Beilage 20.10.2026
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Betreff: ILK – Neubau Integrierte Leitstelle und Einheit Kabelnetz
Neubau einer Kritischen Infrastruktur (Kritis)
hier: Objektplan
Beiblatt Entscheidungsvorlage:
Ergänzung Einsparmöglichkeiten:
1 Ausgangssituation
Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung wurde vonseiten des Stadtrates eine erneute Prüfung von Einsparmöglichkeiten beim Neubau der Integrierten Leitstelle und der Einheit Kabelnetz angeregt.
Das Projekt befindet sich bereits in Leistungsphase 6 (Vorbereitung der Vergabe). Grundlegende Änderungen an der Planung würden in dieser Phase erhebliche Umplanungen auslösen und könnten zu Mehrkosten sowie Verzögerungen bei der Realisierung dieser wichtigen kritischen Infrastruktur führen.
In enger Abstimmung zwischen Hochbauamt, Feuerwehr und den beteiligten Planungsbüros wurden daher gezielt weitere Einsparpotenziale sowie Möglichkeiten zur zeitlichen Streckung von Investitionsausgaben untersucht.
Im Ergebnis konnten Kostenreduzierungen in Höhe von rund 824.000 Euro brutto
sowie eine zeitliche Verschiebung von Investitionsausgaben in Höhe von rund 6,4
Millionen Euro erarbeitet werden. Dabei handelt es sich um eine Verschiebung der Fälligkeit von Zahlungen an die Rohbaugewerke (Erdarbeiten, Maurerarbeiten, Betonarbeiten usw.) auf Grund des aktuell fortgeschriebenen Terminplans, und den darauf jetzt angepassten Zahlungsplan. Diese Verschiebung setzt sich in den Folgejahren fort, und führt zur dargestellten Entlastung bis einschließlich 2030.
Damit wird ein zusätzlicher Beitrag zur Haushaltskonsolidierung geleistet, ohne den Neubau als Gesamtprojekt infrage zu stellen. Die notwendigen Anforderungen an die Einsatzfähigkeit und die rechtlich vorgeschriebenen Standards bleiben dabei maßgeblich.
2 Vorgesehene Kostenreduzierungen
2.1 Löschanlage statt Oxy-Reduct-Anlage:
Gesamtersparnis: 26.000, - Euro netto
Die bisher vorgesehene Sauerstoffreduktionsanlage in den Serverräumen soll durch eine Löschanlage ersetzt werden. Damit verändert sich das Sicherheitskonzept von einer vorbeugenden Brandvermeidung hin zu einer Brandbekämpfung. Im Brandfall können hierdurch höhere Schäden an der technischen Ausstattung sowie Betriebsunterbrechungen entstehen. Das verabschiedete Sicherheitskonzept verlangt grundsätzlich keine Sauerstoffreduktionsanlage.
2.2 Entfall Entrauchung Parkgarage Kabel:
Gesamtersparnis: 30.000, - Euro netto
Eine mechanische Entrauchung von (Groß-) Garagen ist im Brandschutzkonzept vorgesehen. Durch die ohnehin erforderliche Belüftungsanlage stellt dies einen üblichen Standard dar. Hiervon kann im Zuge einer Tektur des Brandschutzkonzepts abgewichen werden, und durch anderweitige Maßnahmen kompensiert werden.
2.3 Entfall Hochbegrünung Dachterrassen Kabel:
Gesamtersparnis: 20.000, - Euro netto
Auf die vorgesehene Hochbegrünung der Dachterrassen soll verzichtet werden. Dies führt zu einer Reduzierung der gestalterischen Qualität und Aufenthaltsqualität der Dachterrassen. Die Maßnahme ist mit den Anforderungen der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) sowie den gegebenenfalls verbindlichen Vorgaben des Begrünungs- und Entwässerungskonzepts im Einklang.
2.4 Vereinfachte Ausführung der Vegetationsflächen im EG Kabelnetz:
Gesamtersparnis: 109.000, - Euro netto
Die vorgesehenen Vegetationsflächen im Erdgeschoss des Gebäudeteils Kabelnetz sollen in deutlich reduzierter Form ausgebildet werden. Aufgrund der hohen baulichen Ausnutzung des Grundstücks führt dies zu einer Vereinfachung der Grünflächen und Reduzierung der Aufenthaltsqualität. Die Reduzierung erfolgt unter Beachtung der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) sowie der gegebenenfalls verbindlichen Begrünungsund Ausgleichsmaßnahmen sowie der Anforderungen an die Freiflächenplanung.
2.5 Vereinfachte Ausführung der Vegetationsflächen im EG Leitstelle:
Gesamtersparnis: 81.000, - Euro netto
Die vorgesehenen Vegetationsflächen im Erdgeschoss des Gebäudeteils Leitstelle sollen in deutlich reduzierter Form ausgebildet werden. Aufgrund der hohen baulichen Ausnutzung des Grundstücks führt dies zu einer Vereinfachung der Grünflächen und Reduzierung der Aufenthaltsqualität. Die Reduzierung erfolgt unter Beachtung der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) sowie der gegebenenfalls verbindlichen Begrünungsund Ausgleichsmaßnahmen sowie der Anforderungen an die Freiflächenplanung.
2.6 Entfall Kunst am Bau:
Gesamtersparnis: 84.000, - Euro netto
Auf die bisher vorgesehene Maßnahme „Kunst am Bau“ soll im Rahmen der Haushaltskonsolidierung verzichtet werden. Dies bedeutet eine Abweichung von der bisherigen Projektplanung und ist im Hinblick auf die geltenden städtischen Vorgaben sowie bereits erfolgte Befassungen der zuständigen Gremien umzusetzen.
2.7 Reduktion der Kostengruppe 600 (Ausstattung) um 15%:
Gesamtersparnis: 252.000, - Euro netto
Durch die Reduzierung ausgewählter Ausstattungspositionen um rund 15 Prozent soll eine Einsparung von 252.000 Euro netto erzielt werden. Im Gebäudeteil Kabelnetz betrifft dies insbesondere Neuanschaffungen für technische Arbeitsplätze und Ausbildungsbereiche der Elektro- und Kommunikationstechnik. Im Gebäudeteil Leitstelle werden ebenfalls ausgewählte Ausstattungspositionen reduziert. Die vorgesehenen Änderungen werden auf ihre Auswirkungen auf die Betriebsabläufe sowie die erforderliche technische und organisatorische Funktionsfähigkeit geprüft.
2.8 Einsparung in Kostengruppe 300 (Motorantriebe und Bodenbeläge):
Gesamtersparnis: 90.028, - Euro netto
a) Reduzierung von Türantrieben in Höhe von 72.000 Euro netto Auf 15 bisher vorgesehene automatische Türantriebe soll verzichtet werden. Der Neubau Integrierte Leitstelle und Einheit Kabelnetz ist kein öffentliches Gebäude im Sinne der DIN 18040-1. Die Möglichkeit einer späteren Nachrüstung soll baulich und technisch gewährleistet werden.
b) Anpassung der Bodenbeläge in Höhe von 18.028 Euro netto In ausgewählten Begegnungsflächen soll anstelle des bisher vorgesehenen Stabparketts Linoleum oder Kautschuk eingesetzt werden. Zudem ist der Entfall der Fliesenbeläge in den Fluchttreppenhäusern vorgesehen. Durch die Materialänderungen wird der ursprüngliche Ausstattungsstandard reduziert. Die Anforderungen an Sicherheit, Dauerhaftigkeit, Reinigung und Brandschutz bleiben zu gewährleisten.
Zusammenfassung:
- Löschanlage statt Oxy-Reduct-Anlage: 26.000,- 2. Entfall Entrauchung Parkgarage Kabel: 30.000,- 3. Entfall Hochbegrünung Dachterrassen Kabel: 20.000,- 4. Entfall Vegetationsflächen EG Kabel: 109.000,- 5. Entfall von 15% Vegetationsflächen EG Leitstelle: 81.000,- 6. Entfall Kunst am Bau: 84.000,- 7. Reduktion der Kostengruppe 600 um 15%: 252.000,- 8. Einsparung in Kostengruppe 300: 90.028,-
Gesamt: 692.028,- Euro netto MwSt.: 131.485,32
Einsparung: 823.513,32 Euro brutto
Zusammenfassung der finanziellen Auswirkungen
1. Dauerhafte Reduzierung der Projektkosten
Durch die dargestellten acht Maßnahmen ergibt sich ein rechnerisches Einsparpotenzial von:
Betrag
Einsparungen netto 692.028,00 € Umsatzsteuer (19 %) 131.485,32 €
Einsparungen brutto 823.513,32 €
Die Umsetzung erfolgt unter Beachtung der erforderlichen fachlichen, rechtlichen und gegebenenfalls genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen. Die abschließend bestätigten Einsparungen werden in der Kostenfortschreibung berücksichtigt.
2. Zeitliche Verschiebung von Investitionsausgaben
Darüber hinaus ist eine zeitliche Streckung der Investitionen vorgesehen. Hierzu sollen bislang im Haushaltsjahr 2028 eingeplante Mittel in Höhe von rund 6,4 Millionen Euro in spätere Haushaltsjahre verschoben werden. Ziel ist, diese Auszahlungen erst ab dem Jahr 2031 und damit außerhalb des aktuellen Mittelfristigen Investitionsplans bis 2030 vorzusehen. Die für die sichere Erschließung, Funktionsfähigkeit und Inbetriebnahme des Gebäudes erforderlichen Maßnahmen müssen weiterhin rechtzeitig fertiggestellt werden. Mit dieser Streckung kann der aktuelle Investitionsplanungszeitraum bis 2030 zusätzlich entlastet werden. Die Verschiebung stellt keine dauerhafte Reduzierung der Gesamtprojektkosten dar, sondern verändert die zeitliche Verteilung der Investitionsausgaben. Die entsprechenden Mittelbedarfe werden in der fortgeschriebenen Investitions- und Finanzplanung berücksichtigt.
3. Gesamtergebnis
Mit der erneuten Überprüfung wurden zwei finanzielle Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung entwickelt: Eine dauerhafte Kostenreduzierung von rechnerisch rund 824.000 Euro brutto. Eine zusätzliche Entlastung des aktuellen Mittelfristigen Investitionsplans durch die Verschiebung von rund 6,4 Millionen Euro an Investitionsausgaben in spätere Haushaltsjahre. Beide Maßnahmen leisten einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung und ermöglichen zugleich die Fortführung des Neubauprojekts.