Hier läuft nicht alles rund
Nicht nur Fair-Play sondern auch Fair-Pay im Sport
Das Runde muss ins Eckige, so einfach hat es einst der Weltmeistertrainer Sepp Herberger auf den Punkt gebracht, um dieses Spiel, dass Milliarden Menschen weltweit begeistert, zu beschreiben. Fast 35 Millionen Deutsche sahen das WM Finale 2014 – nie zuvor hatte eine TV Sendung so viele Zuschauer. Weltweit waren es über 700 Millionen Menschen. Aber auch hinter dem Glanz, den der Fußball in den Stadien verbreitet, gibt es Geschichten, die so gar nicht zu diesem Image passen wollen. Denn leider läuft auch in der Fußballindustrie bei weitem nicht alles rund. In WM-Jahren werden bis zu 60 Millionen Fußbälle weltweit produziert, davon alleine rund 65% in Pakistan. Auch heute noch sind 70% aller Bälle handgenäht, vielerorts in Heimarbeit. Die globale Hauptstadt der Ballproduktion ist die Stadt Sialkot in Pakistan. Rund 700 Produzenten haben sich hier angesiedelt und unzählige Nähzentren im Stadtgebiet etabliert.
Der verdiente Lohn?
Bei der traditionellen Produktion eines Fußballs werden zunächst die meist sechseckigen Paneelen geschnitten. Dann wird auf den Paneelen der Schriftzug aufgebracht und im Anschluss werden die Löcher gestanzt. Die Näherinnen bekommen dann das Ganze als Bausatz mit Nadel und Faden angeliefert. Anschließend werden die Bälle in Heimarbeit oder alternativ in kleinen Nähzentren fertiggestellt. Im Mittel benötigt eine erfahrene Näherin 75 Minuten für die 720 Stiche. Das Nähen der Bälle ist harte Arbeit. Am Ende erhält die Näherin als Lohn oft weniger als zehn Cent pro Ball. Das ist auch in Pakistan zum Leben zu wenig. Kein Wunder also, dass in vielen Familien auch die Kinder zum Überleben der Familie beitragen müssen, anstatt eine Schule zu besuchen. In der Ballindustrie ist es wohl gelungen, Kinderarbeit weitgehend zu einzudämmen. Das hat aber nur dazu geführt, dass die Kinder jetzt in anderen Sektoren arbeiten. Wer will es den Familien verdenken, solange das Gehalt der Eltern nicht zum (Über-)Leben reicht. Dass es auch anders geht, zeigt beispielsweise der Faire Frankenball, ein Top-Trainingsball, der für die Region Franken eigens entwickelt wurde.
„Fair Play“ nicht nur auf dem Spielfeld
Damit es nicht nur auf dem Platz, sondern auch in den Produktionsstätten fair zugeht, gibt es jetzt jede Menge Alternativen, sowohl für Trainingszwecke als auch den Spielbetrieb. Die Bälle erfüllen alle Anforderungen, die Vereine haben: hohe Qualität, faire Arbeitsbedingungen in der Produktion und ein fairer Preis. Mit entsprechend höheren Grundpreisen ( ca. 15–20 % ) gegenüber den „normalen“ Marktpreisen sowie zusätzlichen FAIRTRADE-PRÄMIEN (15 %) gewährleisten Faire Bälle eine existenzsichernde Bezahlung der pakistanischen Arbeitskräfte, sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Nach Angaben von Cleanclothes.org, Amsterdam, der Germany Trade & Invest, Bonn ( unterstützt vom Bundesministerium für Wirtschaft ), der Website www.wageindicator.org, sowie eigenen Recherchen, u.a. bei der Chamber of Commerce in Sialkot ergeben sich folgende Werte für die Länder Indien & Pakistan:
Poverty-Line/Armutsgrenze: 19,10 € / Monat( Statutory) Minimum-Wage/(gesetzlicher) Mindestlohn 51,70 €/Monat Durchschnittlicher Lohn eines Arbeiters: 100-120,00 €/Monat Living Wage/Existenzsichernder Lohn: 195,30 €/Monat Hersteller Fairer Bälle bei Badboyz 190-250,00 €/Monat Die Zahlung existenzsichernder Löhne ist die Grundlage für eine strukturelle Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort um langfristig Perspektiven für die Regionalentwicklung zu schaffen. Übrigens, es gibt auch Handbälle und Fußbälle aus fairem Handel!
Anbieter Fairer Bälle sind unter anderem: Bad Boyz Ballfabrik: http://www.badboyzballfabrik.com/ (Fußball, Handball, Volleyball – alle Qualitätsund Gewichtsklassen) Derby Star: http://www.derbystar.de/ (Fußbälle) Gepa: http://www.gepa-shop.de/handwerk-und-mehr/faire-balle.html (Fußball, Volleyball für Freizeit und Traininig)
Weitere Informationen über: Frank Braun Eine Welt-Promotor für Norbayern braun@cph-nuernberg.de