tatbestand der Beleidigung erfüllten, den neu geschaffenen Tatbeständen im Bereich der Sexualstraftaten zugeordnet. Im Bereich der Beleidigung auf sexueller Grundlage, z.B. verbale Beleidigung mit sexuellem Bezug, die statistisch nicht Neben diesen Änderungen wurden Tatbestände wie bei der zu den Sexualdelikten gezählt wird, wurden im ver gangenen Vergewaltigung konkretisiert, um bisher straflose Handlungen Jahr 58 Fälle erfasst und damit -119 Fälle bzw. -67,2 % zu sanktionieren (Stichwort „Nein heißt Nein“). weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang korrespondiert mit dem Anstieg durch die neuen Delikte Sexuelle Belästigung und Im Zuge der Rechtsänderung wurden demnach zum Sexueller Übergriff (zusammen: +117 Fälle). 01.01.2017 unter anderem die PKS-Deliktsschlüssel der Sexuellen Be lästigung (§ 184i StGB) und des Sexuellen Übergriffs (§ 177 StGB) neu eingeführt. ▶
Von den insgesamt 438 erfassten Fällen wurden 322 10,5 % der Opfer hatten eine familiäre Beziehung zum Tataufgeklärt, was einen Anteil von 73,5 % ausmacht. verdächtigen, ca. 27,5 % hatten weitere Vorbeziehungen, wie z.B. in Freundeskreis und Beruf und etwa 58 % der Opfer hatte Insgesamt wurden 289 Tatverdächtige (2016: 207) re gistriert, keinerlei Vorbeziehung zum Tatverdächtigen. davon 179 deutsche (2016: 118) und 110 Nichtdeutsche (2016: 89). Unter den 110 nichtdeutschen Tatverdächtigen Von den insgesamt 438 Sexualstraftaten in Nürnberg waren wiederum 41 Zuwanderer (2016: 30), deren Anteil ereigneten sich 202 Fälle im öffentlichen Raum. Die nach- 14,2 % (2016: 14,5 %) an der Gesamtzahl der im Bereich der folgende Karte bietet eine Grobübersicht der hierbei Sexualdelikte erfassten Tatverdächtigen beträgt. In Nürnberg be troffenen Örtlichkeiten, welche, mit Ausnahme eines wurden 2017 insgesamt 387 Opfer durch Sexuals traftaten geografischen Schwerpunktes in der Innenstadt, relativ registriert, davon sind 87 % weiblich und 13 % männlich. ▶ gleichmäßig über das Stadtgebiet verstreut liegen.
Fallbeispiel: Von Jahresbeginn bis Ende April 2017 wurden die Sexual- Seitens der errichteten Ermittlungskommission wurden straftaten eines festgenommenen Rettungssanitäters aus die Filme ausgewertet, insgesamt 28 geschädigte Frauen dem Landkreis Fürth aufgearbeitet. Ausgehend von einer identifiziert und diese anschließend vernommen, wobei Anzeigeerstattung vom 01.09.2016, als zwei jungen Frauen das ihnen teilweise das Bildmaterial vorgeführt werden Ansinnen, sich für Studien der Friedrich-Alexander- musste, da sie sich selbst an die Taten nicht erinnern konnten. Universität Erlangen untersuchen zu lassen, verdächtig vorkam, waren entsprechende Ermittlungen getätigt worden. Dies führte zu äußerst belastenden Momenten für die Ge schädigten. Eine solche Studie gab es tatsächlich nie! Hierbei erhärtete sich der Verdacht, dass die Frauen, teilweise nach Die Bearbeitung durch die Sachbearbeiter erforderte dadem Ausfüllen von Einverständniserklärungen mit starken her ein hohes Maß an Empathie und Einfühlungsvermögen. Beruhigungsmitteln sediert und dann sexuelle Handlungen Die Staatsanwaltschaft erhob schließlich Anklage wegen an diesen vorgenommen wurden. Beim ermittelten Tatver- Vergewaltigung in mehr als 20 Fällen. dächtigen wurden anlässlich einer Wohnungsdurchsuchung eine Vielzahl von Speichermedien aufgefunden und bis Der Beschuldigte wurde Ende des Jahres 2017 zu einer zum Jahresende ausgewertet. Hierbei ergab sich, dass die Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Da sowohl die Frauen tatsächlich in einem hilflosen Zustand versetzt wurden Verteidigung als auch die Staats anwaltschaft Rechtsmittel und in diesem Zustand erhebliche sexuelle Handlungen an einlegten, ist dieses Urteil noch nicht rechtskräftig. ihnen vorgenommen wurden, welche über das erschlichene schriftliche Einverständnis hinausgingen. ▶
2.2.1.3 Rohheitsdelikte
In Nürnberg sanken die Fallzahlen der Rohheitsdelikte von Die einfache Körperverletzung sank von 4.142 auf 3.888 7.221 auf 6.752 (-6,5 %). Hierfür ist überwiegend der Rückgang Fälle (-6,1 %). Ebenfalls messen wir rückläufige Fallzahlen im der Körperverletzungsdelikte um 392 Fälle (-6,8 %) ursächlich. Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzung (-161 Fälle / -11,1 %). Rückgänge sind in dieser Deliktsobergruppe jedoch auch bei den Tatbeständen Raub (-0,3 %), Nötigung (-0,9 %) und Bedrohung (-10,3 %) festzustellen.
Erfreulich ist die Entwicklung beim Handtaschenraub (-5 Fälle / -31,3 %). Die Aufklärungsquote bei den Rohheitsdelikten liegt bei 87,4 % und ist mit der AQ aus dem Vorjahr nahezu identisch. ▶
Geografische Schwerpunkte der Raub- und Körperver- Aufgrund sichergestellter Lichtbilder konnte ein 25-jähriletzungsdelikte befinden sich in der Innenstadt, insbesondere ger Rumäne als Tatverdächtiger identifiziert werden. Bei in der Lorenzer Altstadt mit Hauptbahnhof und Königst or- seiner Vernehmung gab er zwei weitere Raubdelikte zu und passage (siehe Ziffer 3.1.4) sowie im Bereich Plärrer. benannte den Haupttäter. Bei diesem handelt es sich ebenfalls um einen 25-jährigen rumänischen Staatsangehörigen,
Fallbeispiel: der sich derzeit in Untersuchungshaft in der JVA Weiterstadt
Die 82-jährige Geschädigte befand sich am 20.07.2017 auf befindet. dem Nachhauseweg und wurde von den beiden zunächst UT verfolgt. Im weiteren Verlauf wurde sie von einem der UT von Im Rahmen der weiteren Sachbearbeitung gab er zu, hinten angegangen, am Arm festgehalten und ihr die Hals- mindestens zehn Taschendiebstähle (Geldbörsen aus Hosenkette gewaltsam vom Hals gerissen. Der zweite UT verhielt taschen) im Raum Nürnberg und Fürth begangen zu haben. sich währenddessen passiv. Die beiden flüchteten nach der Tat. Die Seniorin wurde bei dem Vorfall leicht verletzt. Sie fuhr im Vorfeld mit den beiden UT gemeinsam in der Straßenbahn der Linie 9. ▶
2.2.1.4 Eigentumsdelikte
Erfreulich ist die Entwicklung bei den Diebstahlsdelik- Die Pkw-Aufbrüche stiegen von 593 auf 710 Delikte (+19,7 %). ten. Hier sank die Fallzahl beinahe durchgängig. So ist mit Die Aufklärungsquote (AQ) konnte in diesem Bereich um aktuell 15.276 registrierten Delikten ein Rückgang um 12,8 % 4,6 Prozentpunkte auf 20,3 % erhöht werden. (- 2.236 Delikte) zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote (AQ) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozentpunkte auf Im Jahr 2016 kam es zu mehreren Serien von Pkw- 42,2 %. Im Bereich des einfachen Diebstahls sank die Fallzahl Aufbrüchen. Nach Abschluss der Ermittlungen im Jahr um 1.107 (-10,0 %) und beim schweren Diebstahl um 1.129 2017 konnten zwei unabhängig voneinander agierenden (-17,5 %). litauischen Tätergruppierungen Pkw-Aufbrüche zur Last gelegt werden. Beim Taschendiebstahl messen wir einen Rückgang von 56 auf 844 Fälle (-6,2 %) und beim Fahrraddieb- Einer Gruppe haben wir acht Fälle nachgewiesen. Der zweiten stahl um 711 Fälle (-24,6 %). Bei den Ladendiebstählen Gruppe legten wir 44 Fälle mit einem Gesamt entwendungsgibt es einen moderaten Anstieg um 90 Fälle (+2,0 %). schaden von ca. 93.000 Euro und einem Sachschaden in Höhe Die Kellereinbrüche sanken signifikant von 1.193 auf 786 von 170.000 Euro zur Last. Delikte (-34,1 %). Das ist der niedrigste Wert seit 2012! Diese Delikte wurden erst im Jahr 2017 zur Polizeilichen Der rückläufige Trend des Vorjahres Einbrüchen in Kriminalstatistik (PKS) gemeldet. Die Erfassung von Straf- Gewerbeobjekte setzt sich weiter fort. Im Stadtgebiet taten in der PKS erfolgt erst nach Abschluss der polizeilichen Nürnberg re gistrierten wir erneut einen Rückgang von 15,1 % Ermittlungen mit Auslauf an die Staatsanwaltschaft (Auslauf- (-152 Fälle). statistik), woraus sich im Einzelfall statistische Verzerrungen ergeben können. Bei den Einbrüchen in Gaststätten messen wir einen Rückgang von 175 auf 85 Delikte (-51,4 %).
Ebenfalls messen wir sinkende Fallzahlen beim Pkw-Diebstahl (-37 Fälle / -34,3 %). In diesem Zusammenhang wird auf die Komplettentwendungen von hochwertigen Kraftfahrzeugen, ausgestattet mit sogenannten Keyless-Go-Systemen hingewiesen (nähere Erläuterungen, siehe unter Ziffer 2.1.1.4). ▶
Entgegen der mittelfränkischen Entwicklung (-8,9 %) stiegen die Fallzahlen im Stadtgebiet Nürnberg beim Wohnungseinbruchdiebstahl (+29 Fälle / +5,4 %).
Die AQ stieg deutlich auf 22,5 % (+5,3 %) an.
Um den Deliktsbereich in ganz Mittelfranken wirkungsvoll Anzumerken ist, dass der Wohnungseinbruchdiebstahl von und nachhaltig bekämpfen zu können, wurde durch das der Bevölkerung als besorgniserregendes Phänomen wahr- Polizeipräsidium Mittelfranken bereits im Jahr 2014 die genommen wird. Die mit enormen Kräfteansatz sowohl „Besondere Aufbauorganisation Wohnraumeinbruchsdieb- präventive wie auch repressive polizeiliche Schwerpunktstahl“ (BAO WED) beim KFD 4 Nürnberg gegründet. setzung wird deshalb auch im Jahr 2018 fortgesetzt.
Weiterhin wird die Prognosesoftware „PRECOBS“ eingesetzt, zum einem als Hilfsmittel der täglichen Lageaus wertung und zum anderen, um zur Bekämpfung des Phänomens einge setzte Polizeikräfte gezielter steuern zu können. ▶
Fallbeispiel: Am 03.01.2017 hebelte der 33-jährige Beschuldigte die Er wurde im Anschluss in die JVA Nürnberg eingeliefert. Bei Terrassentür des Reihenhauses auf und betrat das An wesen. ihm wurden Aufbruchswerkzeuge, ein Funkgerät sowie eine Hier traf er auf die Geschädigte und flüchtete anschlie- geringe Menge Crystal aufgefunden und sichergestellt. ßend durch angrenzende Gärten. Er wurde kurze Zeit später von Fahndungskräften im Nahbereich festgenommen. Der Aufgrund der Begehungsweise und teilweise bereits vor- Beschuldigte wurde am 04.01.2017 beim AG Nürnberg vor- liegenden DNA-Gutachten konnte dem Beschuldigten eine geführt. Nach Eröffnung des Haftbefehls flüchtete der er auf Vielzahl von Einbrüchen in Wohnungen sowie Keller im dem Weg zu den Zellen durch ein Fenster. Zwei Tage später Bereich Nürnberg-Langwasser, Altenfurt, Fischbach, wurde der Beschuldigte am Plärrer bei einer Fahrschein- Mögeldorf und Zerzabelshof zur Last gelegt werden. kontrolle ohne gültigen Fahrausweis angetroffen. Ihm gelang abermals die Flucht, wobei ein Fahrkartenkontrolleur von ihm verletzt wurde.
Der Beschuldigte wurde am 08.03.2017 auf dem Dachboden seiner Meldeadresse angetroffen und konnte nach einem kurzen Fluchtversuch festgenommen werden. ▶
2.2.1.5 Vermögens- und Fälschungsdelikte
Zu den Vermögens- und Fälschungsdelikten werden In den hier bekannt gewordenen Fällen ist die Vorgehensw eise unter anderem Betrugsdelikte, Untreue, Geld- und Wert- der Täter durchwegs identisch, da sowohl die Gesprächszeichenfälschung sowie die Urkundenfälschung gezählt. Hier- führung/Gesprächsinhalte gegenüber den Geschädigten, als bei ist erneut ein positiver Trend festzustellen (-153 Fälle). auch die Anweisungen im Falle von Geldaushändigungen nahe- Insbesondere beim Warenkreditbetrug zeigt sich ein zu deckungsgleich sind. Konkret werden die Ge schädigten Rückgang der Fallzahlen von 1.634 auf 1.373 (-16,0 %). mit der angezeigten Rufnummer „Ortsvorwahl + 110“ angerufen und über die angebliche Täterfestnahme einer Hierbei nutzen die Täter zunehmend die Anonymität des Einbrecherbande informiert. Internets. Lediglich im Bereich der Urkundenfälschung stiegen die Delikte um 157 Fälle auf 730 Fälle (+27,4 %). Ur- Bei den Festgenommenen sei auf einem Zettel Name und sächlich für den Anstieg ist eine Häufung von Anzeigen durch das Anschrift der Geschädigten aufgefunden worden. Im weiteren „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ im Zusammen- Gesprächsverlauf wird dann auf ein Zusammenwirken der hang mit der Vorlage von falschen Ausweisdokumenten im Einbrecher mit Bankmitarbeitern hingewiesen, sodass die Asylverfahren. dort deponierten Vermögenswerte nicht mehr sicher seien. Letztendlich werden die Geschädigten zur Abhebung größe- Im Bereich der Betrugsdelikte messen wir stark steigen- rer Summen und Hinterlegung des Bargeldes, zusammen mit de Fallzahlen vor allem im Bereich des Callcenterbetrug - anderen Wertgegenständen, in Papiertonnen zur Abholung „Falsche Polizeibeamte“. Seit August 2015 kommt es auch durch „Polizeibeamte“ vor dem Haus bewegt. in Nürnberg vermehrt zu dem bundesweiten Phänomen „Callcenterbetrug“. Mit Beginn des Jahres 2017 war im Um dem Phänomen ganzheitlich angemessen entgegnen zu Zuständigkeitsbereich des PP Mittelfranken eine signifikante können, wurde beim KFD 2 Nürnberg, K 27, eine Ermittlungs- Fallzahlensteigerung durch Anrufe falscher Polizeibeamter kommission mit dem Arbeitsnamen EKO „110“ gebildet, die gegenüber Senioren feststellbar. ▶ die Ermittlungen in allen mittelfränkischen Fällen übernahm.
Fallbeispiel: Aus einer Telefonüberwachungsmaßnahme erlangte Umfangreiche polizeitaktische Maßnahmen, unter Eindie EKO „110“ Erkenntnisse über einen Anruf bei einem bindung des Opfers, führten am 24.10.2017 bei der fingierten 84-jährigen Senior. Zwei Anrufer gaben sich als Polizist Geldübergabe von 330.000 Euro zur Festnahme der beiden in und Staatsanwalt aus. Mitglieder einer Einbrecherbande Nürnberg lebenden „Abholer“ (türkischer und griechischer seien noch auf der Flucht und würden einen Einbruch bei dem Staatsangehöriger) auf frischer Tat. Geschädigten planen. Die Beschuldigten wurden dem Ermittlungsrichter vorgeführt, Er wurde aufgefordert, sich bei seiner Hausbank einen welcher Untersuchungshaft anordnete. hohen Geldbetrag auszahlen zu lassen. Das Opfer wurde über mehrere Tage hinweg massiv eingeschüchtert. ▶
2.2.1.6 Sachbeschädigung
Bei den Sachbeschädigungen messen wir einen Rückgang der Die örtlichen Brennpunkte der Sachbeschädigungen im Straftaten von 92 Fällen (-2,1 %). Die langfristige Betrachtung öffentlichen Raum befinden sich innerhalb der Stadtm auern, der Entwicklung zeigt seit dem Jahr 2009 einen Rückgang von insbesondere in der Nähe des Hauptbahnhofes und im insgesamt 27,4 %. Bereich „Gostenhof“.
Die Aufklärungsquote (AQ) sank vom Vorjahr um 2,2 Prozentpunkte auf 26,1 %. Während die Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen um 147 Fälle (+8,5 %) anstiegen, sanken die Fallzahlen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen von 1.115 Fälle auf 1.021 Fälle (-8,4 %). ▶
2.2.1.7 Aufenthaltsgesetz
Im Vergleichszeitraum ist bei Verstößen gegen aus- Der vorgenannte Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass länderrechtliche Bestimmungen eine Steigerung um 14,2 % dieses Verfahren im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch (+100 Delikte) zu verzeichnen. nicht in dieser Form etabliert war und die Polizei von einem großen Teil der ausländerrechtlichen Verstöße keine Kenntnis Seit September 2016 werden alle ausländerrechtlichen erlangte. Verstöße (ausgenommen im ersten Angriff festgestellter Sonderfälle, wie z. B. Schleusungssachverhalte) zentral über Die Übermittlung der für das Anzeigeverfahren entsprechend das bei der Polizeiinspektion Zirndorf angesiedelte soge- erforderlichen Informationen erfolgt seither vonseiten der nannte Massenimportverfahren erfasst. ▶ Zentralen Aufnahmeeinrichtung (ZAE) Zirndorf in elektronischer Form an die Polizeiinspektion Zirndorf.
2.2.1.8 Betäubungsmittelkriminalität
Entgegen der mittelfränkischen Entwicklung messen wir in Von den 3.313 Tatverdächtigen sind 1.203 nichtdeutsche TV Nürnberg einen Rückgang um 113 Delikte auf 4.461 Delikte und davon 501 tatverdächtige Zuwanderer (15,1 %). (-2,5 %). Die Aufklärungsquote liegt bei 96,0 %. ▶
Aus dieser Darstellung wird deutlich erkennbar, dass der Nachdem sich die Betäubungsmittelfälle im Jahr 2016 auf ein Schwerpunkt der Rauschgiftkriminalität im Bereich des Höchstniveau im 10 Jahresvergleich entwickelt hatten, lag die Hauptbahnhofes und der Königstorpassage (näheres siehe Gesamtzahl der im Jahr 2017 bearbeiteten Fälle auf einem Ziffer 3.1.4) sowie im erweiterten Bereich (Rathenauplatz / ähnlich hohen Niveau. Es ist lediglich ein leichter Rückgang Wöhrder Wiese sowie im näheren Bereich des Südausgangs von 2,5 % feststellbar. des Hauptbahnhofes (Nelson-Mandela-Platz / Südstadtpark und Celtispark / Aufseßplatz) stattfindet. ▶
Die Erhöhung der polizeilichen Präsenz an „neuralgischen“ Im Gegensatz dazu stiegen die Fallzahlen im Bereich der Örtlichkeiten der Stadt Nürnberg, beispielsweise dem Haupt- „harten Drogen“ deutlich. Während es bei den allgemeinen bahnhof und der Königstorpassage, sowie die Aufstellung der Verstößen mit Heroin keine merklichen Unterschiede gab, BAO Königstorpassage, führte zu einer Vielzahl von festge- stiegen die Handelsdelikte von 49 auf 140. stellten Verstößen nach dem Betäubungsmittelgesetz. Maßgeblichen Anteil hieran hat die beim Rauschgift- Nach jahrelangem, kontinuierlichem Anstieg der Anzeigen kommissariat eingerichtete EKO Perser. im Bereich „Neue psychoaktive Substanzen“ (NpS), meist in Form von sogenannten Kräutermischungen, konnte im Jahr 2017 ein starker Rückgang der Fallzahlen um 24,3 Prozent (von 1674 auf 1268) verzeichnet werden.
Kräutermischungen wurden im Jahr 2017 weiterhin als „sonstiges Betäubungsmittel“ nach dem BtMG erfasst und bilden in diesem Deliktsfeld den überwiegenden Anteil. Das im Jahr 2016 in Kraft getretene Neue-psychoaktive-Stoffe- Gesetz (NpSG) hatte keine Auswirkung auf die Fallzahlen, da hier eine nachgewiesene Handelstätigkeit sowie ein positives Wirkstoffgutachten erforderlich ist. Demnach wurden insgesamt nur fünf Anzeigen gegen das NpSG festgestellt. ▶
Des Weiteren ist auch ein deutlicher Anstieg bei den Ver- Im Vergleich aller Betäubungsmittelarten bleibt Cannastößen mit Kokain zu verzeichnen. Die Fallzahlen erhöhten bis, gefolgt von Kräutermischungen, nach wie vor die meist sich von 58 im Jahr 2016 auf insgesamt 84, was ein Plus von 31 konsumierte Drogenart. Verstöße mit Cannabis und Kräuter- Prozent bedeutet. Ein denkbarer Erklärungsansatz dürfte das mischungen haben einen Anteil von rund 70 Prozent an der Überangebot an südamerikanischem Kokain auf dem Gesamtbetäubungsmittelkriminalität. deutschen Markt sein. In Nürnberg ist die Anzahl der Rauschgifttoten leicht rück- Der Missbrauch von Methamphetamin (sogenanntes läufig. Im Vorjahr wurden zwanzig Rauschgifttote, im Jahr „Crystal“) ist wieder im Aufwärtstrend. Eine Trendwende, 2017 neunzehn RG-Tote registriert. Allerdings bleibt das die sich im Jahr 2016 andeutete, hat sich nicht verstetigt. Mit Niveau auf einem nach wie vor hohen Stand. Lediglich vier der der Erhöhung der Fallzahlen von rund 13 Prozent wurden die Rauschgifttoten verstarben im öffentlichen Raum. Höchstwerte der Jahre 2014 und 2015 jedoch unterschritten. ▶
Fallbeispiel: Im Rahmen von Ermittlungen wurden ein Durchsuchungs- Zudem wurden eine Feinwaage und ein Bündel mit neuen DVT beschluss sowie ein Haftbefehl für einen 23-jährigen (Druckverschlusstütchen) aufgefunden. italienischen Beschuldigten erlassen.
Im Rahmen der Wohnungsdurchsuchung in Nürnberg konnten zu einer bereits durch Aussagen vorliegenden Belastung über acht Kilogramm Marihuana weitere 1,2 Kilogramm Marihuana aufgefunden und sichergestellt werden. ▶
Ausgewählte Phänomenbereiche
2.2.2.1 Straßenkriminalität
Unter den Begriff der Straßenkriminalität fallen unter anderen Die Aufklärungsquote (AQ) stieg um 2,0 Prozentpunkte auf Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Diebstahls- 20,8 %. und Raubdelikte sowie Sexualdelikte, die sich im öffentlichen Raum zutragen oder sich dort fortsetzen. Der Rückgang ist auf die sinkenden Fallzahlen der Diebstahlsund Körperverletzungsdelikte zurückzuführen (siehe Ziffern Im Bereich der Stadt Nürnberg sanken die Fallzahlen 2.2.1.3 und 2.2.1.4). signi fikant von 8.736 Fälle auf 7.896 Fälle (-9,6 %). ▶
2.2.2.2 Videoüberwachung im Bereich des ÖPNV Nürnberg und Fürth (siehe Ziffer 3.1.6)
2.2.2.3 Schwerpunkt Königstorpassage/Hauptbahnhof (siehe Ziffer 3.1.4)
2.2.2.4 Cyber-Crime
Im Stadtgebiet Nürnberg ist das in den letzten Jahren Bestimmte Handlungsfelder, die einer gewissen Professipersonell immer wieder verstärkte Kommissariat 25 für die onalisierung bedürfen, wie beispielsweise Betrugsfälle im Bekämpfung der Cybercrime zuständig. Zusammenhang mit Kryptowährungen, werden zentral für ganz Mittelfranken beim Kommissariat 25 betreut (näheres Die Cybercrime-Ermittler werden schon seit Jahren von siehe Ziffer 2.1.2.3). er fahrenen IT-Experten, derzeit von insgesamt sechs sogenannten IT-Kriminalisten, unterstützt. ▶
2.2.2.5 Politisch motivierte Kriminalität
Nach einem starken Fallzahlenzuwachs der politisch mot i- Allerdings wurden 2017 aus diesem Phänomenbereich vierten Straftaten im Jahr 2016 blieb die Anzahl der Delikte erstmals Delikte der „Politisch motivierten Kriminalität in diesem Spektrum bis auf geringfügige Abweichungen auf religiöse Ideologie“ ausgegliedert und in einer eigenständigen einem gleichbleibend hohen Niveau. Deliktsgruppe erfasst.
Im Jahr 2016 waren insgesamt 365 Delikte zu verzeichnen, Dieser Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität - 2017 wurden 360 Delikte registriert, was einem minimalen religiöse Ideologie“ wies 2017 fünf Straftaten auf, d.h. 1,39 % Rückgang um 1,37 % entspricht. der Gesamtdelikte.
Eine leichte Zunahme war im „PMK-Bereich Links“ mit 3,62 %, Die Rubrik „Sonstige“, d.h. „Politisch motivierte Kriminalität – d.h. mit 143 Delikten in 2017 im Vergleich mit 138 Delikten im nicht zuzuordnen“, verzeichnete eine Steigerung von 17,39 %, Vorjahr zu konstatieren. d.h. von 23 Delikten in 2016 auf 27 Delikte in 2017.
Ein Rückgang um 0,57 %, d.h. von 175 Delikten in 2016 auf 174 Delikte in 2017, war im Bereich „PMK-Rechts“ zu verzeichnen. Der Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität ausländische Ideologie“ verzeichnete für 2017 einen Rückgang der Delikte von 29 auf 11. ▶
Fallbeispiel: Im Rahmen eines Amtshilfeersuchens der Regierung von Bei der Auseinandersetzung wurden 12 Beamte verletzt. Mittelfranken erfolgte am 31.05.2017 durch Polizei- Im weiteren Verlauf wurden 22 Ermittlungsverfahren gegen beamte der PI Nürnberg-Süd die Gewahrsamnahme eines beinahe ausschließlich polizeilich bekannte Personen aus afghanischen Staatsangehörigen in der Nürnberger Be- der linksextremistischen/autonomen Szene Nürnbergs rufsschule B 11, nachdem er an seiner Meldeadresse nicht eingeleitet. Einer der Linksautonomen wurde wegen mehranzutreffen war. facher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter Gefangenenbefreiung in Unter- Nach vorheriger Abstimmung mit der Schulleitung konnte suchungshaft genommen. Er wurde zwischenzeitlich die Person zunächst problemlos in Gewahrsam genommen rechtskräftig wegen der oben genannten Delikte zu zwei werden. Durch eine kleine Gruppe Mitschüler formierte sich Jahren Haft auf vier Jahren Bewährung verurteilt. daraufhin jedoch eine Spontanprotestaktion, von deren Teilnehmern ausgehend die Abfahrt des Streifenwagens Die Bearbeitung erfolgte beim Kriminalfachdezernat blockiert wurde. Diese Spontandemonstration, die von den 1 Nürnberg, Kommissariat 14 im Rahmen der Ermittlungsein gesetzten Beamten als Versammlung gewertet wurde, kommission „B 11“. weitete sich rasch mit in der Spitze bis zu 200 teilnehmenden Personen aus. Gegen einen Beschuldigten wurde seitens der StA Nürnberg-Fürth Anklage wegen Widerstand gegen Unter den Versammlungsteilnehmern befand sich ein Voll streckungsbeamte und Sachbeschädigung vor dem bedeutender Teil der hier bekannten linksextremistischen/ AG Nürnberg erhoben. Gegen alle anderen Beschuldigten autonomen Szene Nürnbergs. Trotz zunächst deeskalieren- ergingen Strafbefehle. Zwei Verfahren wurden zuständigder Vorgehensweise der eingesetzten Polizeibeamten, ließ keitshalber an andere Staatsanwaltschaften abgegeben. gerade diese Personengruppe die Demonstration gewalttätig eskalieren. Durch zwischenzeitlich anwesende Medienver- Seitens der Staatsanwaltschaft wird davon ausgegangen, treter sowie die Mitschüler der Berufsschule B 11 gewan- dass gegen die ergangenen Strafbefehle Einspruch eingelegt nen die Geschehnisse eine entsprechende Öffentlichkeits- wird, um somit eine öffentliche Verhandlung vor Gericht zu wirksamkeit, die sich vor allem durch die rasche Verbreitung erreichen. in digitalen/sozialen Medien innerhalb kurzer Zeit auch in der bundesweiten Berichterstattung spiegelte. ▶
2.3 Kriminalitätslage regional
76
2.3 Kriminalitätslage regional
2.3.1 Kriminalitätslage der Stadt Fürth
Zuständige Polizeidienststellen: PI Fürth KPI Fürth
In der Stadt Fürth ist die Gesamtzahl der Straftaten im Jahr 2017 erneut von 5.950 Fälle auf 5.802 Fälle gesunken (-2,5 %). Die Aufklärungsquote (AQ) konnte um 2,1 Prozentpunkte auf 67,8 % erhöht werden.
Die Häufigkeitszahl (HZ) als Gradmesser für die Kriminalitätsbelastung einer Kommune beträgt 4.627 (-3,4 %). Dieser Spitzen wert sichert der Stadt Fürth im Jahr 2017 erneut das Prädikat „sicherste Großstadt“ (über 100.000 Einwohner) in Bayern.
2.3.1. Kriminalitätsbericht der Stadt Fürth
Zuständige Polizeidienststellen:
PI Fürth
KPI Fürth
Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Auch beim Betrug messen wir rückläufige Zahlen Selbstbestimmung messen wir insbesondere bei (-6,4 %). Ursächlich hierfür sind der Waren- und der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung/Über- Warenkreditbetrug (-105 Fälle). Hierbei nutzen die griffe steigende Fallzahlen (+7 Fälle / 58,3 %). Ur- Täter die Anonymität des Internets. sächlich hierfür ist eine umfangreiche Novellierung des Sexualstrafrechts (nähere Erläuterungen siehe Bei der Betäubungsmittelkriminalität kam es zu unter Ziffer 2.1.1.2). einem Anstieg von 385 auf 438 Fälle.
Bei den Rohheitsdelikten messen wir entgegen In diesem Deliktsbereich werden Fallzahlen allerder mittelfränkischen Entwicklung steigende Fall- dings durch proaktives polizeiliches Kontrollverzahlen (+124 Fälle / +14,4 %). Hierfür ist unter halten wesentlich beeinflusst. Traditionell weisen anderem der Anstieg der Körperverletzungen um die Straftaten in diesem Kriminalitätsfeld deshalb 97 Fälle (+14,2 %) verantwortlich. auch eine sehr hohe AQ (97,98 %) auf.
Eine positive Entwicklung verzeichnen wir insbe- Erfreulich ist die Entwicklung bei der Straßensondere bei den Eigentumsdelikten. Der einfache kriminalität. Diese ging um 13,3 % auf 1.022 Fälle Diebstahl sank um 13,4 % (-177 Fälle), der schwere zurück. Diebstahl um 15,4 % (-139 Fälle). Erwähnenswert ist die Entwicklung bei den Fahrraddiebstählen, welche um 29,7 % (-127 Fälle) gesunken sind.
Beim Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) konnte ein Rückgang von 21 Fällen (-18,3 %) registriert werden. ▶
2.3.2 Kriminalitätslage der Stadt Erlangen
Zuständige Polizeidienststellen: PI Erlangen KPI Erlangen
In der Stadt Erlangen setzte sich erfreulicherweise der rückläufige Trend der letzten fünf Jahre weiter fort. Im Jahr 2017 gingen die Fallzahlen erneut um 6,6 % (-404 Fälle) zurück. Die Aufklärungsquote (AQ) ist entgegen des mittelfränkischen Trends um 1,0 Prozentpunkte gesunken.
Die Häufigkeitszahl (HZ) sank erneut auf einen Wert von 5.222 (-465 Fälle). Somit belegt die Stadt Erlangen im Vergleich mit den anderen bayerischen Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern erneut einen Spitzenplatz.
Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Beim Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) messen Selbstbestimmung messen wir, insbesonde- wir einen Rückgang von 19,6 % mit einer hervorre bei der Vergewaltigung und sexuellen Nöti- ragenden AQ (35,1 %). Im Jahr 2017 konnten zwei gung/Übergriffe, steigende Fallzahlen (+10 Fälle / voneinander unabhängig agierende Wohnungsein- 83,3 %). Ursächlich hierfür ist unter anderen die brecher festgenommen werden, denen aufgrund umfangreiche Novellierung des Sexualstrafrechts der kriminalpolizeilichen Ermittlungen der KPI im Jahr 2016 (nähere Erläuterungen siehe unter Erlangen jeweils mehrere weitere Wohnungsein- Ziffer 2.1.1.2). Ein weiterer Grund sind die Fallzah- brüche nachgewiesen werden konnten. Gegen die len der exhibitionistischen Handlungen die mar- Beschuldigten erließ der Ermittlungsrichter in kant von 3 auf 22 Delikte stiegen. Diese Zunahme beiden Fällen Haftbefehl. ist mit dem Auftreten von zwei bislang noch nicht ermittelten Serientätern begründet. Nach einem Anstieg im Jahr 2016, sind die Fallzahlen beim Fahrraddiebstahl im Jahr 2017 wieder Eine positive Entwicklung verzeichnen wir ins- rückläufig (-111 Fälle / -16 %). Die Aufklärungsbesondere bei den Rohheitsdelikten (-88 Fälle / quote liegt aktuell bei 13,1 %, sie ist im Vergleich -8,9 %). Diese beinhalten neben den Körperverlet- zum Vorjahr um 3,9 Prozentpunkte gesunken. zungen auch Straftaten wie Raub, Nötigung und Bedrohung. Im Bereich der Körperverletzungen Bei der Straßenkriminalität setzte sich der Abmessen wir einen Rückgang von 71 Fällen auf 725 wärtstrend der Vorjahre auch im Jahr 2017 weiter Fälle (-8,9 %). fort (-93 Fälle / -6,4 %). Ursächlich sind die positiven Entwicklungen der Fallzahlen in den Bereichen Erfreulich ist die Entwicklung bei den Eigentums- Körperverletzung sowie den Sachbeschädigungen delikten, die um 12,4 % zurückgegangen sind. Der im öffentlichen Raum. Weiterhin sanken die Delikte einfache Diebstahl sank um 9,7 %, der schwere im Bereich der Gewaltkriminalität von 198 Fälle auf Diebstahl um 16,9 %. ▶ 175 Fälle.
2.3.3 Kriminalitätslage der Stadt Schwabach
Zuständige Polizeidienststellen: PI Schwabach KPI Schwabach
Nach einem deutlichen Rückgang der Gesamtkriminalität von 10 % im Vorjahr blieben die Fallzahlen im Jahr 2017 nahezu unverändert (- 8 Fälle / -0,5 %). Die Aufklärungsquote (AQ) sank von 65,8 % auf 65,1 %.
Die Stadt Schwabach weist auch in diesem Jahr mit einem Wert von 4.112 die niedrigste Häufigkeitszahl im Vergleich der kreisfreien Städte in Mittelfranken auf.
Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls Selbstbestimmung wurde entgegen der mittel- ergaben sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu fränkischen Entwicklung und trotz der ander weitig identische Fallzahlen. Hier wurden lediglich zwei mehrfach erwähnten Novellierung des Sexual- Fälle mehr als im Vorjahr verübt. Die Aufklärungsstrafrechtes ein Rückgang der Delikte registriert quote beträgt in diesem Deliktssegment über- (- 4 Fälle / -23,5 %). durchschnittliche 31,1 %.
Der Rückgang der Körperverletzungen, Nötigung Bei der Betäubungsmittelkriminalität kam es zu und Bedrohung ist ursächlich für die sinkenden einem Anstieg von 117 auf 173 Fälle. In diesem Fallzahlen bei den Rohheitsdelikten (-36 Fälle / Deliktsbereich werden Fallzahlen allerdings durch -11,1 %). proaktives polizeiliches Kontrollverhalten wesentlich beeinflusst. Traditionell weisen die Straftaten Der einfache Diebstahl stieg um 25 Fälle auf 350 in diesem Kriminalitätsfeld deshalb auch eine sehr Fälle und der schwere Diebstahl um 19 Fälle auf hohe AQ (97,1 %) auf. 176 Fälle an. Bei den Fahrraddiebstählen messen wir eine Steigerung von 25 % (+27 Fälle). Abneh- Die Abwärtstendenz der Vorjahre bei der Straßenmende Fallzahlen haben wir bei den Einbrüchen kriminalität setzte sich auch im abgelaufenen Jahr in Firmen (-3 Delikte / -11,5 %). Sie ereigneten sich weiter fort. In diesem Bereich messen wir einen überwiegend in Gewerbegebieten im Stadtgebiet Rückgang von 50 Fällen (-13 %). Begründet ist die- Schwabach sowie in den Gemeinden Wendelstein se Entwicklung unter anderen mit den sinkenden und Rohr. Die Taten wurden über das gesamte Jahr Fallzahlen im Bereich der Sachbeschädigungen im 2017 verübt. ▶ öffentlichen Raum (-47 Fälle / -40,2 %).
2.3.4 Kriminalitätslage der Stadt Ansbach
Zuständige Polizeidienststellen: PI Ansbach KPI Ansbach
In der Stadt Ansbach sind für das Jahr 2017 insgesamt 3.179 Straftaten in der PKS erfasst. Dies entspricht einem Rückgang von 88 Fällen oder -2,7 %. Die Aufklärungs quote (AQ) liegt mit 70,9 % deutlich über dem mittelfränkischen Durchschnitt.
Die Häufigkeitszahl (HZ) als Gradmesser für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung beträgt hier 7.654 (-3,6 %).
Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbst- mittelfränkischen Durchschnitt liegt. Durch die bestimmung messen wir insbesondere bei der Ver- KPI Ansbach konnte im Bereich der Stadt Ansbach gewaltigung und sexuellen Nötigung/Übergriffe sowie übergreifend auf den Landkreis Neustadt steigende Fallzahlen (+10 Fälle / 333,3 %). Ursäch- a.d.Aisch-Bad Windsheim eine Einbruchserie mit lich hierfür ist unter anderen die Novellierung des zehn Einzelfällen geklärt werden. Zwei litauische Sexualstrafrechts im Jahr 2016 (nähere Erläuterun- Staatsangehörige wurden aufgrund von DNAgen siehe unter Ziffer 2.1.1.2). Spuren als Täter identifiziert.
Bei den Rohheitsdelikten liegt Ansbach im Beim Betrug sanken die Zahlen (-17,1 %). Ursächpositiven gesamtmittelfränkischen Trend. Hier kam lich hierfür sind die rückläufigen Fallzahlen im es zu einem Rückgang von 15,7 % (-119 Fälle), ins- Deliktsbereich des Waren- und Warenkreditbetrug besondere bei den Körperverletzungsdelikten mit um 63 Fälle. -13,7 %. Nach dem Rückgang von 23 % bei den Rausch- Während die Fallzahlen des einfachen Diebstahls giftdelikten im letzten Jahr sind die Fallzahlen um 110 Fälle (-15,9 %) sanken, stiegen die Fall- 2017 von 147 auf 246 Fälle angestiegen (+67,3 %). zahlen des schweren Diebstahls signifikant um 118 In diesem Deliktsbereich wird die Statistik aller- Fälle (+75,2 %). Ebenfalls stiegen die Fallzahlen dings durch proaktives polizeiliches Kontrollverbeim Pkw-Aufbruch um 21 Fälle (+190,9 %). Die halten wesentlich beeinflusst. Traditionell weisen Zunahme ist über das gesamte Jahr 2017 im Stadt- die Straftaten in diesem Kriminalitätsfeld deshalb gebiet Ansbach gleichmäßig verteilt. auch eine sehr hohe AQ (94,7 %) auf.
Besonders erwähnenswert sind die Fallzahlen Der starke Anstieg der Fallzahlen bei der Sachdes Wohnungseinbruchdiebstahls. Sie sanken um beschädigung im öffentlichen Raum ist unter 8 Fälle auf 11 Fälle. Erfreulich ist die für diesen anderen ursächlich für den Anstieg der Straßen- Deliktsbereich hervorragende Aufklärungs- kriminalität (+10,9 %). quote (AQ) von 63,6 %, die deutlich über dem ▶
2.3.5 Kriminalitätslage Landkreis Ansbach
Zuständige Polizeidienststellen: PI Ansbach PI Feuchtwangen PI Heilsbronn PI Rothenburg o.T. Tauber PI Dinkelsbühl KPI Ansbach
Die Gesamtzahl der Straftaten ist im Jahr 2017 deutlich von 6.063 Fälle auf 5.200 Fälle gesunken (-14,2 %). Die Aufklärungsquote (AQ) konnte um 1,8 Prozentpunkte auf 65,4 % verbessert werden.
Die Häufigkeitszahl (HZ) sank im Landkreis Ansbach von 3.344 deutlich auf 2.854.
Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Die Fallzahlen beim Ladendiebstahl sind allerdings Selbstbestimmung messen wir insbesondere bei stark durch das Engagement der Einzelhandelsder Vergewaltigung und sexuellen Nötigung/Über- unternehmen, insbesondere durch den Einsatz von griffe steigende Fallzahlen (+36 Fälle / 46,8 %). Ur- Ladendetektiven, beeinflusst. sächlich hierfür ist unter anderen die umfangreiche Novellierung des Sexualstrafrechts im Jahr 2016 Besonders erwähnenswert ist die Entwicklung (nähere Erläuterungen siehe unter Ziffer 2.1.1.2). beim Wohnungseinbruchdiebstahl (-34 Fälle / -32,1 %) sowie beim Pkw-Aufbruch (-93 Fälle / Der Rückgang bei den einfachen Körperver- -47 %). letzungen (-9,3 %) ist ursächlich für die leicht sinkenden Fallzahlen von 1.070 auf 1.047 Delikte bei Beim Betrug registrierten wir ebenfalls sinkende den Rohheitsdelikten. Die hohe Aufklärungsquote Fallzahlen um 169 Delikte auf 652 Fälle (-20,6 %). vom Vorjahr (92,1 %) konnte in diesem Deliktsbereich nochmals um zwei Prozentpunkte gesteigert Die Straßenkriminalität sank um 22 %. Grund für werden. den Rückgang in diesem Summenschlüssel sind unter anderen die einfache Körperverletzung Eine positive Entwicklung zeigt sich bei den Eigen- sowie die Sachbeschädigungen im öffentlichen tumsdelikten. Hier sanken die Fallzahlen beinahe Raum (-36,8 %). in allen Deliktsbereichen. Beim einfachen Diebstahl messen wir einen Rückgang der Delikte um 242 Fälle (-22,5 %) und beim schweren Diebstahl einen Rückgang 185 Fälle. Bei den Ladendiebstählen registrieren wir einen Rückgang von 17,0 %. ▶
2.3.6 Kriminalitätslage Landkreis Erlangen-Höchstadt
Zuständige Polizeidienststellen: PI Erlangen-Land PI Herzogenaurach PI Höchstadt a.d. Aisch KPI Erlangen
Im Landkreis Erlangen-Höchstadt sind für das Jahr 2017 insgesamt 3.617 Straftaten in der PKS erfasst. Dies entspricht einem Rückgang von 350 Fällen (-8,8 %). Gleichzeitig erhöhte sich die Aufklärungsquote (AQ) deutlich um 4,4 Prozentpunkte auf 68,5 %.
Der Wert der Häufigkeitszahl (HZ) konnte als Gradmesser für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung von 2.957 auf 2.686 gesenkt werden. Dies ist im Vergleich zu den übrigen Landkreisen in Mittelfranken ein hervorragender Wert.
Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle 43 Fälle (+72 %) an. Ursächlich für diesen Anstieg sind Selbstbestimmung wurde entgegen der mittel- unter anderem Fälle des sogenannten „Kirchenfränkischen Gesamtentwicklung und trotz der asyls“. Weiterhin häufen sich ausländerrecht liche Novellierung des Sexualstrafrechtes im Jahr 2016 Verstöße von georgischen Staatsangehörigen ein Rückgang der Delikte registriert (-6 Fälle / mit Wohnsitz in Bamberg, die hier besonders mit -11,1 %). Ladendiebstählen in Erscheinung treten und durch ihren Aufenthalt im Landkreis Erlangen-Höchstadt Erfreulich ist die Entwicklung beim Diebstahl. So zumeist auch gegen aufenthaltsrechtliche ist mit aktuell 1.091 Fällen ein Rückgang um 11,2 Beschränkungen verstoßen. % (-138 Delikte) zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote (AQ) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Bei den Rauschgiftdelikten kam es zu einem Prozentpunkte auf 40,9 %. Die Fallzahlen sinken signifikanten Rückgang von 321 auf 253 Delikte 2017 beim Wohnungseinbruch um 18,7 % von (-21,2 %). In diesem Deliktsbereich werden Fall- 75 Fällen im Vorjahr auf aktuell 61 Fälle. Bei den zahlen allerdings durch proaktives polizeiliches Firmeneinbrüchen messen wir einen Rückgang um Kontrollverhalten wesentlich beeinflusst. Traditio- 5 Delikte (-6,8 %). nell weisen die Straftaten in diesem Kriminalitätsfeld deshalb auch eine sehr hohe AQ (97,2 %) auf. Beim Betrug werden steigende Fallzahlen (+12,6 %), insbesondere beim Waren- und Nach einem Anstieg der Straßenkriminalität im Waren kreditbetrug (+57 Delikte), gemessen. Hierbei Vorjahr konnte für das Jahr 2017 ein Rückgang von nutzen die Täter unter anderen auch vermehrt die 100 Fällen (-13 %) registriert werden. Ursächlich für Anonymität des Internets. die Abnahme der Deliktszahlen sind unter anderen die Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum Die ausländerrechtlichen Verstöße im Land- (-65 Fälle / -29,7 %). kreis Erlangen-Höchstadt stiegen von 25 auf ▶
2.3.7 Kriminalitätslage Landkreis Fürth
Zuständige Polizeidienststellen: PI Stein PI Zirndorf KPI Fürth
Entgegen der mittelfränkischen Entwicklung stiegen die Gesamtstraftaten im Landkreis Fürth um 165 Fälle auf 2.831 Fälle (+6,2 %). Die Aufklärungsquote (AQ) stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 7,2 Prozentpunkte auf 71,2 %.
Trotz des Anstiegs der Fallzahlen erreichte die Häufigkeitszahl (HZ) mit einem Wert von 2.441 auch im Vergleich zu den übrigen Landkreisen in Mittelfranken einen Spitzenwert.
Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbst- von falschen Ausweisdokumenten im Asylverfahren. bestimmung messen wir insbesondere bei der Ver- Bei der Betäubungsmittelkriminalität kam es zu gewaltigung und sexuellen Nötigung/Übergriffe stei- einem Anstieg von 147 auf 184 Delikte (+25,2 %). In gende Fallzahlen (+5 Fälle / 45,5 %). Ursächlich hierfür diesem Deliktsbereich werden Fallzahlen allerdings ist unter anderen die umfangreiche Novellierung des durch proaktives polizeiliches Kontrollverhalten Sexualstrafrechts im Jahr 2016 (nähere Erläuterun- wesentlich beeinflusst. Traditionell weisen die Strafgen siehe unter Ziffer 2.1.1.2). taten in diesem Kriminalitätsfeld deshalb auch eine sehr hohe AQ (95,1 %) auf. Der Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) stieg deutlich um 39 auf 100 Fälle (+63,9 %), allerdings mit einer her- Nach einem deutlichen Anstieg der Straßenkriminavorragenden AQ von 52,0 % (+30,7 %). In Oberasbach lität im Vorjahr konnte im Jahr 2017 ein deutlicher kam es im Jahr 2017 zu zwei Serien mit insgesamt 50 Rückgang (-57 Fälle / -11,6 %) festgestellt werden. Delikten. Alle diese Fälle blieben im Versuchsstadium Ursächlich hierfür ist die Entwicklung bei den Sachstecken, 39 dieser Einbruchsversuche konnten in- beschädigungen an Kfz (-12,5 %) sowie den Sachbezwischen geklärt werden. schädigungen im öffentlichen Raum (-15,8 %).
Ebenfalls messen wir beim Pkw-Aufbruch einen Im Landkreis Fürth ist die Zahl der Straftaten gegen signifikanten Anstieg auf 47 Delikte. Die Zunahme ist das Aufenthaltsgesetz vergleichsweise hoch und im Landkreis Fürth zeitlich und örtlich relativ gleich- stieg im Jahr 2017 nochmals von 2.375 auf 3.078 mäßig verteilt. Eine valide kriminologische Ursache Fälle signifikant an. Dieser Umstand ist mit dem Sitz ist nicht zu erkennen. der Zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Zirndorf erklärbar. Hier werden viele Flüchtlinge Im Bereich der Urkundenfälschung stiegen die Delikte ersterfasst und dabei ausländerrechtliche Straft aten von 75 Fälle auf 299 Fälle (+298,7 %). Hiervon 257 Fälle festgestellt. Darüber hinaus fungiert die Polizei- (86 %) durch Zuwanderer begangen wurden. inspektion Zirndorf als mittelfränkische polizeiliche Zentralstelle für aufenthaltsrechtliche Verstöße im Ursächlich für den Anstieg ist eine Häufung von Anzei- Zusammenhang mit Einreise und Aufenthalt von gen im Jahr 2017 durch das „Bundesamt für Migration Flüchtlingen. und Flüchtlinge“ im Zusammenhang mit der Vorlage ▶
2.3.8 Kriminalitätslage Landkreis Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim
Zuständige Polizeidienststellen: PI Neustadt a.d. Aisch PI Bad Windsheim KPI Ansbach
Nach einem Anstieg der Gesamtkriminalität im Vorjahr konnte für das Jahr 2017 ein markanter Rückgang der Straftaten von 3.006 auf 2.754 Fälle (252 Fälle / -8,4 %) registriert werden. Die Aufklärungsquote (AQ) konnte deutlich von 62,6 % auf hervorragende 70,4 % erhöht werden.
Die Häufigkeitszahl (HZ) sank auf einen Wert von 2.773 (-8,9 %).
Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbst- Im Bereich des Landkreises Neustadt a.d.Aisch-Bad bestimmung messen wir, insbesondere bei der Ver- Windsheim sowie übergreifend auch im Stadtgebiet gewaltigung und sexuellen Nötigung/Übergriffe, Ansbach konnte eine Wohnungseinbruchserie mit steigende Fallzahlen (+7 Fälle / 233,3 %). Ursächlich 10 Fällen geklärt werden. Zwei litauische Staatshierfür ist unter anderen die umfangreiche Novel- angehörige wurden durch DNA-Spuren als Täter lierung des Sexualstrafrechts im Jahr 2016 (nähere identifiziert. Erläuterungen siehe unter Ziffer 2.1.1.2). Beim Betrug registrierten wir ebenfalls sinkende Die Fallzahlen bei den Rohheitsdelikten blieben im Fallzahlen um 68 Delikte auf 305 Fälle (-18,2 %). Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert (+1,3 %). Bei der Rauschgiftkriminalität registrieren wir einen Eine erfreuliche Entwicklung zeigt sich bei den Eigen- Anstieg um 89 Delikte (+68,5 %). In diesem Deliktsbetumsdelikten. Hier sanken die Fallzahlen beinahe in reich werden Fallzahlen allerdings durch proaktives allen Deliktsbereichen. Beim einfachen Diebstahl polizeiliches Kontrollverhalten wesentlich beeinmessen wir einen Rückgang der Delikte um 76 Fälle flusst. Traditionell weisen die Straftaten in diesem (-13,5 %) und beim schweren Diebstahl einen Rück- Kriminalitätsfeld deshalb auch eine sehr hohe AQ gang von 84 Fällen (-30,0 %). Bei den Ladendieb- (97,3 %) auf. stählen registrieren wir einen Rückgang von 19,9 % (-32 Delikte) und beim Fahrraddiebstahl von 23,5 %. Die ausländerrechtlichen Verstöße stiegen von 4 auf 16 Fälle. Besonders erwähnenswert ist die Entwicklung beim Wohnungseinbruchdiebstahl. Hier registrierten wir Nach einem markanten Anstieg der Straßenkriminaeinen Rückgang von 48 auf 22 Fälle (-54,2 %). Die lität im Vorjahr messen wir im Jahr 2017 einen deut- Aufklärungsquote (AQ) konnte durch die erfolgreiche lichen Rückgang (-121 Fälle / -21,9 %). Ursächlich hierkoordinierte Ermittlungsarbeit der KPI Ansbach im für ist die Entwicklung bei den Sachbeschädig ungen Rahmen der BAO WED des PP Mittelfranken von an Kfz (-29,7 %) sowie die Sachbeschädigungen im 27,1 % auf herausragende 63,6 % gesteigert werden. ▶ öffentlichen Raum (-19,0 %).
2.3.9 Kriminalitätslage Landkreis Nürnberger Land
Zuständige Polizeidienststellen: PI Altdorf PI Hersbruck PK Lauf a.d. Pegnitz KPI Schwabach
Nach dem Anstieg der Gesamtstraftaten im Vorjahr sind für das Jahr 2017 insgesamt 5.540 Straftaten in der PKS erfasst. Dies entspricht einem Rückgang von 549 Fällen oder -9,0 %. Die Aufklärungsquote (AQ) erhöhte sich erneut von 63,7 % auf 65,9 %.
Die Häufigkeitszahl (HZ) konnte im Landkreis Nürnberger Land von 3.632 auf 3.280 deutlich gesenkt werden.
Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Eine positive Entwicklung ergab sich auch beim Selbstbestimmung messen wir insbesondere bei Wohnungseinbruchdiebstahl. Hier wurden 92 der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung/Über- Fälle (-18,6 %) im Jahr 2017 registriert. Die Aufgriffe steigende Fallzahlen (+6 Fälle / 120,0 %). klärungsquote (AQ) stieg durch eine erfolgreiche Ursächlich hierfür ist unter anderen die umfang- Ermittlungsarbeit der KPI Schwabach von 15 % auf reiche Novellierung des Sexualstrafrechts im Jahr 23,9 %. 2016 (nähere Erläuterungen siehe unter Ziffer 2.1.1.2). Im Bereich der Straßenkriminalität messen wir einen signifikanten Rückgang um 277 auf 997 Erfreulich sind die Rückgänge beim einfachen Fälle (-21,7 %). Ursächlich sind unter anderen Diebstahl (-173 Fälle / -18,2 %), beim schweren gefährliche und schwere Körperverletzungen Diebstahl (-53 Fälle / -7,9 %) sowie beim Laden- (-22,7 %), Sachbeschädigungen an Kfz (-10,1 %) sodiebstahl (-17 Fälle / -10,1 %). Die Fallzahlen beim wie die Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum Ladendiebstahl sind allerdings stark durch das (-181 Fälle / -44,7 %). Die Gewaltkriminalität nahm Engagement der Einzelhandelsunternehmen, insgesamt betrachtet erfreulicherweise um 17,8 % insbesondere durch den Einsatz von Laden - ab. detek tiven, beeinflusst. ▶
2.3.10 Kriminalitätslage Landkreis Roth
Zuständige Polizeidienststellen: PI Hilpoltstein PI Roth PI Schwabach KPI Schwabach
Der rückläufige Trend des Vorjahres bei den Gesamtstraftaten setzt sich im Jahr 2017 fort. Im Landkreis Roth registrierten wir einen Rückgang von 3.714 auf 3.496 Fälle. Dies entspricht einem Rückgang von 218 Fällen oder -5,9 %. Die Aufklärungsquote (AQ) stieg um 5,7 Prozentpunkte auf 64,0 %.
Die Häufigkeitszahl (HZ) als Gradmesser für die Kriminalitätsbelastung eines Raumes beträgt hier 2.784 (-6,2 %).
Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbe- Polizeiinspektionen Hilpoltstein (-7 Fälle) und Roth stimmung verzeichneten wir einen Anstieg von (-14 Fälle) ein deutlicher Rückgang eingetreten. 11 Fällen (+32,4 %). Ursächlich hierfür ist unter anderen die umfangreiche Novellierung des Ein deutlicher Anstieg ist lediglich bei den Fahr- Sexualstrafrechts im Jahr 2016 (nähere Erläuter- raddiebstählen zu verzeichnen (+40 Fälle / ungen siehe unter Ziffer 2.1.1.2). +36,7 %). Die Zunahme ist im gesamten Landkreis Roth auffällig und relativ gleichmäßig zeitlich wie Die Fallzahlen bei den Rohheitsdelikten blieben im auch räumlich verteilt. Eine valide kriminologische Vergleich zum Jahr 2016 nahezu identisch (+1,8 %). Ursache ist nicht zu erkennen. Eine positive Entwicklung zeigt sich bei den Eigentumsdelikten. Hier sanken die Fallzahlen beinahe Bei den Vermögensdelikten registrieren wir rückin allen Deliktsgruppen. Beim einfachen Diebstahl läufige Zahlen (-11,7 %). Ursächlich hierfür ist der messen wir einen Rückgang von 12,7 % und beim der Betrug (-62 Fälle / -9,2 %) sowie der Warenschweren Diebstahl von 14,1 %. Bei den Pkw-Auf- kreditbetrug (-35 Fälle / -8,1 %). brüchen registrieren wir einen Rückgang von 54,3 % (57 Fälle). Ursächlich sind vor allem die Bei den ausländerrechtlichen Verstößen stiegen Rückgänge der Ladungsdiebstähle aus Lkw auf den die Fallzahlen von 35 auf 82 Delikte (+134,3 %). Autobahnparkplätzen entlang der BAB A 6 und der Die Steigerung ist zum Großteil auf Fälle des soge- BAB A 9. nannten (widerrechtlichen) Kirchenasyls zurück zuführen. Besonders erwähnenswert ist die positive Entwicklung beim Wohnungseinbruchdiebstahl. Die Straßenkriminalität sank um 68 Fälle auf Wir messen hier einen Rückgang um 27 Fälle 626 Fälle (-9,8 %). Dies ist weitgehend auf den Rück- (-40,3 %). Während die Fallzahlen im Schutzbereich gang der Sachbeschädigungen zurückzuführen. der PI Schwabach nahezu stagnieren, ist bei den ▶
2.3.11 Kriminalitätslage Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Zuständige Polizeidienststellen: PI Weißenburg PI Gunzenhausen PI Treuchtlingen KPI Ansbach
Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sind für das Jahr 2017 insgesamt 3.345 Straftaten in der PKS erfasst. Dies ergibt einen Anstieg von 62 Fällen (1,9 %). Die Aufklärungsquote (AQ) stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 7,9 Prozentpunkte auf 80,9 %. Im mittelfränkischen Vergleich ist diese AQ der absolute Spitzenwert.
Die Häufigkeitszahl (HZ) als Gradmesser für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung beträgt hier 3.559 (+1,2 %).
Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbst- Bei der Rauschgiftkriminalität messen wir einen bestimmung messen wir insbesondere bei der Ver- Anstieg um 95 Delikte (+64,6 %). Die Kriminalgewaltigung und sexuellen Nötigung/Übergriffe polizeiinspektion Ansbach konnte in Zusammensteigende Fallzahlen (+4 Fälle / 80 %). Ursächlich arbeit mit der PI Weißenburg durch gemeinsame hierfür ist unter anderen die umfangreiche Novel- Ermittlungsarbeit eine Vielzahl von Strafverfahren lierung des Sexualstrafrechts im Jahr 2016 (nähere erfolgreich abschließen. Erläuterungen siehe unter Ziffer 2.1.1.2). ,In diesem Deliktsbereich werden Fallzahlen aller- Auch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen dings durch proaktives polizeiliches Kontrollververzeichnen wir bei den Eigentumsdelikten eine halten wesentlich beeinflusst. Traditionell weisen positive Entwicklung. Ursächlich für die sinkenden die Straftaten in diesem Kriminalitätsfeld deshalb Fallzahlen des schweren Diebstahls (-16,2 %) ist auch eine sehr hohe AQ (98,3 %) auf. insbesondere der Wohnungseinbruch (-20 Fälle / -50,0 %). Die Aufklärungsquote (AQ) stieg in diesem Die Straßenkriminalität sank im Vergleich zum Bereich von 12,5 % auf sehr gute 35,0 %. Vorjahr von 476 auf 453 Fälle (-4,8 %).
Beim Betrug registrierten wir sinkende Fallzahlen von 409 auf 503 Delikte (+23,0 %). ▶
2.3.12 Gemeindevergleich 2017
| GEMEINDE | FÄLLE | GEKLÄRTE FÄLLE | EINWOHNERZAHL | HÄUFIGKEITSZAHL |
|---|---|---|---|---|
| Regierungsbezirk Mittelfranken | 86.149 | 57.798 | 1.750.059 | 4.923 |
| Ansbach | 3.179 | 2.254 | 41.532 | 7.654 |
| Erlangen | 5.757 | 3.508 | 110.238 | 5.222 |
| Fürth | 5.802 | 3.933 | 125.403 | 4.627 |
| Nürnberg | 42.948 | 28.585 | 511.628 | 8.394 |
| Schwabach | 1.674 | 1.090 | 40.707 | 4.112 |
| Lkr. Ansbach | 5.200 | 3.401 | 182.178 | 2.854 |
| Adelshofen | 10 | 8 | 956 | 1.046 |
| Arberg | 51 | 39 | 2.264 | 2.253 |
| Aurach | 263 | 106 | 2.947 | 8.924 |
| Bechhofen | 94 | 70 | 5.897 | 1.594 |
| Bruckberg | 23 | 20 | 1.391 | 1.653 |
| Buch a.Wald | 8 | 5 | 1.003 | 798 |
| Burgoberbach | 57 | 51 | 3.341 | 1.706 |
| Burk | 5 | 4 | 1.046 | 478 |
| Colmberg | 27 | 20 | 2.023 | 1.335 |
| Dentlein a.Forst | 41 | 28 | 2.357 | 1.739 |
| Diebach | 31 | 18 | 1.125 | 2.756 |
| Dietenhofen | 100 | 52 | 5.535 | 1.807 |
| Dinkelsbühl | 456 | 305 | 11.600 | 3.931 |
| Dombühl | 38 | 29 | 1.710 | 2.222 |
| Dürrwangen | 52 | 48 | 2.584 | 2.012 |
| Ehingen | 16 | 12 | 1.961 | 816 |
| Feuchtwangen | 437 | 283 | 12.287 | 3.557 |
| Flachslanden | 36 | 27 | 2.322 | 1.550 |
| Gebsattel | 26 | 12 | 1.726 | 1.506 |
| Gerolfingen | 24 | 19 | 952 | 2.521 |
| Geslau | 42 | 34 | 1.323 | 3.175 |
| Heilsbronn | 235 | 141 | 9.347 | 2.514 |
| Herrieden | 203 | 123 | 7.895 | 2.571 |
| Insingen | 16 | 14 | 1.172 | 1.365 |
| Langfurth | 19 | 12 | 2.080 | 913 |
| Lehrberg | 82 | 70 | 3.122 | 2.627 |
| Leutershausen | 92 | 61 | 5.578 | 1.649 |
| Lichtenau | 121 | 76 | 3.837 | 3.154 |
| Merkendorf | 85 | 66 | 2.938 | 2.893 |
| Mitteleschenbach | 16 | 11 | 1.606 | 996 |
| Mönchsroth | 39 | 30 | 1.584 | 2.462 |
| Neuendettelsau | 203 | 125 | 7.807 | 2.600 |
| Neusitz | 66 | 52 | 2.043 | 3.231 |
| Oberdachstetten | 34 | 26 | 1.600 | 2.125 |
| Ohrenbach | 116 | 80 | 615 | 18.862 |
| Ornbau | 47 | 34 | 1.646 | 2.855 |
| Petersaurach | 101 | 66 | 4.892 | 2.065 |
| Röckingen | 6 | 4 | 742 | 809 |
| Rothenburg ob der Tauber | 729 | 468 | 11.085 | 6.576 |
| GEMEINDE | FÄLLE | GEKLÄRTE FÄLLE | EINWOHNERZAHL | HÄUFIGKEITSZAHL |
|---|---|---|---|---|
| Rügland | 19 | 16 | 1.234 | 1.540 |
| Sachsen b.Ansbach | 107 | 70 | 3.433 | 3.117 |
| Schillingsfürst | 45 | 33 | 2.800 | 1.607 |
| Schnelldorf | 135 | 71 | 3.527 | 3.828 |
| Schopfloch | 62 | 48 | 2.960 | 2.095 |
| Steinsfeld | 44 | 35 | 1.215 | 3.621 |
| Unterschwaningen | 12 | 7 | 872 | 1.376 |
| Wassertrüdingen | 154 | 115 | 6.023 | 2.557 |
| Weidenbach | 43 | 15 | 2.218 | 1.939 |
| Weihenzell | 33 | 33 | 2.885 | 1.144 |
| Weiltingen | 12 | 9 | 1.381 | 869 |
| Wettringen | 10 | 8 | 1.016 | 984 |
| Wieseth | 11 | 5 | 1.330 | 827 |
| Wilburgstetten | 44 | 24 | 2.138 | 2.058 |
| Windelsbach | 11 | 4 | 1.066 | 1.032 |
| Windsbach | 132 | 77 | 6.076 | 2.172 |
| Wittelshofen | 92 | 71 | 1.248 | 7.372 |
| Wörnitz | 98 | 32 | 1.757 | 5.578 |
| Wolframs-Eschenbach | 89 | 79 | 3.060 | 2.908 |
| Lkr. Erlangen-Höchstadt | 3.617 | 2.476 | 134.640 | 2.686 |
| Adelsdorf | 161 | 110 | 7.561 | 2.129 |
| Aurachtal | 33 | 24 | 3.086 | 1.069 |
| Baiersdorf | 195 | 120 | 7.560 | 2.579 |
| Bubenreuth | 135 | 86 | 4.662 | 2.896 |
| Buckenhof | 66 | 51 | 3.094 | 2.133 |
| Eckental | 321 | 232 | 14.395 | 2.230 |
| Gremsdorf | 113 | 88 | 1.594 | 7.089 |
| Großenseebach | 23 | 14 | 2.433 | 945 |
| Hemhofen | 98 | 72 | 5.295 | 1.851 |
| Heroldsberg | 247 | 175 | 8.469 | 2.917 |
| Herzogenaurach | 824 | 574 | 23.081 | 3.570 |
| Heßdorf | 141 | 98 | 3.543 | 3.980 |
| Höchstadt a.d.Aisch | 539 | 360 | 13.319 | 4.047 |
| Kalchreuth | 50 | 33 | 2.931 | 1.706 |
| Lonnerstadt | 31 | 17 | 2.010 | 1.542 |
| Marloffstein | 15 | 11 | 1.562 | 960 |
| Möhrendorf | 65 | 41 | 4.847 | 1.341 |
| Mühlhausen | 53 | 41 | 1.699 | 3.119 |
| Oberreichenbach | 20 | 14 | 1.298 | 1.541 |
| Röttenbach | 73 | 60 | 4.712 | 1.549 |
| Spardorf | 30 | 20 | 2.198 | 1.365 |
| Uttenreuth | 92 | 59 | 5.073 | 1.814 |
| Vestenbergsgreuth | 22 | 12 | 1.531 | 1.437 |
| Wachenroth | 158 | 87 | 2.195 | 7.198 |
| Weisendorf | 105 | 72 | 6.492 | 1.617 |
| Lkr. Fürth | 2.831 | 2.016 | 115.971 | 2.441 |
| Ammerndorf | 21 | 9 | 2.057 | 1.021 |
| GEMEINDE | FÄLLE | GEKLÄRTE FÄLLE | EINWOHNERZAHL | HÄUFIGKEITSZAHL |
|---|---|---|---|---|
| Cadolzburg | 227 | 161 | 10.976 | 2.068 |
| Großhabersdorf | 63 | 46 | 4.132 | 1.525 |
| Langenzenn | 163 | 93 | 10.511 | 1.551 |
| Oberasbach | 514 | 344 | 17.553 | 2.928 |
| Obermichelbach | 22 | 13 | 3.252 | 677 |
| Puschendorf | 48 | 43 | 2.224 | 2.158 |
| Roßtal | 128 | 76 | 9.668 | 1.324 |
| Seukendorf | 44 | 32 | 3.144 | 1.399 |
| Stein | 383 | 221 | 13.828 | 2.770 |
| Tuchenbach | 15 | 12 | 1.332 | 1.126 |
| Veitsbronn | 130 | 97 | 6.602 | 1.969 |
| Wilhermsdorf | 78 | 53 | 5.177 | 1.507 |
| Zirndorf | 995 | 816 | 25.515 | 3.900 |
| Lkr. Nürnberger Land | 5.540 | 3.650 | 168.893 | 3.280 |
| Alfeld | 27 | 17 | 1.072 | 2.519 |
| Altdorf b.Nürnberg | 548 | 309 | 15.274 | 3.588 |
| Burgthann | 225 | 139 | 11.386 | 1.976 |
| Engelthal | 34 | 24 | 1.112 | 3.058 |
| Feucht | 623 | 392 | 13.729 | 4.538 |
| Happurg | 65 | 42 | 3.776 | 1.721 |
| Hartenstein | 43 | 32 | 1.462 | 2.941 |
| Henfenfeld | 45 | 27 | 1.880 | 2.394 |
| Hersbruck | 514 | 321 | 12.388 | 4.149 |
| Kirchensittenbach | 24 | 14 | 2.037 | 1.178 |
| Lauf a.d.Pegnitz | 933 | 674 | 26.378 | 3.537 |
| Leinburg | 104 | 60 | 6.596 | 1.577 |
| Neuhaus a.d.Pegnitz | 101 | 78 | 2.893 | 3.491 |
| Neunkirchen a.Sand | 99 | 58 | 4.760 | 2.080 |
| Offenhausen | 14 | 11 | 1.565 | 895 |
| Ottensoos | 44 | 26 | 2.062 | 2.134 |
| Pommelsbrunn | 128 | 101 | 5.239 | 2.443 |
| Reichenschwand | 36 | 19 | 2.362 | 1.524 |
| Röthenbach a.d.Pegnitz | 468 | 352 | 11.977 | 3.907 |
| Rückersdorf | 109 | 68 | 4.582 | 2.379 |
| Schnaittach | 260 | 175 | 8.288 | 3.137 |
| Schwaig b.Nürnberg | 282 | 174 | 8.683 | 3.248 |
| Schwarzenbruck | 500 | 344 | 8.426 | 5.934 |
| Simmelsdorf | 39 | 24 | 3.222 | 1.210 |
| Velden | 36 | 23 | 1.829 | 1.968 |
| Vorra | 47 | 29 | 1.770 | 2.655 |
| Winkelhaid | 190 | 116 | 4.145 | 4.584 |
| Nürnberger Land | 2 | 1 | 0 | 0 |
| Lkr. Neustadt/A.-Bad Windsheim | 2.754 | 1.938 | 99.332 | 2.773 |
| GEMEINDE | FÄLLE | GEKLÄRTE FÄLLE | EINWOHNERZAHL | HÄUFIGKEITSZAHL |
|---|---|---|---|---|
| Bad Windsheim | 659 | 441 | 12.379 | 5.324 |
| Baudenbach | 8 | 6 | 1.153 | 694 |
| Burgbernheim | 86 | 58 | 3.198 | 2.689 |
| Burghaslach | 39 | 26 | 2.586 | 1.508 |
| Dachsbach | 25 | 19 | 1.698 | 1.472 |
| Diespeck | 67 | 45 | 3.642 | 1.840 |
| Dietersheim | 42 | 33 | 2.203 | 1.906 |
| Emskirchen | 150 | 116 | 5.930 | 2.530 |
| Ergersheim | 25 | 19 | 1.111 | 2.250 |
| Gallmersgarten | 25 | 16 | 739 | 3.383 |
| Gerhardshofen | 37 | 32 | 2.508 | 1.475 |
| Gollhofen | 26 | 17 | 851 | 3.055 |
| Gutenstetten | 8 | 8 | 1.281 | 625 |
| Hagenbüchach | 15 | 12 | 1.390 | 1.079 |
| Hemmersheim | 5 | 0 | 647 | 773 |
| Illesheim | 20 | 8 | 906 | 2.208 |
| Ippesheim | 18 | 8 | 1.091 | 1.650 |
| Ipsheim | 59 | 44 | 2.150 | 2.744 |
| Langenfeld | 16 | 13 | 1.016 | 1.575 |
| Marktbergel | 49 | 34 | 1.577 | 3.107 |
| Markt Bibart | 56 | 46 | 1.870 | 2.995 |
| Markt Erlbach | 92 | 60 | 5.588 | 1.646 |
| Markt Nordheim | 13 | 10 | 1.147 | 1.133 |
| Markt Taschendorf | 17 | 15 | 1.003 | 1.695 |
| Münchsteinach | 23 | 18 | 1.346 | 1.709 |
| Neuhof a.d.Zenn | 56 | 36 | 2.123 | 2.638 |
| Neustadt a.d.Aisch | 564 | 395 | 12.875 | 4.381 |
| Oberickelsheim | 9 | 5 | 699 | 1.288 |
| Obernzenn | 37 | 25 | 2.665 | 1.388 |
| Oberscheinfeld | 11 | 10 | 1.135 | 969 |
| Scheinfeld | 116 | 84 | 4.613 | 2.515 |
| Simmershofen | 7 | 2 | 888 | 788 |
| Sugenheim | 34 | 28 | 2.251 | 1.510 |
| Trautskirchen | 7 | 5 | 1.309 | 535 |
| Uehlfeld | 55 | 41 | 2.964 | 1.856 |
| Uffenheim | 259 | 187 | 6.332 | 4.090 |
| Weigenheim | 2 | 2 | 969 | 206 |
| Wilhelmsdorf | 14 | 11 | 1.499 | 934 |
| Lkr. Roth | 3.496 | 2.238 | 125.563 | 2.784 |
| Abenberg | 85 | 46 | 5.554 | 1.530 |
| Allersberg | 219 | 156 | 8.128 | 2.694 |
| Büchenbach | 78 | 47 | 5.288 | 1.475 |
| Georgensgmünd | 182 | 167 | 6.660 | 2.733 |
| GEMEINDE | FÄLLE | GEKLÄRTE FÄLLE | EINWOHNERZAHL | HÄUFIGKEITSZAHL |
|---|---|---|---|---|
| Greding | 168 | 104 | 7.088 | .370 |
| Heideck | 78 | 60 | 4.632 | 1.684 |
| Hilpoltstein | 381 | 244 | 13.358 | 2.852 |
| Kammerstein | 273 | 122 | 3.002 | 9.094 |
| Schwanstetten | 131 | 84 | 7.260 | 1.804 |
| Rednitzhembach | 167 | 91 | 6.824 | 2.447 |
| Röttenbach | 84 | 58 | 3.232 | 2.599 |
| Rohr | 43 | 31 | 3.653 | 1.177 |
| Roth | 1.043 | 670 | 25.102 | 4.155 |
| Spalt | 76 | 42 | 4.947 | 1.536 |
| Thalmässing | 67 | 48 | 5.118 | 1.309 |
| Wendelstein | 421 | 268 | 15.717 | 2.679 |
| Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen | 3.345 | 2.705 | 93.974 | 3.559 |
| Absberg | 22 | 10 | 1.353 | 1.626 |
| Alesheim | 13 | 12 | 969 | 1.342 |
| Muhr a.See | 91 | 70 | 2.262 | 4.023 |
| Bergen | 24 | 24 | 1.117 | 2.149 |
| Burgsalach | 8 | 7 | 1.158 | 691 |
| Dittenheim | 33 | 26 | 1.760 | 1.875 |
| Ellingen | 87 | 73 | 3.713 | 2.343 |
| Gnotzheim | 10 | 5 | 804 | 1.244 |
| Gunzenhausen | 675 | 463 | 16.513 | 4.088 |
| Haundorf | 59 | 52 | 2.747 | 2.148 |
| Heidenheim | 65 | 51 | 2.595 | 2.505 |
| Höttingen | 13 | 12 | 1.141 | 1.139 |
| Langenaltheim | 68 | 54 | 2.210 | 3.077 |
| Markt Berolzheim | 13 | 11 | 1.289 | 1.009 |
| Meinheim | 10 | 4 | 859 | 1.164 |
| Nennslingen | 28 | 22 | 1.395 | 2.007 |
| Pappenheim | 101 | 73 | 4.057 | 2.490 |
| Pfofeld | 25 | 14 | 1.520 | 1.645 |
| Pleinfeld | 179 | 139 | 7.525 | 2.379 |
| Polsingen | 22 | 16 | 1.842 | 1.194 |
| Raitenbuch | 6 | 3 | 1.201 | 500 |
| Solnhofen | 42 | 36 | 1.740 | 2.414 |
| Theilenhofen | 20 | 18 | 1.117 | 1.791 |
| Treuchtlingen | 631 | 474 | 12.833 | 4.917 |
| Weißenburg in Bayern | 1.091 | 1.031 | 18.256 | 5.976 |
| Westheim | 8 | 5 | 1.155 | 693 |
3. Einsatz-, Ordnungs- und
Schutzaufgaben
- Einsatz-, Ordnungs- und Schutzaufgaben
3.1 Nürnberg
3.1.1 Einsatzstatistik 2017
Auch im Jahr 2017 wurde das Nürnberger Versammlungsge- Spätestens ab Mitte des Jahres 2017 dominierte der Bundesschehen maßgeblich von Themen der Tages- und Weltpolitik tagswahlkampf das Versammlungsgeschehen. Neben beherrscht. Nach wie vor spielten hierbei die Asyl- und Zu- größeren Wahlkampfveranstaltungen im Stadtgebiet wurde wanderungsthematik sowie die politischen Verwerfungen in insbesondere in der Nürnberger Innenstadt eine Vielzahl an der Türkei eine nicht unwesentliche Rolle. ▶ kleineren Versammlungen abgehalten und Infostände betrieben.
+10,6%
Abb. 1: Anzahl der Versammlungen und Veranstaltungen in Nürnberg, Einsatzstunden
Sicherheitskonzepte
Der Gewährleistung der Sicherheit bei Großveranstaltungen Eine entscheidende Voraussetzung für die Gewährleistung ist ein hoher Stellenwert beizumessen. Insbesondere die zu- eines hohen Sicherheitsstandards bei Großveranstaltunrückliegenden Jahre führten zu einer nachhaltigen Änderung gen ist ein funktionierendes Zusammenwirken der Behörder Sicherheitsbedürfnisse bei den Sicherheitsbehörden, der den und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Deshalb Polizei, den Veranstaltern und in der Öffentlichkeit. müssen die Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten, Kommunikation und Abläufe untereinander sowohl für den Ein entscheidender Faktor dabei ist die aktuelle Gefährdungs- Regelbetrieb als auch den eventuellen Einsatzfall im Vorlage in Deutschland, wonach die Sicherheitslage weiterhin feld festgelegt und in das Sicherheitskonzept aufgenommen maßgeblich von einer hohen abstrakten Gefährdung durch werden. den islamistischen Terrorismus geprägt ist. Die bestehenden Sicherheitskonzepte wurden auch im Ein wesentlicher Bestandteil bei der Planung von Veran- Jahr 2017 individuell auf Aktualität überprüft und angestaltungen ist die individuelle Erstellung eines Sicherheits- passt. In Teilbereichen erfolgte bzgl. der getroffenen Sicherkonzeptes durch den jeweiligen Veranstalter. Die Sicherheits- heitsvorkehrungen eine Anpassung, wie beispielsweise behörde ist verantwortlich für die fachliche Prüfung dieses die 2017 auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt erstmals Konzepts, ggf. mit Unterstützung der Polizei. ▶ eingesetzten mobilen technischen Sperren.
3.1.2 Versammlungen und Veranstaltungen
Sich-Fortbewegende Versammlung des „III. Weges“ am 22.04.2017
Für den 22.04.2017 wurde von der rechtsextremen Splitter- Während der Auftaktkundgebung des „III. Weges“ im Bepartei „Der III. Weg“ eine sich fortbewegende Versammlung reich des Kornmarktes erfolgte eine massive Beschallung zum Thema „Kapitalismus zerschlagen - Für Familie, Heimat, der Versammlungsörtlichkeit durch opponierende Personen Tradition“ angemeldet und durchgeführt. Die ca. 50 Teilneh- aus dem DGB-Haus. Während der Versammlung versuchmer liefen vom Kornmarkt in der Nürnberger Innenstadt bis ten Gegendemonstranten wiederholt die Aufzugsstrecke zu zur Bundesagentur für Arbeit in der Regensburger Straße und blockieren. Eine zu diesem Zwecke errichtete Sitzblockade zurück bis zum Nelson-Mandela-Platz unmittelbar an der Süd- wurde von den Versammlungsteilnehmern umgangen. seite des Hauptbahnhofes Nürnberg. Im Zuge der Gegenproteste kam es zu einem Böllerwurf auf Anlässlich dieser Veranstaltung formierte sich Gegenprotest Polizeibeamte, einer Beleidigung sowie zu einem Kopfstoß unter Federführung des Nürnberger „Bündnis Nazistopp“, gegen einen Polizisten, welcher hierbei leicht verletzt wurde. welches seinerseits eine sich fortbewegende Versammlung In einem Fall versuchten Gegendemonstranten einen polizeivom Jakobsplatz bis zum Kornmarkt unter dem Motto „Weg lichen Einsatzstock zu entwenden. mit dem Dritten Weg - ArbeitnehmerInnenrecht für alle - nie wieder Nationalsozialismus in Nürnberg“ anmeldete und durchführte. In der Spitze beteiligten sich an den Gegenprotesten ca. 250 Personen. ▶
1. Mai 2017 in Nürnberg
Die zum 1. Mai 2017 vom DGB durchgeführte, sich fortbe- Im Verlauf der sich fortbewegenden Versammlung kam es zu wegende Versammlung führte vom Aufseßplatz zum Korn- Würfen von mit bitumenartiger Flüssigkeit gefüllten Christmarkt, wo im Anschluss das DGB-Maifest stattfand. An der baumkugeln gegen Liegenschaften der Bundespolizei und Versammlung beteiligten sich ca. 3.000 Personen. Das Mai- eines Hotels. Dadurch wurde ein Polizeibeamter leicht fest wurde von insgesamt ca. 7.000 Personen besucht. Zu verletzt. Störungen kam es während der Versammlung und des Maifestes nicht. Im Bereich Gostenhof wurden zwei bengalische Feuer und eine Glasflasche geworfen. Außerdem kam es hier zu einer Die „Revolutionäre 1. Mai-Demo“ der „Initiative Neue Sachbeschädigung durch Farbschmierereien. Am sich an- ArbeiterInnenbewegung“ führte mit ca. 1.500 - 2.000 Teil- schließenden „Internationalistischen Straßenfest“ in der nehmern vom Petra-Kelly-Platz zum „Festplatz“ im Bereich Müllnerstraße beteiligten sich ca. 3.000 Personen. Hier kam es der Adam-Klein-Straße. ▶ zu keinen nennenswerten Störungen.
Versammlungen von PEGIDA Nürnberg/Fürth
Im Jahr 2017 fanden in Nürnberg und Fürth insgesamt zehn Sowohl bei den PEGIDA-Versammlungen als auch bei den Versammlungen von PEGIDA („Patriotische Europäer gegen die Gegenprotesten kam es vereinzelt zu versammlungstypischen Islamisierung des Abendlandes“) statt, welche allesamt von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. Größere Auseinander- Gegenversammlungen und -protesten begleitet wurden. Den setzungen konnten aufgrund der umfangreichen polizeilichen Versammlungsaufrufen von PEDGIDA folgte regelmäßig nur Maßnahmen verhindert werden. eine überschaubare Anzahl von ca. 50 bis 100 Personen. Die Nürnberger Polizei betreute die Versammlungen jeweils In der Gesamtheit ist festzustellen, dass der Zulauf zu Ver- mit großem Personalaufwand und sorgte für einen ordnungssammlungen von PEGIDA deutlich rückläufig ist. Bei den Ge- gemäßen Ablauf der Veranstaltungen. genversammlungen nahmen in allen Fällen mehr Personen teil. ▶
Bundestagswahlkampf
Vor der Wahl des 19. Deutschen Bundestages, am 24. Septem- Trotz eines vergleichsweise hitzig geführten Wahlkampfes ber 2017, wurde ab dem Sommer insbesondere die Nürnb erger waren Auseinandersetzungen rivalisierender politischer Innenstadt zum Schauplatz zahlreicher Veran staltungen. Gruppierungen die Ausnahme. Soweit sich solche trotzdem ergaben, handelte es sich zumeist um niederschwellige Es wurde eine Vielzahl von kleineren Infoständen be- Sicherheitsstörungen und Straftaten. trieben. Zudem fanden größere Wahlkampfkundgebungen der Bundestagsparteien statt, an welchen zum Teil auch deren Spitzenkandidaten teilnahmen. ▶
Rock im Park vom 02. – 04.06.2017
Abb.2: Rock im Park Nürnberg (Foto: Stadt Nürnberg)
Im Jahr 2017 war „Rock im Park“ wieder einmal ausver- Besonders erfreulich ist der Rückgang der Körperkauft – vorwiegend aufgrund der Verpflichtung des zugkräf- verletzungsdelikte von 16 auf nur noch 3. Auch die Diebtigen Headliners Rammstein. Sowohl die Drei-Tages-Tickets stahlsdelikte verringerten sich von 119 auf 91. als auch die erhältlichen Tagestickets wurden in Rekordzeit abgesetzt, so dass letztendlich 80.000 Besucher den Weg zum Lediglich im Bereich der Leistungserschleichungen war ein Zeppelinfeld fanden. Anstieg von 6 auf 23 Fälle zu verzeichnen, was einerseits mit dem attraktiven Programm und andererseits mit einer Opti- Im Vergleich zu den Vorjahren kam es zu einer Vielzahl von mierung der Kontrollmaßnahmen des Ordnungsdienstes zu- Beschwerden wegen „Wildparkern“, da mehrere Parkflächen sammenhängen dürfte. lediglich eingeschränkt nutzbar waren (parallel zur Anreise des Städtetags in der NürnbergMesse, Wegfall von Park flächen Insgesamt kann von einem ruhigen Festivalverlauf ges prochen aufgrund Baumaßnahmen). Die offiziellen Parkflächen (knapp werden. 17.000 Plätze) waren bereits am Freitagmittag komplett gefüllt. Für zukünftige Veranstaltungen ist es Zielsetzung der Polizei, zusammen mit den Sicherheitsbehörden und dem Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der aufgen ommenen Veran stalter Maßnahmen zu entwickeln, um die Verkehrsbe- Straftaten erneut zurück (von 205 im Jahr 2015 über 201 im lastung, insbesondere für die Anwohner, zu reduzieren. Jahr 2016 auf jetzt 168). Es mussten 46, statt im Vorjahr 45, Personen (vorläufig) festgenommen werden. ▶
Blaue Nacht / Bardentreffen
Abb. 3: Bardentreffen Nürnberg (Foto: Stadt Nürnberg, Congress- und Tourismuszentrale Nürnberg)
Beide kulturellen Großveranstaltungen in der Stadt Nürnberg Der polizeiliche Kräfteansatz blieb entsprechend gleich. wurden wie in den Vorjahren sehr gut besucht. So verzeichnete die Blaue Nacht ca. 200.000 und das Bardentreffen Die beiden Veranstaltungen verliefen, abgesehen von einigen ca. 210.000 Besucher. wenigen allgemeinpolizeilichen Sachbearbeitungen, wie in den Vorjahren, störungsfrei und friedlich. Die Sicherheitskonzepte, einschließlich mobiler Fahrzeugsperren für die beiden Groß veranstaltungen, welche sich bereits im Vorjahr bewährt hatten, fanden erneut Anwendung. ▶
Kirchweihen
Im Stadtgebiet Nürnberg fanden auch im Jahr 2017 wieder Die bei Kirchweihen registrierten Sicherheitsstörungen und über 30 verschiedene traditionelle Kirchweihen der einzelnen Straftaten bewegen sich auf einem sehr niedrigen Niveau. Stadtteile statt, welche teilweise von der Stadt Nürnberg als auch von privaten Veranstaltern organisiert wurden. Lediglich die Kirchweihen in Langwasser und Eibach bedurften einer eingehenderen polizeilichen Betreuung. Die im Jahr 2009 durch die Stadt Nürnberg erlassene Kirchweihverordnung, welche nicht zuletzt den Konsum von alkoholischen Getränken im Umgriff des jeweiligen Festplatzes untersagt, hat sich bewährt und wird von den Kirchweihbesuchern akzeptiert. ▶
Frühlings- und Herbstvolksfest
Das Frühlingsvolksfest vom 28.04. bis 01.05.2017 sowie das Die Nürnberger Verkehrspolizei und der Zweckverband Herbstvolksfest vom 25.08.bis 10.09.2017 konnten jeweils ca. Kommunale Verkehrsüberwachung führten im Bereich der 1,9 Mio. Besucher verzeichnen. Großen Straße und der Bayernstraße vermehrt Geschwindigkeitskontrollen durch. Im Jahr 2017 war ein spürbarer Rück- Wie in den Vorjahren wurden die beiden Volksfeste von der Po- gang an Sicherheitsstörungen und strafbaren Handlungen, lizeiinspektion Nürnberg-Süd mit einer eigens einge richteten in der Hauptsache bei Körperverletzungsdelikten und Dieb- Volksfestwache betreut. Wegen der geänderten Sicherheits- stahlsdelikten, zu verzeichnen. lage wurden täglich zusätzliche geschlossene Einheiten und Einsatzkräfte der Nürnberger Polizeiinspektionen sowie der Zentralen Diensthundestaffel Mittelfranken rund um das Festgelände mit Schwerpunkt „Zugangsbereich“ eingesetzt, was von den Besuchern des Volksfestes sehr positiv bewertet wurde. ▶
Christkindlesmarkt
Abb.4.: Christkindlesmarkt Nürnberg (Foto: Stadt Nürnberg, Uli Kowatsch)
Der Nürnberger Christkindlesmarkt zählt zu den berühm- Die Nürnberger Polizei wurde in größerem Umfang von der testen Weihnachtsmärkten der Welt. Der Markt wird jedes Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt. Jahr am Freitag vor dem ersten Advent mit einer feierlichen Zeremonie auf dem Hauptmarkt eröffnet. Vom 01.12.2017 bis Während des Eröffnungsprologes fand über dem Hauptmarkt zum Mittag des 24.12.2017 war der Markt für Besucher aus ein nicht genehmigter öffentlichkeitswirksamer Drohnenflug aller Welt 24 Tage lang der Mittelpunkt der Stadt Nürnberg. statt. Binnen kurzer Zeit konnte der Drohnenpilot durch die polizeilichen Einsatzkräfte identifiziert und zur kontrollierten Auch im Jahr 2017 bereiteten sich die Stadt Nürnberg und die Landung seiner Drohne veranlasst werden. Beim Steuerer Polizei intensiv auf den Einsatz vor und passten das Sicher- handelte es sich um einen Touristen. heitskonzept an die gegenwärtige Sicherheitslage an. Die Stadt Nürnberg bezifferte die Besucherzahl des Christ- So wurden nicht zuletzt vor dem Hintergrund des verheeren- kindlesmarktes für das Jahr 2017 auf insgesamt 2,1 Millionen, den Anschlages vom 19.12.2016 auf den Weihnachtsmarkt was einer durchschnittlichen Anzahl entspricht. Auch aus am Berliner Breitscheidplatz neben Fahrzeugsperren im Jahr polizeilicher Sicht verlief der Christkindlesmarkt durchaus 2017 erstmals auch neuartige mobile technische Sperren zum erfreulich. So blieben größere Sicherheitsstörungen aus und Schutz des Christkindlesmarktes eingesetzt. Zudem wurde die Anzahl der registrierten Taschendiebstähle konnte nicht der erhöhte Kräfteansatz des Jahres 2016 beibehalten. Die zuletzt wegen des nach wie vor hohen Kräfteansatzes mit technischen Sperren wurden von den Bürgern und Besuchern 33 Delikten auf einem niedrigen Niveau stabilisiert werden. ▶ des Marktes positiv bewertet. ▶
Abb. 5: Technische Sperre an der Zufahrt des Christkindlesmarktes (Foto: Polizeipräsidium Mittelfranken)
Aufgrund der Veranstaltungsdauer und der winterlichen Witterungsverhältnisse ist dieser Einsatz für unsere Kollegen besonders intensiv. Trotzdem ist die Motivation besonders groß, einen Beitrag zur Sicherheit des Marktes zu leisten.
Silvester 2017
Im Jahr 2017 fand im zweijährigen Rhythmus neben den So wurde beispielsweise eine größere Ansammlung von üblichen Silvesterfeierlichkeiten wieder das von der Stadt Personen im Bereich der Museumsbrücke, aus der heraus Nürnberg ausgerichtete „Silvestival“ an mehreren Veran- in gefährlicher Art und Weise Feuerwerkskörper gezündet staltungsorten in der Innenstadt statt. wurden, aufgelöst.
Der Silvesternacht ging eine intensive Einsatzvorbereitung Insgesamt verlief die von ca. 200.000 Personen in der der Polizei und der Stadt Nürnberg, als zuständiger Sicher- Nürnberger Innenstadt besuchte Silvesternacht friedlich. heitsbehörde, voraus. Wie in den Vorjahren wurde beim Einsatzgeschehen selbst besonderer Wert auf eine große unifor- Auch der Jahreswechsel 2018/2019 wird ein polizeilicher mierte Polizeipräsenz im öffentlichen Raum gelegt. In diesem Schwerpunkt sein und eine entsprechend hohe Anzahl Zusammenhang wurde der Kräfteansatz im Vergleich zum an Beamten eingesetzt. Die Entstehung von möglichen Vorjahr nochmals erhöht. Sicherheitsstörungen sollte noch Angsträumen wird die Polizei – auch in der Silvesternacht frühzeitiger und konsequenter begegnet werden. nicht zulassen.
Für das Stadtgebiet Nürnberg wurde neben der Verbotszone für das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerk im Bereich der Kaiserburg auch ein Verbot des Abbrennens von Feuerwerk rund um die Lorenzkirche im Rahmen einer Allgemeinverfügung erlassen.
Trotz des vereinzelten Zündens von Pyrotechnik führte die Intervention der Einsatzkräfte an der Lorenzkirche zu einer deutlichen Verbesserung der dortigen Situation. Soweit es zu Sicherheitsstörungen im öffentlichen Raum kam oder sich diese anbahnten, erfolgte ein sofortiges, niederschwelliges Einschreiten zur Unterbindung des Geschehens. ▶
Sportveranstaltungen
Profifußball
Abb.6.: Max-Morlock-Stadion Nürnberg (Foto: Stadt Nürnberg, Christine Dierenbach)
Im Jahr 2017 wurden von der Polizeiinspektion Nürnberg-Süd Bei Betreten des Stadions versuchten mehrmals Fans der 21 Spiele im Max-Morlock-Stadion Nürnberg betreut. Es SG Dynamo Dresden die Vereinzelungsanlagen zu überhandelte sich dabei um 19 Spiele des 1. FC Nürnberg in der rennen, was jedoch durch die Einsatzkräfte unterbunden 2. Fußballbundesliga, ein Spiel im DFB-Pokal und ein werden konnte. Im Wartebereich der Gästefans vor dem Regionalligaspiel aufgrund der Risikobewertung. Stadion kam es zu mehreren Flaschenwürfen, wodurch eine Dresdnerin eine Kopfplatzwunde erlitt und eine Polizei- In der Mehrzahl verliefen die Begegnungen unauffällig. Eine beamtin leicht verletzt wurde. Ausnahme stellte hierbei das erste Spiel des 1. FCN gegen die SG Dynamo Dresden im Januar dar: Während des Fußballspieles konnten die die Sicherheit im Stadion gefährdenden Verhaltensweisen zumeist kommuni- Hochrisikofußballspiel 1. FC Nürnberg - SG Dynamo Dresden kativ unterbunden werden.
Am 29.01.2017 fand im Stadion Nürnberg das Hochrisikofuß- Das zweite Spiel gegen Dresden am 22.10.2017 verlief da gegen ballspiel des 1. FC Nürnberg gegen die SG Dynamo Dresden bis auf die bei derartigen Großveranstaltungen regelmäßig vor ca. 36.000 Zuschauern, davon ca. 9.000 Gästen, statt. Im festzustellenden Einzeldelikte störungsfrei. Vorfeld waren durch die Stadt Nürnberg gegen einige bereits im Zusammenhang mit Sicherheitsstörungen massiv auffällig gewordene Problemfans beider Vereine Aufenthaltsverbote verhängt worden.
Am Spieltag sammelten sich ca. 5.000 Gästefans im Be- Die Polizeiinspektion Fürth betreute im abgelaufenen Jahr reich der Großen Straße und bewegten sich anschließend insgesamt 19 Spiele - 17 Begegnungen der 2. Bundesliga und gemeinsam im Rahmen eines Fanmarsches in Richtung zwei im DFB-Pokal - der SpVgg Greuther Fürth im Sportpark Stadion. Während des Fanmarsches kam es mehrfach zum Ronhof / Thomas Sommer. Mit Ausnahme der bei derartigen Abbrennen von Pyrotechnik, wodurch ein Polizeibeamter ein Großveranstaltungen regelmäßig festzustellenden Einzel- Knalltrauma erlitt. delikte verliefen alle Spiele störungsfrei.
Beim Zünden eines unbekannten Sprengkörpers durch ei- Das Derby gegen den 1. FC Nürnberg war von der DFL auf den nen Gästefan kam dieser noch in dessen Hand zur Explosion. Sonntag der Bundestagswahl terminiert worden. Ein Wahl- Dadurch verlor er drei Finger an einer Hand. Eine weitere lokal lag dabei innerhalb des abgegitterten Sperrrings; es Person fiel während des Marsches durch Zeigen des konnte jedoch der durchgehend ungehinderte Zugang für die Hitlergrußes auf. ▶ Wahlberechtigten gewährleistet werden. Zu nennenswerten Vorfällen rund um das Spiel kam es nicht.
Eishockey und Handball
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 34 Spiele der Insgesamt wurden fünf Spiele der Handballbundesliga von Deutschen Eishockeyliga, davon sieben Play-Off Spiele der der Polizei betreut. Hierbei wurden keinerlei Sicherheitsstö- Thomas Sabo Ice Tigers sowie ein Länderspiel, Deutschland rungen oder Straftaten festgestellt. gegen Tschechien, betreut.
Der Kräfteansatz orientierte sich dabei an der vor der Saison festgelegten jeweiligen Risikoeinschätzung. Außer einer fahrlässigen Körperverletzung (ein Zuschauer war von einem Puck getroffen worden) mussten keine Straftaten aufgenommen werden. ▶
3.1.3 Gastronomie
Das reichhaltige Nachtleben bestimmt nicht unwesentlich das Neben Eigentumsdelikten, Ruhestörungen und gast- Einsatzgeschehen der Nürnberger Polizei. Die in Nürnberg an- stättenrechtlichen Verstößen sind insbesondere Körpersässigen Gaststättenbetriebe haben aufgrund der Lage Nürn- verletzungsdelikte unter alkoholisierten Nachtschwärmern bergs als zentrale Großstadt innerhalb der Metropol region ein Deliktsschwerpunkt. Die zum Teil unmittelbare Nähe sowie ihrer Anzahl und Vielfältigkeit eine Anziehungskraft, die des Nachtlebens zu den Wohngebäuden führt mitunter zu weit über das Stadtgebiet hinausreicht. Spannungen zwischen Anwohnern und Gewerbetreibenden.
Einen Schwerpunkt der nächtlichen Gastronomie bildet die Sicherheitsstörungen, wie beispielsweise körperliche Aus- Nürnberger Innenstadt, wo innerhalb des historischen Stadt- einandersetzungen oder Ruhestörungen, treten in der mauerringes eine Vielzahl an Gaststättenbetrieben behei- nächtlichen Gastronomie im Vergleich zu anderen Bereichen matet ist. Auch im vergangenen Jahr setzte sich der Trend des sozialen Lebens überproportional häufig auf. Dieses einer abnehmenden Anzahl an größeren Diskotheken in der höhere Grundniveau ergibt sich vor dem Hintergrund Nürnberger Innenstadt fort. bestimmter kriminalitätsfördernder Faktoren, wie beispielsweise eines jungen Alters der betreffenden Personen sowie Insbesondere im Bereich der Klingenhofstraße ist ein deutli- des Alkoholkonsums. cher Rückgang des Beschwerdeaufkommens bezüglich der Diskothekenbetriebe festzustellen. Neben polizeilichen Maß- Soweit sich Sicherheitsstörungen im Umfeld einzelner nahmen stellte sich die Kooperation zwischen Ordnungsbe- Betriebe auffällig häufen, wird die Polizei in enger Zusammenhörden, der Polizei, den Gewerbebetreibern und Vertretern arbeit mit dem Ordnungsamt Nürnberg Maßnahmen treffen, der Anwohner als zielführend heraus. ▶ um eine zeitnahe und spürbare Verbesserung der Situation herbeizuführen.
3.1.4 Schwerpunkt Königstorpassage
Seit Anfang der 1990er Jahre sieht sich die Bevölkerung Innerhalb einer Großstadt ist das Antreffen von sozialen Randund Polizei einer zahlenmäßig stärkeren Präsenz von Rand- gruppen, insbesondere an neuralgischen Punkten wie Hauptgruppen in der Königstorpassage und am Hauptbahnhof bahnhöfen, gesellschaftlich akzeptiert und sofern keine Strafkonfrontiert. taten verübt werden oder es zu einer Massierung der Gruppe kommt, von der Polizei zu tolerieren. Bei vielen dieser Personen spielt Sucht eine bestimmende Rolle im Tagesablauf. So sind seit jeher Personen aus dem Aufgrund der Migrationsbewegungen ist spätestens seit Rauschgift-, Obdachlosen-, Trinker- und Punkermilieu in der Anfang 2016 der verstärkte Aufenthalt von hauptsächlich Königstorpassage und dessen Umfeld anzutreffen. männlichen Asylbewerbern im erweiterten Bereich des Hauptbahnhofs feststellbar. Zuwanderer, zum Teil aus dem ge samten Es gibt keine homogene Zusammensetzung dieser Personen- nordbayerischen Raum, nutzen den Nürnberger Hauptgruppen, vielmehr verändern sich diese stetig. ▶ bahnhof als zentralen Anlaufpunkt, unter anderem auch zu Zwecken des Missbrauchs von Betäubungsmitteln. ▶
Die bereits im letztjährigen Sicherheitsbericht beschriebene Als Brennpunkt für den Heroinhandel kristallisierte sich der Lageentwicklung im erweiterten Bahnhofsbereich hat sich erweiterte Bahnhofsbereich mit U-Bahnverteiler, Königstorauch noch in der ersten Hälfte des Jahres 2017 auf hohem passage und der Zentrale Omnibusbahnhof heraus. Niveau fortgesetzt. Zahlreiche operative Maßnahmen unter Einbindung hoher Eine einsatzbegleitende polizeiinterne Studie der Hochschule personeller Ressourcen konnten Strukturen und Handelswefür den Öffentlichen Dienst hat belegt, dass wahrnehmbare ge offenlegen: Polizeipräsenz einen signifikanten Rückgang von Gewaltkriminalität zur Folge hat. ▷ Strafverfahren gegen 136 überwiegend iranische Tatverdächtige Um diesen positiven Effekt optimal zu nutzen, wurde zur ▷ Untersuchungshaft gegen 80 Personen Durchführung polizeilicher Maßnahmen eine besondere Auf- ▷ Sicherstellung von 2 kg Heroin, 1,3 kg Opium, 120 gr. bauorganisation (BAO KöPa) gebildet. Metamphetamin, 1 kg Marihuana sowie 86.500 Euro Bargeld Ziele sind insbesondere: Trotz der Konzentration der polizeilichen Ressourcen auf das ▷ polizeiliche Dauerpräsenz nahe Bahnhofsumfeld ist eine systematische und geschlosse- ▷ Dienststellen- und organisationsübergreifende ne Verlagerung der Drogenszene an andere öffentliche Orte Zusammenarbeit im Stadtgebiet nicht zu erkennen. ▷ personenorientierte Ermittlungsansätze bei besonders auffälligen Straftätern und Ordnungsstörern Ein positiver Nebeneffekt der polizeilichen Präsenz ist auch ▷ Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung bei der Gewaltkriminalität im Bahnhofsbereich und der Königstorpassage zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr Unter der Leitung der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte wird sind Raubdelikte um ca. 35 % und Körperverletzungsdelikte die BAO KöPa von allen Polizeiinspektionen in Nürnberg so- um ca. 10 % gesunken. wie der Polizeiinspektion Fürth, der Verkehrspolizeiinspektion Nürnberg und der Zentralen Diensthundestaffel Mittelfran- Ein deutlich positiver Trend ist hier vor allem im zweiten ken personell unterstützt. Zudem setzt das Polizeipräsidium Halbjahr während der Tätigkeit der BAO KöPa festzustellen. Mittelfranken regelmäßig und mit hoher Priorität geschlossene Einheiten ein. Das Einsatzgebiet der BAO KöPa wurde um Neben der Erhöhung der Präsenz sind für die positive Entmittelbar angrenzende Bereiche (Rathenauplatz, Jamnitzer wicklung in erster Linie auch die umfangreichen Maßnahmen Park, Südstadtpark, Außseßplatz, Wöhrder Wiese und Fürther gegenüber Mehrfachtätern und Dauerstörern am Hauptbahn- Straße) ergänzt. hof verantwortlich; sie haben dazu geführt, dass sich ein Großteil dieser Personen nicht mehr im Bahnhofsumfeld Im erweiterten Bahnhofsbereich ist im Jahr 2017 ein Rück- aufhalten kann. gang der Betäubungsmittelkriminalität von annähernd 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Rauschgift- Während durch die BAO KöPa im Jahr 2017 bereits gegen delikte im erweiterten Bahnhofsbereich: 1137 (1403). 48 Personen Aufenthalts- und Betretungsverbote bei der Stadt Nürnberg erwirkt wurden, haben sich die priorisier- Diese Entwicklung ist ausschließlich auf einen deutlichen ten Ermittlungsmaßnahmen zusammen mit der Staatsan- Rückgang der Aufgriffe sog. „Kräutermischungen“ zurückzu- waltschaft Nürnberg-Fürth inzwischen auf 42 identifizierte führen: 549 (856) Delikte. Trotz dieses erfreulichen Rückgangs Wiederholungstäter konzentriert. der Fallzahlen bewegen sich diese immer noch deutlich über dem Niveau von vor 2015. Bis zum Ende des vergangenen Jahres wurde gegen 28 dieser Personen durch die Justiz Haft angeordnet. Bereits Mitte 2016 wurde eine steigende Anzahl von Heroindelikten, hauptsächlich begangen von iranischen Wenngleich sich die Körperverletzungsdelikte im Bereich des Asylbewerbern, festgestellt. Bahnhofsplatzes im Jahr 2017 tendenziell leicht rückläufig zeigten, handelt es sich beim erweiterten Bereich des Bahn- Umfangreiche kriminalpolizeiliche Ermittlungen bestätigten hofsplatzes nach wie vor um den am häufigsten von Körperden Verdacht, dass insbesondere in den Asylbewerberun- verletzungsdelikten betroffenen Ort in Nürnberg. terkünften ein neuer strukturierter Handelsbereich entstanden war. Im Oktober 2016 wurde eine Ermittlungskommis- Die Ahndung ordnungswidrigen Alkoholkonsums im Bereich sion beim Fachkommissariat für Rauschgift (EKO Perser) des Bahnhofsplatzes findet in der Hauptsache täglich ab eingerichtet. ▶ 08:00 Uhr bis in die Abendstunden hinein statt.
In der Zeit nach 22:00 Uhr ist der Konsum von Alkohol im Bereich des Bahnhofsplatzes nur noch sehr eingeschränkt gegeben. ▶
Durch die hohe Frequentierung dieses engen geografischen Die Königstorpassage wird auch im Jahr 2018 einen Arbeits- Bereiches in den Tagesstunden durch Pendler, Schüler, schwerpunkt für die mittelfränkische Polizei darstellen. Touristen und Bahnreisende ist der Missbrauch von Alkohol insbesondere hinsichtlich der subjektiven Sicher- Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der heitslage relevanter als im großräumigen Umfeld von Gastro- Stadt Nürnberg, den Trägern sozialer Organisationen, den nomiebetrieben und Diskotheken in der Innenstadt. Aktuelle Verkehrsbetrieben, der Deutschen Bahn AG sowie der Bundes- Aus wertungen zeigen, dass ca. 2/3 der Straftäter im Bahnhofs- polizei soll dabei fortgesetzt werden. bereich unter dem Einfluss von Alkohol standen.
Korrespondierend dazu wurden seit Inkrafttreten der Alkoholverbotsverordnung auch lediglich 69 entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren in der Zeit von 22:00 bis 06:00 Uhr durch die Polizei eingeleitet. Außerhalb dieses Zeitraums wurden gemäß dem Bayerischen Straßen- und Wegegesetz 1038 Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen des Nieder lassens / Verweilens zum Zwecke des Alkoholkonsums erstattet, denen jeweils ein Belehrungsnachweis über die gültigen Vorschriften des Ortsrechts als Nachweis vorausgegangen ist. ▶
3.1.5 Fortentwicklung der Videoüberwachung
im öffentlichen Raum
Abb. 7: Kamera in der Königstorpassage (Foto: Polizeipräsidium Mittelfranken)
Seit dem Jahreswechsel 2016 auf 2017 verfügt das Polizei- Der Kameraeinsatz ermöglicht: präsidium Mittelfranken im Bereich der Videoüberwachung im öffentlichen Raum über eine komplett modernisierte und ▷ eine verbesserte Einsatzsteuerung erweiterte technische Infrastruktur. Die Beamtinnen und ▷ Stärkung des Sicherheitsempfinden der Passanten Beamten der Einsatzzentrale Mittelfranken sowie der Polizei- ▷ zielgerichtete Personenfahndung nach Straftaten inspektion Nürnberg-Mitte können in und um die Königstor- ▷ Gewinnung von Aufnahmen zur Beweissicherung ▶ passage nun auf insgesamt 21 hochauflösende Kameras zurückgreifen. ▶
Abb. 8: Aufnahme unmittelbar nach dem Zünden des pyrotechnischen Gegenstandes (Foto: Polizeipräsidium Mittelfranken)
Bereits im Jahr 2017 konnten dadurch einige erwähnenswerte In den Bereichen vor der Mittel- und Westhalle des Haupt- Erfolge verzeichnet werden. Unter anderem wurde im April ein bahnhofes Nürnberg wurden im Rahmen der Umbau arbeiten mit großer Brutalität ausgeführtes Körperverletzungsdelikt des Bahnhofsvorplatzes Maßnahmen getroffen, um dort aufgeklärt und die Täter vorläufig festgenommen. Im Januar Anfang des Jahres 2018 drei hochauflösende Videokameras in 2018 wurden diese nun zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Betrieb zu nehmen. Aber auch im Untergrund des Bahnhofs- In seiner Urteilsbegründung führte der vorsitzende Richter an: vorplatzes soll die bereits bestehende Videoüberwachung „Dieser Fall ist das beste Plädoyer dafür, Videoüberwachung weiter verdichtet werden. an Brennpunkten einzusetzen“.
Im August zündete ein Mann, ebenfalls in der Königstor- Noch in der ersten Jahreshälfte 2018 sollen mehrere passage, einen verbotenen tschechischen Feuerwerkskörper zusätzliche Kameras in dem mit knapp 100 Metern sehr und verbreitete mit dem lauten Knall Angst und Schrecken. langen und ohne jegliche Ladengeschäfte ausgestalteten Abermals war es der guten Qualität der neu installierten Victoriatunnel, der tageszeitabhängig als bedrohlich Kameras zu verdanken, dass auch dieser Tatverdächtige empfunden wird, die Sicherheit erhöhen. schnell durch die Polizei festgenommen werden konnte.
Im September wurde ein junger Mann in der Königstorpassage mit einer abgebrochenen Flasche angegriffen. Auch hier waren die guten Videobilder Garant dafür, dass man dem Täter schnell habhaft werden konnte. ▶
3.1.6 Videoüberwachung im Bereich
des ÖPNV Nürnberg und Fürth
Abb. 9: Symbolbild (Foto/Fotomontage: Polizeipräsidium Mittelfranken)
Ein für die Polizei seit Jahren herausfordernder Umstand Davon profitiert auch die Polizei in erheblichem Maße. Durch und gleichzeitig dringend gebotenes Projekt konnte im Jahr die direkte Anbindung der Einsatzzentrale Mittelfranken 2017 zu einem äußerst positiven Ergebnis geführt werden: Die an das Videosystem der VAG ist es dieser annähernd ohne Optimierung von Anzahl und Aufzeichnungsqualität der Zeitverzug möglich, unter anderem Notrufe zu validieren, Videokameras im Bereich der U-Bahnzüge und -anlagen in Tatgeschehen zu erkennen, Fahndungsunterstützung zu Nürnberg und Fürth. leisten und Einsatzkräfte lageangepasst zu steuern.
Nachdem Herr Staatsminister des Innern Herrmann im Mai 2017 bekannt gab, dass der Freistaat den Ausbau der Videoüberwachung im Bereich der U-Bahnhöfe in Nürnberg und Fürth mit insgesamt 1,5 Millionen Euro fördern wird, beschlossen die Städte, die Anzahl der Kameras in den insgesamt 48 U-Bahnhöfen von aktuell 245 auf 667 im Jahr 2022 annähernd zu verdreifachen. Zudem soll sich die Aufzeichnungsqualität signifikant verbessern. Die Gesamtsumme des Ausbaus wird sich, einschließlich der staatlichen Fördermittel, auf ca. 5 Millionen Euro belaufen. ▶
3.2 Mittelfranken
3.2.1 Veranstaltungen
Bergkirchweih
Vom 01. bis 12.06.2017 stellte die 262. Bergkirchweih die Dieser positive Trend spiegelte sich letztlich auch in den Zah- Erlanger Polizei wieder vor enorme Herausforderungen. len, der auf dem Berggelände aufgenommenen Straftaten Aufgrund der angespannten Sicherheitslage mussten die wieder. Sowohl bei den Gesamtstraftaten (103/Vorjahr 130) bewährten Einsatzpläne zur Sicherheit der Besucher, dieser als auch bei den Diebstählen (47/Vorjahr 55) und bei den in Erlangen auch „5. Jahreszeit“ genannten Veranstaltung, Körperverletzungsdelikten (25/Vorjahr 34) waren deutliche bereits im Vorfeld angepasst werden. Rückgänge zu verzeichnen.
Die wohl wesentlichste Neuerung für die Besucher waren dabei die durch einen Sicherheitsdienst mit Unterstützung der Polizei an allen Bergzugängen durchgeführten Personenkontrollen.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der „Berg“ ohne größere Zwischenfälle verlaufen ist, so dass trotz wechselhaftem Wetter wieder viele hunderttausend Besucher weitgehend friedlich und ausgelassen auf dem „Bergkirchweihgelände“ und in der Erlanger Innenstadt feiern konnten. ▶
Taubertalfestival
Das 22. Taubertal-Festival wurde vom 10.08. bis 13.08.2017 Beim Festival kam es neben wenigen allgemeinpolizeilichen trotz der teilweise kühlen und nassen Witterung von ca. 15.000 Sachbearbeitungen zu keinen nennenswerten Störungen. Gästen besucht. Auch die Straftaten blieben mit 5 Körperverletzungsdelikten (Vorjahr 4) und 15 Diebstählen (Vorjahr 5) trotz Steigerungen Das bereits seit Jahren bestehende Sicherheitskonzept wurde im langjährigen Mittel. an die gegenwärtige Gefährdungslage angepasst; so wurden 2017 erstmals Sperren gegen unbefugtes Befahren an den Zufahrtsstraßen zum Festivalgelände errichtet. ▶
Summer Breeze Festival 2017
Die 20. Auflage des bundesweit bekannten Heavy-Metal- Es kam nur zu wenigen festivalt ypischen Sicherheitsstörun- Festivals wurde vom 16.08. bis 19.08.2017 von 40.000 Gäs- gen bzw. Straftaten. Alle vor Ort eingesetzten Behörden und ten besucht. Der Einsatz wurde durch das Polizeipräsidium Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie der Veran- Mittelfranken geführt, tatkräftige Unterstützung kam hier- stalter bereiteten sich intensiv auf ein für den Abend des bei von der Polizeiinspektion Dinkelsbühl, den Einsatzzügen 18.08.2017 angekündigtes Unwetter vor, welches dann aber der mittelfränischen Polizei und den Einsatzein heiten der glücklicherweise nicht in der vorhergesagten Intensität über Bayerischen Bereitschaftspolizei. Erstmals wurden beim das Festivalgelände hinweg zog, so dass die Musikdarbietun- „Summer Breeze“ aufgrund der veränderten Sicherheitslage gen lediglich für 15 Minuten unterbrochen werden mussten. Straßensperren im Zufahrtsbereich errichtet und der polizeiliche Kräfteansatz erhöht. Trotz der peripheren Lage des Festivals außerhalb von Dinkelsbühl hielten sich die Verkehrsstörungen durch An- und Das „Summer Breeze“ wurde auch 2017 seinem Ruf als Abreise im Rahmen. friedliches Festival gerecht. ▶
Fürther Kirchweih
Die Fürther Michaeliskirchweih wurde im Jahr 2017 von mehr Die Michaeliskirchweih verlief aus polizeilicher Sicht wiederals einer Million Menschen besucht. Die Höhepunkte der holt äußerst zufriedenstellend. Die angezeigten Straftaten Kirchweih waren, wie in den Vorjahren, der Erntedankfestzug gingen von 21 auf 11 zurück. Darunter waren erfreulicherund der 25. Kirchweih-Straßenlauf des LAC Quelle. weise nur 3 (Vorjahr 9) Körperverletzungsdelikte.
Während des Erntedankfestumzuges kam es zu einem Unfall Bei den Eigentumsdelikten wurde ein Rückgang von 9 auf mit einem Ochsengespann. Die beiden Zugtiere wurden aus 5 Straftaten festgestellt. nicht nachvollziehbarem Grund aufgeschreckt. Beim Versuch, die Tiere anzuhalten, wurde eine der beiden Gespannführerinnen vom Wagen überrollt und schwer verletzt.
Für die Michaeliskirchweih 2017 wurde in enger Zusammenarbeit mit allen beteiligten Behörden das Sicherheitskonzept grundlegend überprüft, überarbeitet und der Sicherheitslage angepasst. Unter anderem kamen technische Sperren zum Einsatz, gefolgt von der Umsetzung eines Lautsprecherkonzepts und der Optimierung der Fluchtwegekennzeichnung. ▶
Silvester
Der Silvesternacht ging eine intensive Einsatzvorbereitung In der Mehrzahl der Fälle handelte es sich um Ruhestörunder Polizei mit den jeweiligen örtlichen Sicherheitsbehörden gen und Sicherheitsstörungen, die in vielen Fällen im übervoraus. mäßigen Alkoholkonsum ihren Ursprung hatten.
Wie in den Vorjahren wurde beim Einsatzgeschehen selbst Mittelfrankenweit erlitten 44 Personen Verletzungen mit besonderer Wert auf eine große uniformierte Polizeipräsenz unmittelbarem Bezug zu den Silvesterfeierlichkeiten. im öffentlichen Raum gelegt.
Insgesamt verzeichnete die mittelfränkische Polizei 536 Einsätze mit Bezug auf die Silvesterfeierlichkeiten. ▶
3.2.2 Asylthematik
Zum Ende des Jahres 2017 waren in Mittelfranken 37.589 Zuwanderer registriert (Quelle: BAMF). Der Anteil an der Gesamteinwohnerzahl im Bereich des Polizeipräsidiums Mittelfranken beträgt somit ca. 2 %.
Von den 37.589 registrierten Zuwanderern leben aktuell 15.217 in Gemeinschaftsunterkünften für Asylsuchende. Das entspricht einem Anteil von circa 40 %. Derzeit sind in Mittelfranken 799 Gemeinschaftsunterkünfte unterschiedlichster Größe belegt.
Ein Großteil der Asylsuchenden, welche in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind, ist der Stadt Nürnberg zugewiesen (6.380). ▶ Abb. 10: In Asylbewerberunterkünften wohnhafte Zuwanderer (Mittelfranken)
In den Jahren 2015 und besonders 2016 war die mittel- Zur Zielgruppe des personenorientierten Ermittlungsansatzes fränkische Polizei mit einer Vielzahl von Einsätzen in Asylbe- gehören Zuwanderer, die bei der Begehung von Straftaten beiwerbergemeinschaftsunterkünften betraut. Mitte 2016 setzte spielsweise aufgrund kurzer Wiederholungsfrequenz, hohem ein deutlicher Rückgang ein, der sich bis zu Beginn des Jah- Professionalisierungsgrad oder enormer Gewaltbereitschaft res 2017 fortsetzte. Danach stabilisierte sich das Einsatzauf- aufgefallen sind. Ein Kriterium kann auch die Schwere des zukommen. Durch das Polizeipräsidium Mittelfranken wurde grundeliegenden Deliktes sein. im September 2017 die zentrale Servicestelle Asyl/Zuwanderung bei der Polizeiinspektion Zirndorf installiert. Ihr obliegt Das Verfahren konnte mittlerweile etabliert werden. Im hauptsächlich die Durchführung des „Priorisierungsverfah- Bereich Informationsgewinnung und –austausch wurden rens Asyl“. bereits erste Synergieeffekte festgestellt.
Ziele des Verfahrens sind: Durch die enge Kooperation der Servicestelle Asyl/Zuwanderung z. B. mit den Ausländerbehörden und der Justiz, ▷ die Identifizierung relevanter Straftäter / Ordnungs- aber auch polizeiintern, etwa mit der BAO Köpa (siehe auch: störer Schwerpunkt Königstorpassage ab Seite 117) können Vorgän- ▷ die Bewertung ihrer Gefährlichkeit und der Wahr- ge wesentlich effizienter und stringenter abgearbeitet werscheinlichkeit einer erneuten Straffälligkeit den. ▷ die Zusammenfassung der Erkenntnisse ▷ der Austausch mit den tangierten Polizeidienststellen sowie anderen Behörden und ▷ die Abstimmung der Folgemaßnahmen (z. B. räumliche Beschränkung, Verlegung, Haftantrag, Beschleunigung des Strafverfahrens) ▶
3.2.3 Sicherheitswacht
Abb. 11: Symbolbild Sicherheitswacht
Die Bayerische Sicherheitswacht unterstützt derzeit acht Haupteinsatzgebiete der Sicherheitswacht: Polizeiinspektionen in Mittelfranken mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit. ▷ Öffentlicher Personennahverkehr ▷ Parkanlagen Im Jahr 2018 erfolgt eine Ausweitung auf zwei weitere Dienst- ▷ Parkhäuser stellen, so dass zukünftig auch in Herzogenaurach und in der ▷ Fußgängerzonen Altstadt Nürnbergs Angehörige der Sicherheitswacht dem ▷ Umfeld von Veranstaltungen (z.B. Christkindles- Bürger als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. markt) ▷ Bereich touristischer Schwerpunkte Nach Abschluss der Ausbildung im ersten Halbjahr 2018 üben ▷ Wohnsiedlungen ▶ bis zu 128 Bürger dieses Ehrenamt aus. ▶
Besondere Ereignisse im Jahr 2017:
Im Bereich der Stadt Schwabach wurde ein Sicherheits- Bis zum Jahr 2020 ist vorgesehen die Stellen der bayerischen wachtmitarbeiter in Ausübung seines Dienstes beleidigt und Sicherheitswacht auf insgesamt 1.500 zu erweitern. tätlich angegangen. Der Täter wurde mittlerweile zu 300,--€ Geldbuße, 100,--€ Schmerzensgeld und Sozialstunden mit Die bayerische Sicherheitswacht ist ein Baustein der einer Bewährungszeit von 2 Jahren verurteilt. Sicherheitsarchitektur in Mittelfranken und Bayern. Das ehrenamtliche Engagement der Bürger unterstützt die Polizei Weitere exemplarische Vorgänge: und die Sicherheitsbehörden in ihrem Auftrag und trägt somit dazu bei, die Sicherheitslage weiterhin zu verbessern. ▷ Alkoholgenuss im öffentlichen Raum (Stadtsatzungen) ▷ Sicherheit auf Spielplätzen (rauchende Jugendliche, Alkoholgenuss) ▷ Betrügerisches Betteln ▷ Aufgriff von hilflosen Person ▷ Jugendschutz (alkoholisierte Jugendliche, Abgabe von Alkohol) ▷ Verstöße gegen das Bayer. Straßen- und Wegegesetz (sog. Sondernutzungen) ▶
4. Verkehrslage
- Verkehrslage
Begriffsdefinitionen
VUPS Verkehrsunfälle mit Personenschaden
Unfall mit Getöteten
Als Getötete werden alle Personen gezählt, die innerhalb von 30 Tagen nach dem Unfall an den Unfallfolgen verstorben sind.
Unfall mit Verletzten
Verletzte sind Personen, die bei einem Unfall Körperschaden erlitten haben. Werden sie deshalb zur stationären Behandlung (d. h. mindestens 24 Stunden) in ein Krankenhaus aufgenommen, so gelten sie als Schwerverletzte.
VUSW Verkehrsunfälle mit Sachschaden
Schwerwiegender Unfall mit Sachschaden
Ein schwerwiegender Unfall mit Sachschaden liegt vor, wenn nach den Feststellungen der Polizei als Unfallursache eine Ordnungswidrigkeit begangen wurde, bei der nach dem bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog eine Geldbuße festzusetzen oder eine Straftat im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr anzunehmen ist. Ein schwer wiegender Unfall mit Sachschaden liegt auch vor, wenn ohne Rücksicht auf die Art des Sachschadens ein Unfallbetei ligter unter Alkoholeinwirkung oder unter dem Einfluss berauschender Mittel gestanden ist.
VUK Sonstiger Unfall mit Sachschaden (Kleinunfall)
Ein sonstiger Unfall mit Sachschaden liegt vor, wenn von der Polizei keine oder lediglich eine geringfügige Verkehrs ordnungswidrigkeit (d. h. eine VOWi, bei der gemäß Tatbestandskatalog noch keine Geldbuße festzusetzen ist) festge stellt wird.
Alkoholunfall Ein Alkoholunfall liegt vor, wenn einer der Unfallverursacher unter Alkoholeinfluss steht.
Schulwegunfall Verkehrsunfall, bei dem Schüler bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres auf dem Weg von und zu einer schulischen Veranstaltung, einer Betreuungseinrichtung oder einem Hort verletzt oder getötet werden.
Freizeitunfall Ein Freizeitunfall liegt vor, wenn Personen im Alter von 18 – 30 Jahren in der Zeit von 20.00 bis 06.00 Uhr auf Fahrten zu, zwischen oder von Vergnügungen verunglücken und dabei eine der Unfallursachen Geschwin dig keit, Alkohol-, Drogeneinfluss oder Übermüdung durch die Polizei festgestellt wird.
4.1 Strukturdaten Verkehr
4.1.1 Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mittelfranken
4.1.2 Kraftfahrzeugbestand
4.1.3 Bevölkerungsentwicklung
4.1.4 Straßennetz
4.2 Verkehrsunfallentwicklung im Regierungsbezirk Mittelfranken
4.2.1 Überregionaler Verkehr
4.2.1.1 Gesamtunfälle - Vergleich zum Vorjahr
4.2.1.2 Unfallfolgen - Getötete Personen
4.2.1.3 Unfallfolgen - Verletzte Personen
* Vorläufige Deutschlandzahlen
4.2.2 Entwicklung des Unfallgeschehens in Mittelfranken
Aufteilung der Verkehrsunfälle
Veränderungen zum Vorjahr in Prozent: VU gesamt: + 1,41 % - VUPS: -2,73 % - VUSW: + 3,65 % - VUK + 1,44 %
4.2.3 Getötete Personen in Mittelfranken
Verkehrstoten!
Stagnation bei den
getötete Personen
Im Verlauf der letzten fünf Jahre kamen auf Mittelfrankens Innerorts verstarben 16 (Vorjahr: 15) Personen, außerorts Straßen im Jahresdurchschnitt 71 Menschen ums Leben. Im wurden 54 (55) Menschen getötet. Jahr 2017 lag die Zahl der Verkehrstoten unter diesem Durchschnittswert. ▶
außerorts
77,14 %
innerorts
22,86 %
getötete Personen nach Ortslage
getötet innerorts getötet außerorts
4.2.4 Getötete nach Beteiligungsarten
Getötete nach Beteiligungsarten
21 24
0 5
Fußgänger Pkw Lkw Bus mot. Zweiräder Fahrrad Sonstige
Getötete Pkw-Insassen: 24 (Vorjahr: 37) Getötete Benutzer motorisierter Zweiräder 21, davon 1 Mofa-Fahrer (Vorjahr: 13) Getötete Fußgänger: 0 09 (Vorjahr: 12) Getötete Fahrradbenutzer: 09 (Vorjahr: 02) Getötete Lkw-Insassen: 0 05 (Vorjahr: 04) Getötete Bus-Insassen: 0 00 (Vorjahr: 00) Getötete sonstige Personen: 0 02 (Vorjahr: 02)
Von den insgesamt 70 (70) Getöteten waren 24 (37) Fahrer Von den Getöteten hatten 7 (7) den Sicherheitsgurt nicht anbzw. Mitfahrer im Pkw. Als Fußgänger wurden 9 (12) und als gelegt, obwohl die entsprechenden Sicherungsmöglichkeiten Radfahrer 9 (2) Personen getötet. ▶ vorhanden waren. Bei weiteren 5 (9) Getöteten war der Sicherungsstatus nicht zu klären.
4.2.4.1 Getötete nach Risikogruppen
Kinder im Alter bis 13 Jahre: 00 (Vorjahr: 04) Junge Erwachsene von 18 bis 24 Jahre: 12 (Vorjahr: 06) Senioren ab 65 Jahre: 17 (Vorjahr: 16)
4.2.5 Verletzte Personen in Mittelfranken
verletzte Personen
12.000
9.810
9.600 9.296 9.322 9.400
8.337 7.931 7.973 8.092 7.981
1.365 1.349 1.508 1.473 1.419
10.000
8.000
6.000
4.000
2.000
verletzte Personen schwer verletzte Personen leicht verletzte Personen
Leichter Rückgang bei den schwerverletzten Personen um -3,67% und bei den leicht verletzten Personen um -4,27%.
4.2.6 Örtliche Verteilung der Verkehrsunfälle
3 2 4 /3 .3 a 1 l 1 le U r n U f n äl f l ä e l l i e n n er e e r i o g r n ts eten sich innerorts
VU innerorts
4.782
18.696
10.833
VUPS innerorts VUSW innerorts VUK innerorts
1 1 8 /3 .0 a 0 l 6 le U r n U f n äl f l ä e l l i e n n er e e r i o g r n ts eten sich außerorts
VU außerorts
2.462
2.934
12.610
VUPS außerorts VUSW außerorts VUK außerorts
4.2.6.1 Entwicklung des Unfallgeschehens auf den Autobahnen
4.2.6.1.2 BAB-Unfälle - Hauptunfallursachen
Die Hauptunfallursache auf den Autobahnen war „Ungenügender Sicherheitsabstand“
Häufigste Hauptunfallursachen:
◆ Ungenügender Sicherheitsabstand ◆ Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit / Nicht angepasste Geschwindigkeit ◆ Fehler beim Nebeneinanderfahren / Nichtbeachten des Reißverschlussverfahrens
4.2.7 Zeitliche Verteilung
4.2.7.1 VU nach Tageszeiten
VU nach Tageszeiten VUPS VUSA VUK
2.500
2.202 1.951 1.944 1.885
1.755 1.839 1.815 1.849 1.772 1.564 1.452 1.475 1.403 1.275
1.230 1.190 1.180 1.130 1.055 1.045 995 907 934 934 932
868 850 765 778 680 704 582 479 154 352 316 292 401 196 415 504 483 518 588 573 646 638 475 421 282 279 209
| 1.951 | 1.944 | |
|---|---|---|
| 1.772 |
2.000
1.500
1.000
91 90 67 89 316 331 325 361 312
239 218
0 56 40 48 34 39 112 164 133 91
Insbesondere in der Rush-Hour, zwischen 16:00 Uhr und 18:00 Uhr, ereigneten sich die meisten Verkehrsunfälle.
r gefährlich!
u
o
H
-
h
s
u
R
rs
e
d
n
o
s
e
b
4.2.7.2 VU nach Wochentagen
VU nach Wochentagen VUPS VUSA VUK
6.000
5.335 4.875 4.931 4.996
4.733
3.762
2.674 2.137 2.106 2.147 2.217 2.196
1.742 1.222
1.100 1.125 1.101 1.148 1.193 919 658
5.000
3.762
4.000
3.000
1.742
2.000
1.000
Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
Donnerstag und Freitag wurden die meisten Unfälle gemeldet, die Sonntage waren am geringsten belastet.
4.2.7.3 VU nach Straßenklassen
Verletzte nach Straßenklassen
1.167
3.716
1.708
1.938
BAB Bundesstraßen Staatstraßen Kreisstraßen Gemeindestraßen
4.2.7.4 Getötete nach Straßenklassen
Getötete nach Straßenklassen
BAB Bundesstraßen Staatstraßen Kreisstraßen Gemeindestraßen
Statistisch gesehen:
◆ ereignete sich in Mittelfranken alle 10 Minuten ein Verkehrsunfall ◆ wurde jede Stunden ein Verkehrsteilnehmer verletzt ◆ kam alle fünf Tage ein Verkehrsteilnehmer ums Leben
4.2.8 Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort
Veränderungen zum Vorjahr in Prozent:
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort
◆ VU-Flucht: + 2,23 % VU gesamt VU mit VUFlucht ungeklärt geklärt
◆ Ungeklärt: + 2,88 %
49.092 8.431 ◆ Geklärt: 1,20 % 2013 5.082 3.349
48.955 8.505 2014 5.227 3.278
51.686 9.085 2015 5.663 3.422
51.590 9.487 2016 5.826 3.661
52.317 9.699 2017 5.994 3.705
0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000
Von den insgesamt 52.317 Verkehrsunfällen in Mittelfranken waren im abgelaufenen Jahr 9.699 (9.487) Unfälle mit Flucht (18,54 %, Vorjahr: 18.38 %) zu bearbeiten. Die Aufklärungsquote lag unverändert bei 37,5 %.
4.2.9 Unfallursachen
Nachfolgende Grafik stellt die wesentlichen Hauptunfallursachen beim beim Fahrzeugführer/Fußgänger auf Mittelfrankens Straßen dar.
Hauptunfallursachen (1. Ursache beim Beteiligten 01; inkl. Kleinunfälle)
0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 14.000
| 442 | |||
|---|---|---|---|
| 2.544 | |||
| 2.830 | |||
| 13.2 | |||
| 1. | 536 | ||
| 2.082 | |||
| 3.108 | |||
| 1 | 1.647 | ||
| 23 |
Alkoholeinfluss
Falsche Straßenbenutzung bzw. Nichtbeachten des Rechtsfahrgebotes
Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit/Nichtangepasste Geschwindigkeit in anderen Fällen
Ungenügender Sicherheitsabstand 98
Fehler beim Überholen bzw. Vorbeifahren
Fehler beim Nebeneinanderfahren bzw. Nichtbeachten des Reißverschlussverfahrens
Nichtbeachten der Vorfahrt oder des Vorranges
Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein und Anfahren
Falsches Verhalten der Fußgänger beim Überschreiten der Fahrbahn
Die drei häufigsten Hauptunfallursachen in Mittelfranken sind:
◆ Ungenügender Sicherheitsabstand ◆ Fehler beim Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren/Ein- und Anfahren ◆ Nichtbeachten der Vorfahrt oder des Vorrangs
Folgende Grafik zeigt die häufigsten Unfallursachen bei Verkehrsunfällen mit Toten und/oder Schwerverletzten.
häufigste Unfallursachen (bei VU mit Toten und/oder Schwerverletzten)
0 50 100 150 200 250 300 350
| 52 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2 | 39 | ||||
| 316 | |||||
| 162 | |||||
| 76 | |||||
| 28 | |||||
| 209 | |||||
| 23 | 8 | ||||
| 9 | |||||
| 80 |
Alkoholeinfluss
Falsche Straßenbenutzung bzw. Nichtbeachten des Rechtsfahrgebotes
Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit/Nichtangepasste…
Ungenügender Sicherheitsabstand
Fehler beim Überholen bzw. Vorbeifahren
Fehler beim Nebeneinanderfahren bzw. Nichtbeachten des Reißverschlussverfahrens
Nichtbeachten der Vorfahrt oder des Vorranges
Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein und Anfahren
Falsches Verhalten der Fußgänger beim Überschreiten der Fahrbahn
Fahrbahnglätte durch Schnee, Eis, Regen bzw. Verunreinigung durch Öl, Laub, Dung u. ä.
Die drei häufigsten Unfallursachen bei Unfällen mit Toten und/oder Schwerverletzten sind:
◆ Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit / Nichtangepasste Geschwindigkeit in anderen Fällen ◆ Falsche Straßenbenutzung bzw. Nichtbeachten des Rechtsfahrgebotes ◆ Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein-und Anfahren
4.2.10 Geschwindigkeitsunfälle
Geschwindigkeitsunfälle VU Verletzte Getötete
3.344 3.500 3.177 3.149 3.060 2.931 3.000
2.500
2.000 1.620 1.637 1.544 1.501 1.403 1.500
1.000
Leichter Anstieg der Getöteten aufgrund „Raserei“. Waren im Vorjahr noch 40 % der Getöteten auf die Unfallursache zurückzuführen, sind es im Jahr 2017 bereits 42,6 %.
4.2.11 Alkoholunfälle
Entwicklung der Alkoholunfälle
523 525
289 293 294 300 269 257
Alkoholunfälle Verletzte Tote
Es ereigneten sich im abgelaufenen Jahr 525 Verkehrsunfälle mit Alkoholeinwirkung (Vorjahr: 575, Veränderung: - 8,70 %).
Es wurden 257 (294) Personen verletzt und 4 (6) Personen getötet.
Alkoholunfälle nach Wochentagen
133
106
79
58 54 48 47
106
Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
4.2.12 Verkehrsunfälle unter Drogeneinwirkung
Entwicklung der Drogenunfälle
60 56
30 25 25
1 0 0 0
Drogenunfälle Verletzte Tote
Es wurden 67 Unfälle unter dem Einfluss anderer berau- Bei Drogenunfällen wurden im abgelaufenen Jahr 27 (25) schender Mittel (Drogen, neue psychoaktive Substanzen, Personen verletzt und 0 (0) getötet. Medikamente) registriert. (Vorjahr: 54, Anstieg um 24,07 %). ▶
Drogenunfälle nach Wochentagen
16
12
11 11
8
6
3
11
11
3
Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
4.2.13 Risikogruppen
4.2.13.1 Risikogruppen nach Alter
4.2.13.2 Kinder im Alter von 0 bis 13 Jahren
wurde kein
Es
getötet!
Kind
VU mit Beteiligung und/oder Schädigung von Kindern
(im Alter von 0 bis 13 Jahren)
672 642
4 1 3 072 842
2 0 2 2 2 0 732 772
1 1 0 852 162
0 0 0
VU verletzte Kinder verl. K. als Beteiligte verl. K. als Mitfahrer getötete Kinder get. K. als Beteiligte get. K. als Mitfahrer
Kinder (im Alter von 0 bis 13 Jahren) waren an 488 Unfällen 2017 wurde kein Kind getötet! (Vorjahr: 494, Veränderung: - 1,21 %) beteiligt.
Bei diesen Verkehrsunfällen wurden insgesamt 518 (Vorjahr: 519, Veränderung: - 0,19 %) Kinder verletzt. ▶
4.2.13.3 Schulwegunfälle
Schulwegunfälle
100 96 95 94 90 91 91 90 83
30 24
20 13 12 8 8
VU leicht verl. Schüler schwer verl. Schüler getötete Schüler
Es ereigneten sich 94 Schulwegunfälle. (Veränderung zum Vorjahr mit 96 Unfällen: - 2,08 %).
4.2.13.4 „Junge Erwachsene“ im Alter von 18 bis 24 Jahren
(im Alter von 18 bis 24 Jahren)
◆ Unfälle: - 4,96 %
5.000
◆ Verletzte: - 9,62 %
4.500
◆ Getötete: + 100 %
4.000
3.500
908.2 666.2
217.2 085.2
066.2 115.2
656.2 394.2
706.2 554.2
3.000
2.500
2.000
824.1 445.4
424.1 563.4
493.1 854.4
553.1 395.4
782.1 Veränderungen zum VU mit Beteiligung von Jungen Erwachsenen Vorjahr in Prozent:
1.500
1.000 386.4
VU gesamt JE als Verursacher JE als Hauptverursacher verletzte JE getötete JE
Der Anteil der Altersgruppe „Junge Erwachsene“ Von den 4.365 (4.593) Verkehrsunfällen mit Beteiligung von (18 bis 24 Jahre) am Gesamtunfallgeschehen Jungen Erwachsenen haben 2.493 (2.511) Unfälle die Jungen (ohne Kleinunfälle) beträgt 20,8 %, obwohl der Erwachsenen (als Hauptverursacher) selbst verschuldet. Bevölkerungsanteil nur bei 8,2 % liegt.
Die jungen Erwachsenen sind deshalb die am stärksten gefährdete Altersgruppe. ▶
4.2.13.5 Senioren
VU mit Beteiligung von Senioren
(im Alter ab 65 Jahre) ◆ Unfälle: + 4,79 %
◆ Verletzte: + 4,98 %
4.500
◆ Getötete: + 6,25 %
4.000
3.500
366.2 855.2 Veränderungen zum Vorjahr in Prozent:
965.2 654.2 960.4
055.2 154.2 388.3
3.000
153.2 742.2 418.3
323.2 422.2 895.3
2.500
2.000
1.500
1.000
VU Senioren als Verursacher Senioren als Hauptverurs. verletzte Senioren getötete Senioren
Die Senioren, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung Von den 4.069 (3.883) Verkehrsunfällen mit Beteiligung von 20 % im Regierungsbezirk Mittelfranken beträgt, sind nur Senioren haben 2.558 (2.456) Unfälle die Senioren mit 12,17 % als Hauptunfallverursacher am Gesamtunfall- (als Hauptverursacher) selbst verschuldet. geschehen (VUPS/VUSW ohne Kleinunfälle) beteiligt. ▶ 725.3
S a e b n e i r o 2 re 4 n % fa d h e r r e G n e s t i ö ch te e t r e , n
Senioren.
waren
4.2.13.6 Risikogruppen nach Verkehrsbeteiligung
4.2.13.6.1 Radfahrunfälle
Radfahrunfälle
◆ Unfälle: + 0,34 %
◆ Verletzte: - 0,59 %
2.500
◆ Getötete: + 350 %
2.000
563.1 301.1 968.1 Veränderungen zum Vorjahr in Prozent:
953.1 990.1 088.1 830.2 702.2
1.500
432.1 547.1 130.2 612.2
271.1 607.1 149.1 090.2
730.1 435.1 488.1 820.2
1.000 107.1 538.1
VU beteiligte Radfahrer Radfahrer als Verursacher Radfahrer als Hauptverurs. verletzte Radfahrer getötete Radfahrer
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung der Radfahrer Von den 2.038 (2.031) Verkehrsunfällen haben 1.103 (1.099) betrug im abgelaufenen Unfälle die Radfahrer (als Hauptverursacher) selbst verschuldet. Jahr 2.038 (Vorjahr: 2.031) mit 9 (2) getöteten und 1.869 (1.880) verletzten Radfahrern. ▶
4.2.13.6.2 Motorradunfälle
Motorradunfälle
157 377 897 318 097 018 777 797
getötete
Kradbenutzer.
VU beteiligte Kradfahrer Kradfahrer als Verursacher Kradfahrer als Hauptverurs. verletzte KradBenutzer getötete KradBenutzer
Im vergangenen Jahr ereigneten sich 777 Unfälle mit Von den 777 Motorradunfällen haben 377 Unfälle die motorisierten Zweirädern. Motorradfahrer (als Hauptverursacher) selbst verschuldet. (Vorjahr: 790, Rückgang von -1,65%).
Es wurden 20 (10) Kradbenutzer getötet und 698 (712, -1,97%) verletzt. ▶
4.2.13.6.3 Lkw-Unfälle
Lkw-Unfälle
◆ Unfälle: + 3,51 %
3.500
◆ Verletzte: + 10,55 %
3.000
◆ Getötete: + 25 %
2.500
810.2 959.1 Veränderungen zum Vorjahr in Prozent:
369.1 688.1 958.2 012.3
988.1 028.1 734.2 627.2
408.1 237.1 267.2 021.3
376.1 426.1 285.2 788.2
2.000
getötete
1.500
Lkw-Fahrer.
1.000 346.2 259.2
VU beteiligte Lkw LkwFührer als Verursacher LkwFührer als Hauptverurs. verletzte LkwInsassen getötete LkwInsassen
Bei den Verkehrsunfällen mit Beteiligung von LKW wurden Von den 2.859 (2.762) LKW-Unfällen haben die LKW-Führer 5 (4) Lkw-Insassen getötet und 220 (199) verletzt. ▶ (als Hauptverursacher) 1.959 Unfälle (1.886) selbst verschuldet.
4.2.14 Herausragende Verkehrsunfälle im Bereich des PP Mittelfranken (ohne Nürnberg)
Linienbus brennt nach Frontalzusammenstoß
mit Krad völlig aus ▶
Dinkelsbühl – Am 20. Mai 2017 geriet ein 24-jähriger Kradfahrer mit seinem Krad auf der Kreisstraße AN44 im Bereich einer Anhöhe aus unerklärlichen Gründen auf die Gegenfahrbahn und kollidierte dort mit einem entgegenkommenden Linienbus auf Dienstfahrt, der nur mit dem Fahrer besetzt war. Der Kradfahrer wurde hierbei komplett über die Frontscheibe durch den Bus bis zur hintersten Sitzreihe geschleudert. Anschließend fingen beide Fahrzeuge Feuer und brannten völlig aus. Während der Busfahrer lediglich leicht verletzt wurde, verstarb der Kradfahrer während des Aufprallgeschehens aufgrund seiner multiplen Verletzungen.
20-jährige erfasst vorausfahrenden Radfahrer
auf gerader Strecke ▶
Simmershofen – Am 15. Juli 2017 fuhr ein 55-jähriger mit seinem Rennrad und einem vorausfahrenden Bekannten auf einem E-Bike auf der Ortsverbindungsstraße Equarh ofen- Großharbach. Aus ebenfalls ungeklärter Ursache erfasste eine Opel Corsa Fahrerin den hintersten Radfahrer auf kerzen gerader Strecke, sodass dieser zunächst gegen die Windschutzscheibe und dann mit samt seinem Fahrrad in den Straßengraben geschleudert wurde. Der Radfahrer verstarb noch an der Unfallstelle aufgrund seiner schweren Kopfverletzungen mit Schädel-Hirn-Trauma sowie weiterer nicht unerheblicher Verletzungen im Rücken- und Beinbereich. In wie weit und wodurch die Fahrerin eventuell abgelenkt gewesen sein könnte, blieb ungeklärt.
Mit entwendetem Kleintransporter und 1,70 Promille
Radfahrer überfahren, mitgeschleift und getötet sowie
weiteren Radfahrer schwer verletzt ▶
Möhrendorf – Am 01.06.2017 – erster Tag der Erlangener Bergkirchweih - entwendete ein 29-jähriger gegen 18.45 Uhr einen Kastenwagen in Nähe der Erlanger Bergkirchweih während eines Entladevorgangs. Mit 1,70 Promille machte er sich sodann auf den Weg Richtung Möhrendorf und gefährdete unterwegs eine Vielzahl von Verkehrsteilnehmern. Gegen 19.00 Uhr fuhr er schließlich auf der Möhrendorfer Hauptstr. auf zwei vorausfahrende Radfahrer (beide 58 J.) auf. Der eine wurde hierbei zunächst gegen die Windschutz scheibe geschleudert und anschließend vom Fahrzeug überrollt und mitgeschliffen. Während der überrollte Radfahrer noch an der Unfallstelle verstarb, wurde der andere Radfahrer mit schweren Verletzungen in die Chirurgie eingeliefert.
4.3 Verkehrsunfallentwicklung im Stadtgebiet Nürnberg
4.3.1 Unfallbilanz und –entwicklung
Die Gesamtunfallzahlen sind von 2016 auf 2017 um 0,32 % Bei den Kleinunfällen (VUK) ist ein Anstieg um 3,60 % festzugestiegen. stellen.
Die Anzahl von Verkehrsunfällen mit Sachschaden (VUSW) sank um -1,16 %. ▶
Bei den Unfällen mit Personenschaden (VUPS) ist ein Rückgang um -7,46 % und bei den Verletzten ein Rückgang von -7,11 % festzustellen.
4.3.3 Getötete mit Beteiligungsarten
Betrachtet man nur das Stadtgebiet Nürnberg ist die Bei den Getöteten handelt es sich um 3 Fußgänger, 1 Pkw- Anzahl der tödlich verletzten mit 8 Personen zu 2016 gleich- Fahrer, 1 Lkw-Fahrer, 2 Kradfahrer und 2 Fahrradfahrer. geblieben.
Da sich jedoch 1 tödlicher Verkehrsunfall auf der BAB 6 im sogenannten Übertragungsbereich ereignete, steigt die statistische Gesamtzahl der Verkehrstoten auf 9 für das Stadtgebiet Nürnberg im Jahre 2017 an. ▶
4.3.4 Zeitliche Verteilung der Verkehrsunfälle
4.3.5 Unfallursachen
4.3.6 Besondere Unfallarten
4.3.6.1 Alkoholunfälle
Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit der Ursache „Alkohol“ sank um -9,63%.
Alkoholunfälle nach Wochentagen
51
30 24
18 17 16
13
13
Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
4.3.6.2 Drogenunfälle
Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit der Ursache „Drogen- Hiervon 32 Straftaten nach dem StGB und 435 Verkehrseinfluss“ stieg um 66,67%. ordnungswidrigkeiten nach dem StVG.
Es wurden 467 „folgenlose“ Fahrten unter Einfluss von Betäubungsmitteln festgestellt und zur Anzeige gebracht. ▶
4.3.6.3 Geschwindigkeitsunfälle
4.3.6.4 Schulwegunfälle
Die Gesamtzahl der Schulwegunfälle ging von 31 (2016) Einen nicht unerheblichen Beitrag zur Schulwegauf 26 (2017) zurück. sicherheit tragen sicherlich auch die präventiven Bemühungen (Jugendverkehrsschule, Polizeipuppenbühne, Unter richte, Bei den leichtverletzten Kindern (= weniger als 24 Stun- Vorträge und das im Zweijahresrhythmus stattfindende den Krankenhausaufenthalt) ist ein Rückgang von 28 auf 24 „Internationale Festival der Polizeipuppenbühnen“ bei. festzustellen. Kein Kind wurde auf dem Schulweg schwer verletzt. Glücklicherweise ereignete sich auch kein tödlicher Insgesamt wurden seit Bestehen der Nürnberger Polizei- Schulwegunfall. puppenbühne und nach Abschluss des “10. Internationalen Festivals der Polizeipuppenbühnen“ im Mai in Mittelfran- In den letzten Jahren führte die Nürnberger Polizei u. a. ken fast 300.000 Kinder durch eine Vorstellung einer Polizeigemeinsam mit dem Zweckverband Kommunale Verkehr- puppenbühne erreicht. süberwachung Einsätze zur Erhöhung der Schulwegsicherheit durch. Bei den Geschwindigkeitskontrollen insbesondere an Schulwegen wurden in der ersten Schulwoche des Schuljahres 2017/2018 636 Verstöße geahndet.
Bei Schwerpunkteinsätzen vor Schulhäusern wurden im gleichen Zeitraum 471 behindernd und gefährdend abgestellte Fahrzeuge beanstandet. Aber auch 37 Eltern, die ihre Kinder nicht ordnungsgemäß im Fahrzeug gesichert hatten, erhielten eine entsprechende Verwarnung bzw. Anzeige. ▶
4.3.6.5 Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort
Die Anzahl der Unfallfluchten verringerte sich um -0,53 % . 24,81 % aller Verkehrsunfälle sind Unfallfluchten!
Die Aufklärungsquote liegt bei 36,48 % ▶
4.3.7 Besondere Risikogruppen
4.3.7.1 Kinder
Im Jahre 2017 wurde in Nürnberg kein Kind bei einem Verkehrsunfall getötet.
4.3.7.2 Junge Erwachsene
Die Verkehrsunfälle unter Beteiligung von „Jungen Er- In Nürnberg leben 46.324 Junge Erwachsene im Alter von wachsenen“ sind 2017 im Stadtgebiet Nürnberg um -9,69 % 18 – 24 Jahren. Bei einer Einwohnerzahl vom 539.970 gesunken. entspricht dies einem Bevölkerungsanteil von 8,6 %.
627 Unfälle wurden von „Jungen Erwachsenen“ verursacht Der Anteil der Jungen Erwachsenen an den Verkehrsunfällen (Hauptverursacher). (ohne Kleinunfälle) beträgt 18,75 %.
Insgesamt wurden 317 Personen dieser Zielgruppe verletzt. ▶
4.3.7.3 Senioren
In Nürnberg leben 106.829 Senioren im Alter ab 65 Jahren.
Bei einer Einwohnerzahl vom 539.970 entspricht dies einem Bevölkerungsanteil von 19,8 %.
Der Anteil der Senioren an den Verkehrsunfällen (ohne Kleinunfälle) beträgt 17,08 %.
Zu den 3 Hauptunfallursachen bei Senioren zählen:
- Fehler beim Abbiegen / Wenden 2. „andere Fehler“! Dazu zählen z. B. Ablenkung, Unaufmerksamkeit etc. 3. Missachtung der Vorfahrt anderer Verkehrsteilnehmer
4.3.8 Herausragende Verkehrsunfälle
Probefahrt mit Krad und überhöhter Geschwindigkeit
endete tödlich ▶
Ansbacher Straße / REZ – Am 21. Juli 2017 war ein 29-jähriger aus Bielefeld angereist, um sich ein Gebraucht- Motorrad anzusehen und Probe zu fahren. Die dann durchgeführte Probefahrt führte schließlich auch in die Ansbacher Straße in Richtung Röthenbacher Einkaufszentraum.
Zeugenaussagen zufolge soll der 29-jährige an der Ampel bereits mit Vollgas angefahren und mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein. Eine 78-jährige auf der Gegenfahrbahn wollte mit ihrem VW Golf abbiegen und in das Parkhaus des REZ einfahren, übersah jedoch den Kradfahrer bzw. rechnete nicht mit dessen überhöhter Geschwindigkeit, sodass es zu einer für den Kradfahrer tödlichen Kollision kam.
Nach einer 27 Meter langen Bremsspur konnte noch eine 16 Meter lange Kratz- und Schleifspur des gestürzten Krades vor dem Kollisionspunkt festgestellt werden. Der Kradfahrer rutschte bzw. prallte hierbei mit seinem Helm/Kopf gegen die hintere Beifahrerseite des VW Golf. Das Krad rutschte bzw. überschlug sich nach der Kollision und blieb weitere 40 Meter dahinter liegen.
Betonmischer übersieht 33-jährige Radfahrerin beim
Abbiegen ▶
Vogelweiher-/Ulmenstraße – Am 22. Mai 2017 bog ein 25-jähriger Fahrer mit seinem Lkw-Spezialaufbau (Betonmischer) von der Vogelweiherstraße kommend in die Ulmenstraße Richtung Frankenschnellweg ab. Während des Abbiegevorganges übersah der Fahrer des Lkws offen sichtlich die rechts neben ihm fahrende Radlerin und erfasste diese vermutlich mit den vorderen rechten Zwillingsreifen im Brustbereich. Das völlig beschädigte Fahrrad hatte sich hierbei quasi um die Radlerin förmlich herumgewickelt.
Die 33-jährige Radlerin wurde durch Ersthelferin (zufällig hinzukommende Ärztin) und während des Transportes ins Krankenhaus fortlaufend reanimiert, verstarb jedoch wenig später im Krankenhaus aufgrund der schwerwiegenden Verletzungen.
4.4 Verkehrsunfallentwicklung regional
4.4.1 Stadt Fürth
4.4.2 Stadt Erlangen
4.4.3 Stadt Schwabach
4.4.4 Stadt Ansbach
4.4.5 Landkreis Ansbach
4.4.6 Landkreis Erlangen-Höchstadt
4.4.7 Landkreis Fürth
4.4.8 Landkreis Nürnberger Land
4.4.9 Landkreis Neustadt a.d. Aisch - Bad Windsheim
4.4.10 Landkreis Roth
4.4.11 Landkreis Weißenburg - Gunzenhausen
4.5 Maßnahmen und Tätigkeiten im Verkehrsdienst
4.5.1. Verkehrsdelikte / Verkehrsüberwachung
Durch Alkoholkontrollen wurden 2384 Fahrten unter Alko- Darüber hinaus konnten 458 Trunkenheitsfahrten verhütet holeinfluss gem. §§ 315 c, 316 StGB und § 24 a/I StVG fest- werden (Vorjahr 413 bzw. + 10,9 %): gestellt. ▶
Bei Drogenkontrollen, durchgeführt von speziell ausgebildeten Beamten und mit Hilfe von Drogenschnelltests, wurden im vergangenen Jahr 1496 folgenlose Drogenfahrten gem. §§ 315 c, 316 StGB und 24 a/II StVG festgestellt:
Darüber hinaus wurden im Jahr 2017 insgesamt 4543 sonstige Verkehrsstraftaten angezeigt bzw. festgestellt. Hierbei sind besonders zu erwähnen:
4.5.2 Einsatz der Messgeräte
Zur Bekämpfung der Hauptunfallursachen „Überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit“ und „Nichteinhaltung des Sicherheitsabstandes“ wurden durch die Verkehrspolizeiinspektionen ganzjährig polizeiliche Geschwindigkeits-/Abstandsmessungen mit Großgeräten durchgeführt:
Darüber hinaus erfolgten auch durch die örtlich zuständigen Dienststellen Geschwindigkeitsmessungen mit Laserhandpistolen.
Durch den Einsatz ziviler Dienstfahrzeuge mit eingebauten Videoanlagen erfolgte ferner eine verstärkte Verkehrsüberwachung insbesondere auf den Fernstraßen:
Im Rahmen von stationären Abstandsmessungen auf den Fernstraßen wurden nachfolgende Ergebnisse erzielt:
4.5.3 Gurtanlegepflicht und Benutzung von Mobiltelefonen
Das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes und/oder die unzulässige Benutzung von Mobiltelefonen durch Kraftfahrzeugführer beeinflussen als mittelbare Ursachen das Unfallgeschehen bzw. die daraus resultierenden Personenschäden nachhaltig und wurden gezielt geahndet:
4.5.4 Überwachung des Güter- und Personenverkehrs
Im Jahr 2017 wurden in Mittelfranken insgesamt 41.973 In 579 Fällen musste die Weiterfahrt untersagt werden. Nutzfahrzeuge kontrolliert und davon 10.289 Fahrzeuge überwiegend wegen Verstößen gegen die Sozialvorschriften, einer mangelhaften Ausrüstung oder unzureichenden Ladungssicherung beanstandet. ▶
Dabei handelte es sich in 938 Fällen um Gefahrguttransporter, In 55 Fällen musste die Weiterfahrt untersagt werden. die in 272 Fällen wegen Verstößen nach gefahrgutrechtlichen Bestimmungen beanstandet werden mussten. ▶
4.5.5 Schwerpunktaktionen
Blitzmarathon am 19./20.04.2017
Aufgrund der ausreichenden Vorlaufzeit konnten die Dienst- Die Anzahl der mit Handlaser beanstandeten Fahrzeuge stieg stellen trotz Osterferien eine langfristige Personalplanung um 18 % an (2016 = 194 Verstöße, 2017 = 229 Verstöße). betreiben und entsprechende geeignete Kontrollstellen auswählen. Die statistischen Zahlen der Kräftelage und die Ergebnis zahlen lassen auf die hervorragende Motivation der eing esetzten Bei den PI´en und VPI´en erhöhte sich die Anzahl der Dienstkräfte schließen. eingesetzten Kontrollpersonen von 207 (im Jahr 2016) auf 242 (im Jahr 2017). Dies entspricht einer Steigerung von Bei den sonstigen Beanstandungen ist jedoch ein Rücknahezu 17 %. gang um fast 44 Prozent festzustellen (2016 = 266 Verstöße, 2017 = 117 Verstöße). Die Anzahl der Lasermessungen erhöhte sich von 82 (im Jahr 2016) auf 135 (im Jahr 2017), was einer Steigerung Als Erklärungsansatz sind hier offensichtlich die Osterferivon nahezu 65 % entspricht. en anzusehen. Insgesamt ist weniger Verkehr auf freieren Straßen unterwegs. Somit gehen die sonstigen Verstöße Die Messzeit erhöhte sich von 254 Stunden (im Jahr 2016) zurück, während aufgrund der Verkehrslage schneller auf 328 Stunden (im Jahr 2017), was einer Steigerung von gefahren werden kann. nahezu 30 % entspricht. Die Aktion wurde insbesondere im Rundfunk äußerst positiv Die beim Blitzmarathon geleisteten Personalstunden aufgenommen, entsprechend angekündigt und berichtet. erhöhten sich um fast 32 % (2016 = 538 Stunden – Neben der Radioberichterstattung erschienen verschiede- 2017 = 709 Stunden). ne Presseberichte in den Printmedien. Nachdem im Vorjahr die Pressevorstellung der Aktion im Stadtgebiet Nürnberg Aufgrund anderweitiger Einsatzlagen konnten vom Präsidium durchgeführt wurde, fand diese Veranstaltung des der Bayer. Bereitschaftspolizei keine Unterstützungskräfte PP Mittelfranken dieses Jahr alternativ in Ansbach statt. zugewiesen werden. Durch den Blitzmarathon wurde insbesondere die Die Durchlaufzahlen bei den mit Großgerät gemessenen Problematik „zu hohe Geschwindigkeit“ in das Bewusst- Fahrzeugen steigerten sich von 42.571 (im Jahr 2016) auf sein der Bevölkerung gebracht. Die präventive Wirkung des 47.077 (im Jahr 2017), was einer Steigerung von 10,5 % Blitzmarathons ist weiterhin ein wichtiger Baustein zur entspricht. Senkung der Verkehrsunfälle mit der Ursache Geschwindigkeit. Die Beanstandungsquote bei den Geschwindigkeitsverstößen mit Großgerät betrug im Jahr 2016 – 1,62 %, im Jahr 2017 – 2,47 %.
Mit Großgerät wurden im Jahr 2016 - 688 Fahrzeuge, im Jahr 2017 – 1.165 Fahrzeuge beanstandet. Die Anzahl der beanstandeten Fahrzeuge stieg somit um fast 70 % an. ▶
Schwerpunktaktion
„Ablenkung im Straßenverkehr“ im Mai 2017
Ablenkung im Straßenverkehr ist ein wesentlicher Grund für Hierdurch fühlen sich 20 Prozent der Befragten sehr stark viele Verkehrsunfälle. Auch wenn die Verkehrsunfallstatis- und weitere 40 Prozent stark abgelenkt. Fast alle Personen tik zu Ablenkung im Straßenverkehr als Unfallursache keine wissen, dass der Umgang mit dem Smartphone bei der Fahrt Aussagen trifft, belegt eine Vielzahl von wissenschaftlichen gefährlich sein kann, aber die meisten Fahrer sind der Studien, dass die vielfältigen Formen der Ablenkung im Meinung, dass sie diese Gefahren beherrschen. Straßenverkehr zu erheblichen Gefahren bei der Verkehrsteilnahme führen können. Deshalb wurden die Dienststellen des PP Mittelfranken beauftragt im Mai Schwerpunktkontrollen zur Handynutzung Im Jahr 2017 sind deshalb verschiedene Verkehrs- durchzuführen. präventionsaktionen durch das StMI unter dem Motto „Keine Ablenkung im Straßenverkehr“ geplant. Als Auftakt Folgender Detailauftrag wurde gegeben: stellte Herr Staatsminister Herrmann das neue Gewinnspiel im Rahmen der Motorradsternfahrt Kulmbach am 30.04.17 Die Polizeiinspektionen/Verkehrspolizeiinspektionen bevor. Ferner wird das Thema Ablenkung im Straßenverkehr auftragen generell die Beamten/innen des Streifendienstes im im Mittelpunkt des Bayerischen Landestages der Verkehrs- Mai mit dem Schwerpunktauftrag „Handykontrollen“. sicherheit am 27.05.17 in Landshut stehen. Jede Polizeiinspektion errichtet zusätzlich zu diesem Schwer- Vom StMI wurden die Präsidien gebeten, im Laufe des punktauftrag mindestens einmal wöchentlich eine ent- Jahres weitere Verkehrspräventionsaktionen zum Thema sprechende stationäre Kontrollstelle mit Vorselektion. zu veranstalten. Weiterhin wurde um die Durchführung von Verkehrskontrollen als Schwerpunktaktionen im Monat Mai Jede Verkehrspolizeiinspektion errichtet zusätzlich zu diesem gebeten. Schwerpunktauftrag mindestens zweimal wöchentlich entsprechende stationäre Kontrollstellen mit Vorselektion.
Besondere Lage - Handynutzung
Die Einsatzzüge unterstützen die Dienststellen in gegen- „Ablenkungsfaktor Nummer eins“ ist das Smartphone. seitiger Absprache bzw. führen zu dem Schwerpunktauftrag ebenfalls abhängig von der Einsatzlage stationäre Kontroll- Ein Autofahrer der mit Tempo 50 in der Stadt fährt und nur stellen durch. wenige Sekunden auf sein Smartphone schaut, legt in dieser Zeit 30 Meter zurück, ohne etwas vom Verkehrsablauf mitzubekommen.
Verschiedene Umfragen ergaben teils bedenkliche Ergebnisse. So wird telefoniert und SMS, E-Mails oder WhatsApp- Nachrichten werden gelesen oder geschrieben. Befragte Personen berichten sogar, dass sie im Internet surfen oder Videos ansehen. ▶
Intensivierung der Schwerlastkontrollen im Bereich
des PP Mittelfranken
Zur Erhöhung der Sicherheit auf Bundesautobahnen (siehe ◆ Dabei wurden 600 Fahrzeuge kontrolliert auch Ziff. 4) startete zum 01.05.2017 beim PP Mittelfranken (ohne Abstandsmessungen) eine mit den Verkehrsdienststellen erörterte neue Rahmenkonzeption für den Schutzbereich Mittelfranken. ◆ Davon wurden 537 Fahrzeugeinheiten beanstandet.
Ziel ist die Erhöhung der sichtbaren Kontrollpräsenz durch re- Dabei wurden folgende Verstöße festgestellt: gelmäßige stationäre Schwerverkehrskontrollen. (einschließlich sonstige Verstöße Abstandsmessungen)
Zielerreichung durch die Bündelung von Personalr essourcen ▷ 46 x GGVSEB aller mittelfränkischen Verkehrspolizeiinspektionen bei der ▷ 100 x FPersG / BKrFQG / GÜKG Planung und Durchführung gemeinsamer mehrstündiger ▷ 114 x StVZO /Technische KontrollVO / Ladung Schwerpunktkontrollen 1-mal pro Woche zu unterschied- ▷ 38 x Unterbindung der Weiterfahrt lichen Wochentagen und Tageszeiten auf den BAB. Als Kon- ▷ 27 x Sicherheitsleistung trollörtlichkeiten werden vorwiegend Parkplätze / Rastanlagen rund um Nürnberg ausgewählt. Bilanz der 18 Abstandsmessungen:
Alle mittelfränkischen Schutzpolizeidienststellen mit örtlicher ▷ 838 Gemessene Fahrzeuge mit Abstandsverstoß, davon: Zuständigkeit auf Landstraßen, Staatsstraßen und Bundesstraßen mit hohem Schwerlastverkehrsanteil, führen eben- ▷ 468 x Anhaltungen Abstandsverstöße ausländi falls im Rahmen ihrer personellen Möglichkeiten stationäre scher Betroffener Schwerlastkontrollen durch. ▷ 411 x Sicherheitsleistung Ergebnis der bisherigen Kontrolltätigkeit: ▷ 57 x Belehrung Erzwingungshaft Mit Beginn 01.05.2017 und Stand 31.12.2017 wurden 62 Kontrollen gemäß der Konzeption durchgeführt – davon 18 x Abstandsmessungen. ▶
Anlassbezogene wiederkehrende Geschwindigkeits-
kontrollen auf Landstraßen / erkannten unfallträchtigen
Krad Strecken seit dem 01.07.2017.
Ziel: Bekämpfung der Krad Unfälle mit tödlichem Ausgang mit Tragen Sie auch auf kürzeren Strecken Schutzbekleidung und begleitender Öffentlichkeitsarbeit. achten Sie auf das korrekte Schließen des Helmgurtes.
Getötete Kradfahrer im Schutzbereich des PP Mittelfranken: Rechnen Sie damit, dass Sie von anderen Verkehrsteil nehmern aufgrund Ihrer kleineren Silhouette leichter überse- Stand 30.09.2017: 19 getötete Kradfahrer-/innen hen werden.
Vergleichszeitraum Schalten Sie das vorgeschriebene Abblendlicht ein, wenn Ihr 2016: 9 getötete Kradfahrer-/innen Krad nicht mit Tagfahrlicht ausgestattet ist.
▷ Schwerpunktkontrollen der PI Ansbach mit Unterstüt- Überprüfen Sie nicht nur zum Saisonstart sondern regelzungskräften der VPI Ansbach und des Einsatzzuges Ansbach mäßig Ihre Reifen auf Beschädigungen, Profiltiefe und am 01.07.2017, 14:00 Uhr– 19:00 Uhr: Keine besonderen Vor- Luftdruck sowie passende Füllstände bei Öl, Brems- und ggf. kommnisse. auch Kühlflüssigkeit u. den technischen Zustand.
Die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining macht nicht
▷ Pressegespräch der Sachbereichsleitung PP Mittelfranken nur für Wiedereinsteiger und Fahranfänger Sinn. Auch für
- E 4 am Donnerstag, 20.07.2017, mit den regionalen Medien- Fortgeschrittene gibt es entsprechende Kurse zur Vertiefung
vertretern und einem präventivem Aufruf an die Kradfahrer-/ und Auffrischung der Fahrfertigkeiten. innen mit folgenden Hinweisen:
Die mittelfränkische Polizei rät:
Nicht angepasste Geschwindigkeit ist und war auch 2016 bis jetzt die Hauptunfallursache Nr. 1!
Passen Sie Ihre Geschwindigkeit den persönlichen
Verhältnissen und den örtlich gegebenen Straßenverhältnissen an.
Fahren Sie vorausschauend, um auf plötzlich auftretende
Hindernisse oder Gefahrensituationen rechtzeitig reagieren zu können.
Überholen Sie nur bei guten Sichtverhältnissen und klarer
Verkehrslage – beachten Sie Überholverbote. ▶
Landesweite Aktionstage „Überwachung der
Gurtanlege- und Kindersicherungsplicht“
Ergebnis der ersten 4 Schultage vom 12.09. - 15.09.2017
Der Anteil der nicht gesicherten Pkw-Insassen bei den So mussten insgesamt 157 Pkw-Fahrer wegen Nichtanlegen Verkehrstoten ist weiterhin hoch. In Bayern war etwa jeder des Sicherheitsgurtes verwarnt werden. Weiterhin wurden 21 fünfte tödlich verunglückte Pkw-Insasse im Jahr 2016 nicht Personen beanstandet, weil sie ihre Kinder nicht ordnungsangeschnallt – 306 Menschen kamen im Pkw ums Leben – gemäß gesichert hatten. 62 davon waren nicht angeschnallt! Weiterhin wurden 1.100 Verwarnungen und Anzeigen wegen Seit dem ersten Schultag wurden durch die Dienststellen verbotswidrigen Parkens, bzw. wegen Geschwindigkeitsdes Polizeipräsidiums Mittelfranken im Rahmen der oben überschreitungen im Bereich von Schulen erteilt. genannten „Landesweiten Aktionstage“ die Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht im Bereich von Schulen, Kindergärten und auf den von Schülern stark frequentierten Schulwegen zu Schulbeginn und –ende schwerpunktmäßig überwacht.
Als Bilanz der Kontrollaktion muss leider festgestellt werden, dass das Verhalten vieler Autofahrer beim Anschnallen bzw. bei der Kindersicherung sehr zu wünschen übrig lässt. ▶
Fahrfertigkeitstraining für Senioren
Die Sicherheit von Senioren im Straßenverkehr hat beim Unter der Anleitung erfahrener Fahrlehrer einer Nürnberger PP Mittelfranken weiterhin eine hohe Priorität. Um ent- Fahrschule absolvierten jeweils ca. 20 Teilnehmer mit ihrem sprechenden Unfällen und den daraus resultierenden Unfall- eigenen PKW an verschiedenen Stationen das Fahrtraining folgen vorzubeugen, führten die Verkehrswacht Nürnberg, und erhielten wertvolle Tipps zur Unfallverhütung. der Stadtseniorenrat Nürnberg und die VPI Nürnberg in Kooperation mit dem SG E 4 beim PP Mittelfranken, die Weiterhin hatten die Teilnehmer an den Veranstaltungen die erfolgreiche Aktion aus den vergangenen Jahren fort. Möglichkeit, sich freiwillig einem Seh- und Hörtest zu unterziehen. An einem Termin im Juli und an drei Terminen im Oktober, wurden auf dem Nürnberger Volksfefstplatz und in der Volks- Durch die begleitende intensive Öffentlichkeitsarbeit erreichfestwache entsprechende Trainingskurse für autofahrende te die Problematik einen großen Kreis von Senioren. Seniorinnen und Senioren angeboten. ▶
Schulwegsicherheit - Aktion „Zu Fuß zur Schule“
– Unterstützung durch die Polizei
Kinder gehören zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern Eine Verbesserung entstand meist nur kurzfristig, nachdem und sind daher im Straßenverkehr besonders gefährdet, massiv Verwarnungs gelder verhängt wurden. weshalb das PP Mittelfranken in diesem Bereich große Anstrengungen unternimmt. Selbst im direkten Umfeld von Werden Eltern von der Polizei beanstandet, ist festzustellen, Schulen kann man immer wieder Kraftfahrzeugführer, ins- dass keinerlei Unrechtsbewusstsein besteht. Es ist immer nur besondere Eltern, beobachten, die ihre Kinder mit dem Auto zu hören: „Ich muss ja nur schnell meine Kinder aussteigen zur Schule bringen und durch ihr Fehlverhalten für gefährli- lassen!“. Dass durch dieses teils sehr egoistische Verhalten chen Situationen auf dem Schulweg und teils für chaotische Gefahren für die anderen Kinder verursacht werden, Situationen vor Schulen sorgen. interessiert viele Eltern nicht.
So wird ohne Beachtung aller Verkehrsregeln in Haltverboten, Aktion „Zu Fuß zur Schule“ der Friedrich-Hegel-Schule auf dem Gehweg und in zweiter Reihe geparkt. Hier können in Nürnberg: dann die eigenen Kinder aus dem Auto in aller Ruhe aussteigen, während sich die Kinder, die zu Fuß zur Schule kom- Die Idee zur Aktion „Zu Fuß zur Schule“ der Friedrich- Hegelmen, durch die abgestellten Autos schlängeln und oft vom Schule entstand auf Wunsch der Kinder, die die gefährlichen Gehweg auf die Straße ausweichen müssen. Situationen im Umfeld ihrer Schule ändern wollten, die oft beim Bringen der Kinder mit dem Auto vor der Schule ent- Die Nürnberger Polizei versucht seit Jahren diesen Situa- stehen. tionen Herr zu werden. Dies gelingt jedoch nur punktuell und bei konzertierten Aktionen mit hohen Personalaufwand. Viele Die Kinder sammelten „Fußmeilen“, die sie erhielten, wenn sie Eltern lassen sich durch die Anwesenheit von Polizeibeamten zu Fuß oder mit dem Bus in die Schule kamen. ▶ kaum von ihrem Verhalten abbringen. ▶
Für jeden Tag, an dem sie nicht mit dem Auto Zielrichtung der Aktion war es, schon durch die ge bracht wurden, konnten die Kinder einen Behandlung der Problematik im Unterricht die Anzahl der Fußabdruck in einem kleinen Pass ausmalen. Fahrzeuge vor Schulen zu reduzieren, da die Schüler das im Die Aktion wurde schon mehrere Male durchgeführt, wobei Unterricht behandelte an die eigenen Eltern weitergaben und eine erhebliche Anzahl von Fußmeilen gesammelt wurden. hierdurch möglicherweise eine Sensibilisierung stattfand.
In einem Elternbrief wurden die Eltern über die Aktion Weiterhin sollte das verbotswidrige Verhalten nicht vorr angig informiert und um Teilnahme gebeten. durch Verwarnungsgelder der Polizei, sondern durch die betroffenen Schüler selbst reduziert werden. Die Aktion wurde vom 09.- 20.10.17 durchgeführt. Mit vor Ort waren an mehreren Tagen selbstverständlich Weiterhin haben die Schulkinder ihre Eindrücke und Polizeibeamte, so dass bei uneinsichtigen Eltern der Gefühle der für sie gefährlichen und ärgerlichen Situationen Verwarnungsblock dann doch eine Rolle gespielt hat. Schon des Schulweges in einem „offenen Brief an die Autofahrer“ nach dem zweiten Tag der Aktion war eine wesentliche festgehalten. Verbesserung der Situation festzustellen.
Während der Aktionszeit „Zu Fuß zur Schule“ wurde der of- Am Ende der Aktion war nahezu kein verbotswidriges Verhalfene Brief in morgendlichen Aktionen im Bereich der Schule ten von Fahrzeug führern mehr gegeben. Offensichtlich brachte von Schülern an die Eltern übergeben, die ihre Kinder nicht die Konfronta tion mit den Kindern , die ihre Belange dar stellten an der Aktion teilnehmen ließen, verbotswidrig vor der Schule und den offenen Brief übergaben, die betroffenen Eltern zu einer parkten und dadurch Kinder gefährdeten oder behinderten. Änderung ihrer Verhaltensweisen.
Unterstützt wurden die Kinder von Lehrern, die das von den Kindern vorgebrachte Anliegen bei den Fahrzeugführern vertieften. ▶
4.6 Verkehrsprävention/-erziehung
4.6.1 Verkehrserziehung (JVS)
Die Verkehrserzieher der Dienststellen des Polizeipräsidiums Darüber hinaus wurden u. a. 44 (28) Vorträge bei Senioren, Mittelfranken führten im Jahr 2017 insgesamt 4.800 (4.147) 5 (10) bei Feuerwehren, und 21 (6) bei Fahrschulen abge- Veranstaltungen (Vorträge, Unterrichte usw.) im Bereich der halten. Verkehrsprävention/Verkehrserziehung durch. Der Schwerpunkt liegt mit 3.366 (2.861) Unterrichtseinheiten bei der Bei den 4.800 (4.147) Vorträgen leisteten die Beamtinnen und Ausbildung von Schülern. Beamten des Polizeipräsidiums Mittelfranken 11.494 (8.977) Stunden vor insgesamt 165.586 (137.159) Personen. Dies Die Durchführung der Radfahrausbildung im Rahmen entspricht etwa 34 Teilnehmer pro Veranstaltung. Jugendverkehrsschule (JVS) in der 4. Jahrgangsstufe nimmt davon mit 1.962 (1.765) Unterrichtseinheiten den größ- Bis zur Einführung des Verkehrspräventionskalenders im ten Bereich ein. Bei diesen Unterrichten konnten fast alle Jahr 2014 konnten die Tätigkeiten im Bereich der Prävention (98,14 %, 2016: 98,06 %) der 18.927 (14.443) Schüler der statistisch nicht erfasst und ausgewertet werden. Zum Jahres- 4. Klassen ausgebildet werden. Von den 18.575 (14.136) beginn 2016 wurde der Präventionskalender technisch umausgebildeten Schülern bestanden 14.893 (11.997) die gestellt, so dass ein Vergleich mit den Vorjahren nicht möglich Radfahrprüfung (= 80,17 %, Vorjahr: 84,57 %). ist. Die Zahlen in Klammern zeigen Werte des Jahres 2016 an (erster möglicher Vergleichszeitraum). Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Beschulung der Kindergartenkinder. Hier wurden 1.012 (919) Unterrichte abgehalten. ▶
4.6.2 Sicher zur Schule – Sicher nach Hause
Die Gemeinschaftsaktion „Sicher zur Schule – Sicher nach Im Jahr 2017 wurden durch das Innenministerium als Hause“ richtet sich in ihren Zielen an die Sicherheit der Kinder Schwerpunkte ausgegeben: auf dem Schulweg.
- Werbung, Ausbildung und Einsatz von Schulweghelfern
Die Unfallschwerpunkte, Lichtzeichen anlagen, • Kennzeichnung und Sicherung von Schulbushaltestellen Fußgängerüberwege, Radwege über Verkehrsknoten und Gewinnung von Aufsichtspersonen in Schulbussen und Schulbushaltestellen bedürfen hierbei besonderer • Veranstaltungen für Schulbusfahrer Aufmerksamkeit. • Schulwegtraining für die zur Schule angemeldeten Kinder Die Straßenverkehrsbehörden, die Polizei und die Verkehrs- • Sicherung des Schulumfeldes sicherheitsbeauftragten führen die Maßnahmen jeweils mit • Schulbuskontrollen ihren Kräften durch. ▶ • Überwachung der Schulwege durch die Polizei vom 12.09. bis 29.09.2017
Weiterhin wurde durch die Gemeinschaftsaktion eine Hiermit sollen die Verkehrsteilnehmer auf die Schülerinnen Herbstplakataktion mit dem Titel: „Bremsbereit für uns“ und Schüler mit Handicap und Mobilitätseinschränkungen durchgeführt. sensibilisiert werden.
Der thematische Schwerpunkt wurde auf die vorausschauende Bremsbereitschaft der Verkehrsteilnehmer im Bereich von Schulen gesetzt. Bei der Motivwahl wurde ein besonderes Augenmerk auf die Inklusion gelegt. ▶
4.6.3 Verkehrsunterricht
Eine Vorladung zum Verkehrsunterricht ist gemäß der Dies ist insbesondere bei Mehrfachtätern der Fall. Bei Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung i. d. R. nur Ersttätern ggf. nur dann, wenn ein grober Verstoß gegen eine zulässig bei Personen über 14 Jahren, welche die Verkehrs- grundlegende Vorschrift vorliegt oder sich der Betroffene trotz vorschriften nicht oder nur unzureichend kennen oder Belehrung uneinsichtig zeigt. beherrschen oder bei solchen Personen, welche die Bedeutung und Tragweite der Vorschriften nicht erfasst Die Vorladung wird in der Regel von der Straßenhaben. verkehrsbehörde, auf Vorschlag der Polizei, ausgesprochen.
Aufgrund der Entscheidung des Bayerischen Verwaltungs- Wer der Vorladung zum Verkehrsunterricht nicht Folge leisgerichtshofes vom 22.10.1990 ist die Anordnung eines tet, handelt ordnungswidrig. In diesem Fall kann ein Bußgeld Verkehrsunterrichtes nur zulässig, wenn das behördliche Er- verhängt werden. messen rechtsfehlerfrei ausgeübt wurde, d. h.: Die Anzahl der Vorschläge zur Vorladung zum Verkehrs-
- Anhaltspunkte für ein Erziehungsbedürfnis müssen vor- unterricht bewegen sich in Mittelfranken im Langzeitvergleich
liegen und auf geringem Niveau.
-
Diese müssen auch entsprechend aufgezeigt werden.
-
Die erzieherische Wirkung einer Strafe oder eines Bußgel-
des genügt nicht.
Ein Erziehungsbedürfnis liegt vor, wenn es folgende Anzeichen gibt:
- Der Betroffene weist ungenügende Kenntnisse der Vor-
schriften auf oder
-
Er verkennt deren Bedeutung oder
-
Er kann aus charakterlichen Gründen nicht seiner Ein-
sicht entsprechend handeln. ▶
4.7 Begleitung von Großraum- und Schwertransporten
4.7.1 Entlastung der Dienstkräfte beim PP Mittelfranken bei
Schwertransportbegleitungen durch die nachfolgenden Pilotprojekte
seit dem Jahr 2016
A: „Modell Verwaltungshelfer der Polizei“
Der einsatzleitende Polizeibeamte gibt dem BF 4 – Fahrer die Seit dem Jahr 2013 entwickelte sich die Anzahl der durch die erforderlichen Anweisungen für die jeweils zu bewältigende Polizei begleitpflichtigen Schwertransporte und den daraus Begleitstrecke. Zwischen dem Begleitfahrzeug der Polizei und resultierenden Einsatzstunden in Mittelfranken wie folgt: dem BF 4 – Fahrer besteht eine ständige Funkverbindung. Diese Vorgehensweise halbiert den Kräfteeinsatz auf Polizeiseite • 2013: Anzahl Schwertransporte: 1.846 bei jeder Schwertransportbegleitung um 50 %. Durch die ein- Einsatzstunden: 4.634 gesparten Mannstunden stehen diese Einsatzkräfte nun wie- • 2014: Anzahl Schwertransporte: 2.370 der für ihre originären Aufgaben zur Verfügung. Einsatzstunden: 5.045
- 2015: Anzahl Schwertransporte: 2.595
B: „Modell Verwaltungshelfer der Verkehrsbehörden“ Einsatzstunden: 6.433
- 2016: Anzahl Schwertransporte: 2.470
Ein weiteres Einsparungspotential erbringen geeignete wie- Einsatzstunden: 5.201 derkehrende Begleitstrecken, die nach vorheriger Anordnung • 2017: Anzahl Schwertransporte: 2.185 von Regelplänen durch die zuständigen Verkehrsbehörden, Einsatzstunden: 3.866 eine Begleitung ohne Beteiligung der Polizei, also nur noch eine Absicherung durch die sog. BF 4-Fahrzeuge, vorsieht. Im Schutzbereich Mittelfranken konnte zum Jahresende 2016 und 2017 bei den begleitpflichtigen Schwertransporten durch C: „Anhebung der Einsatzgrenzen auf der BAB 9“ die Beteiligung an den vorgenannten Pilotprojekten bei der Begleitung von Schwertransporten, eine fortgesetzte positive Mit IMS vom 10.01.2017 wurde einem von der Regierung von Trendwende festgestellt werden. Mittelfranken beantragten Pilotversuch zur Anhebung der gemäß Rn. 131 der VwV zu § 29 Abs. 3 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) geltenden Einsatzgrenze für die Anordnung von Polizeibegleitung von größer 5,50 m auf eine Transportbreite von größer 6,00 m für die Autobahn A 9 zwischen der Landesgrenze Thüringen und der AS München Frankfurter-Ring zugestimmt. ▶
4.7.2 Spektakulärer Schiffsausflug als
Schwertransport auf der Straße
Die Bayerische Seenschifffahrt ersetzte für den Betrieb auf Als besonders schwierig gestaltete sich erwartungsgemäß dem Ammersee die bisherige „MS Utting“ durch ein größe- die Einfahrt auf die BAB 9 an der AS Allersberg entgegen der res Schiff mit ca. 50 m Länge und knapp 10 Metern Breite. Fahrtrichtung über die Ausfahrtsspur in Rückwärtsfahrt mit Über den Rhein-Main-Donau-Kanal gelangte auf dem Wasser- dem Umspannen der beiden Zugfahrzeuge. Während der weg die neue „MS Utting“ mit dem ersten Oberdeck bis zum gesamten Dauer der Aufstellung der beiden Schwerlast- Hafen in Roth. fahrzeuge auf der BAB 9 im Zeitfenster von 20:30 – 21:30 Uhr, wurde mit Unterstützung durch die Autobahnmeisterei Von dort transportierte es die Firma Kübler in 2 Teilen Fischbach mit 2 Warnleitanhängern durchgängig eine (Unterschiff und 1. Oberdeck getrennt) über die BAB A 9, A 92, Fahrspur der BAB 9 in Fahrtrichtung München befahrbar A 99 und A 96 in den Nächten 10./11. und 11./12. April nach gehalten. Hierdurch konnte eine Staubildung auf der BAB 9 in Inning am Ammersee. Das zweite Oberdeck mit Führerstand Fahrtrichtung München ab der AS Allersberg bereits vor dem wurde auf dem Landweg von Bonn über die BAB A 8, A 99 und Start des Schwertransportkonvois der „MS Utting“ nahezu A 96 nach Inning am Ammersse in der Nacht vom 12. auf 13. vollständig vermieden werden. April transportiert. Da dieser Schwertransport auf der gesamten Transport- Der Transport auf der BAB 9 und der nachfolgenden strecke einschließlich BAB nicht überholt werden konnte, war BAB-Strecke fand mit reduzierten Polizeibegleitkräften im ohnehin auf der gesamten Streckenführung mit massiven Ver- Rahmen des „Pilotprojektes Verwaltungshelfer der Polizei“ kehrsstörungen durch Rückstaubildung zu rechnen. mit Stauabsicherung nach hinten durch mindestens zwei BF 4-Fahrzeuge, nach erfolgter Einweisung durch die Polizei Durch den Einsatz der dynamischen Netzsteuerung der mit einem im Erlaubnisbescheid angeordneten Regelplan, ABD-Nordbayern für das fragliche Beeinflussungsgebiet: statt. Netzmasche Würzburg – Nürnberg – München auf A3 und A7
- und die Steuerung von aktuellen Verkehrslage meldungen
Die Gesamteinsatzleitung lag beim PP Oberbayern-Nord über die Rundfunksender mit Beteiligung der Verkehrsund wurde für die gesamte Transportstrecke dem Leiter der meldestelle Bayern, wurden die erwarteten Stauszenarien VPI Fürstenfeldbruck übertragen. und Behinderungen für den Individualverkehr auf ein verträgliches Maß reduziert. Die sehr anspruchsvolle Begleitstrecke von der Lände Roth bis zur Anschlussstelle Allersberg wurde durch die PI Roth Es war nicht selbstverständlich solch einen Transport mit den mit Unterstützung von Kräften der Einsatzzüge Schwabach vorgenannten Abmessungen und einem Gesamtgewicht von und Erlangen sowie Streifen und 2 Kradfahrern der VPI Feucht 256 t nahezu reibungslos durchführen zu können. mit einer Vollsperrung der Staatsstraße 2237 vorbereitet und koordiniert. ▶
Polizeipräsidium Mittelfranken - Jakobsplatz 5 - 90331 Nürnberg - Sicherheitsbericht 2017 - ISSN 2513 -034X